Pandemie

Corona-Medikament Paxlovid von Pfizer: Bund sichert sich wohl Kaufoptionen in Millionenhöhe

Die Paxlovid-Tabletten wurden durch die US-Arzneimittelbehörde FDA als Corona-Medikament zugelassen. Deutschland sichert sich eine Kaufoption in Millionenhöhe.
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Die Paxlovid-Tabletten wurden durch die US-Arzneimittelbehörde FDA als Corona-Medikament zugelassen. Deutschland sichert sich eine Kaufoption in Millionenhöhe.

Pfizer hat erst vor Kurzem die US-Notfallzulassung für das Corona-Medikament Paxlovid erhalten. Deutschland soll sich Kaufoptionen in Millionenhöhe gesichert haben.

Update von Samstag, 25.12.2021, 13.21 Uhr: Erst vor ein paar Tagen hatte Pfizer in den USA die Notfallzulassung für das Corona-Medikament Paxlovid erhalten. Nun wird bekannt, dass die Bundesrepublik Deutschland sich Kaufoptionen in Millionenhöhe gesichert haben soll. Das berichtet Business Insider mit Verweis auf exklusive Informationen. Dabei gehe es aber nicht nur um die Anti-Covid-Pille von Pfizer, vielmehr habe man bis zu sieben Medikamente im Blick.

Deutschland sei bereits „in Verhandlung, um Kontingente für Deutschland zu sichern“, und wolle so zeitnah eine Versorgung mit dem Medikament möglich machen, bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums laut einem Bericht der Agentur AFP. Business Insider zufolge habe sich der Bund jedoch bereits per „Memorandum of Unterstanding“ eine Kaufoption auf Paxlovid-Tabletten gesichert – und das in siebenstelliger Menge.

Medikament gegen Corona Paxlovid von Pfizer erhält Notfallzulassung

Erstmeldung vom Donnerstag, 23.12.2021, 14.16 Uhr: Washington – Corona bringt die Gesundheitssysteme weltweit an ihre Grenzen. Schwere Krankheitsverläufe und eine hohe Hospitalisierung lassen die Intensivstationen aus allen Nähten platzen. In Amerika könnte nun ein entscheidender Schritt zur Entlastung der Krankenhäuser gelungen sein.

Die Arzneimittelbehörde FDA gab am Mittwoch (22.12.2021) in den USA grünes Licht für das neue Anti-Covid-Medikament namens Paxlovid. Am Mittwoch (23.12.2012 erhielt das Mittel seine Notfallzulassung. Die von Pfizer hergestellte Pille soll es ermöglichen, schwere Krankheitsverläufe bei Risikopatienten mit leichten Symptomen zu verhindern. Schon Mitte Dezember zeigte die Pille in einigen Studien erste Erfolge*.

Corona-Medikament: Pfizer-Pille schützt vor schweren Verläufen

„Das ändert alles“, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla dem Fernsehsender CNN. Das nun zugelassene Medikament verspricht das Risiko eines Krankenhausaufenthalts um etwa 90 Prozent zu senken. Paxlovid soll bei Patientinnen und Patienten mit leichten bis mittelschweren Corona-Symptomen eingesetzt werden. Die Pille wird zweimal täglich eingenommen, fünf Tage lang und in Kombination mit einem weiteren Präparat. Die Einnahme verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren. Die Weiterentwicklung der Krankheit wird ausgebremst.

Damit ist das Pfizer-Medikament die erste Behandlungsmethode für Covid-19 in Form einer Pille, die oral eingenommen wird. „Diese Zulassung bringt zu einem mit dem Auftreten neuer Varianten entscheidenden Zeitpunkt in der Pandemie ein neues Werkzeug, um Covid-19 zu bekämpfen“, so FDA-Vertreterin Patrizia Cavazzoni.

Paxlovid könnte dazu beitragen, die Situation auf den Intensivstationen zu verbessern. Für das überarbeitete Krankenhauspersonal wäre das ein Lichtblick. Megan Ranny, Ärzten in der Notaufnahme, sagte gegenüber dem Fernsehsender CNN: „Es wird einfach großartig sein, dieses Medikament bei der Corona-Bekämpfung zusätzlich zur Verfügung zu haben.“

Corona-Pille von Pfizer: Keine Massenproduktion in Sicht

Paxlovid hat den großen Vorteil, dass die Erkrankten die Corona-Pille einfach von zu Hause einnehmen können. Andere Mittel wie das antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös und damit in Kliniken verabreicht werden. Doch es gibt einen Haken. Wie Pfizer bereits mitteilte, ist das Unternehmen von einer Massenproduktion der Pille weit entfernt. Das Medikament würde in einem komplexen synthetischen Prozess hergestellt, der etwa sechs bis acht Monate dauert.

Die US-Regierung hat bereits für einen Preis von 5,3 Milliarden Dollar zehn Millionen Packungen bestellt. Noch in diesem Jahr könnten die ersten Pillen ausgeliefert werden, teilte das Weiße Haus mit. Im Januar dürften den USA rund 265.000 Packungen zur Verfügung stehen.

Hinsichtlich der Knappheit von Paxlovid sollen zunächst nur Risikogruppen mit dem Medikament versorgt werden. Menschen, die deutliche Krankheitssymptome zeigen und anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf sind, sollen die Corona-Pille innerhalb der ersten drei Tage nach dem Auftreten der Symptome erhalten.

Paxlovid erhält Notfallzulassung: Corona-Pille ersetzt keine Impfung

In Deutschland predigt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) immer wieder, dass die Impfung das wichtigste Mittel zu Bewältigung der Pandemie sei, besonders hinsichtlich der Omikron-Variante. Auch die Anti-Covid-Pille ist kein Wundermittel und vor allem kein Ersatz für eine Impfung, betont die FDA. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA unterstützte in der vergangenen Woche den Einsatz von Paxlovid für Notfälle. Damit kann das Medikament noch vor seiner Zulassung in der EU eingesetzt werden, die Entscheidung liegt bei den nationalen Behörden.

Paxlovid könnte in Zukunft ein wichtiges Werkzeug zur Entlastung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen werden. Neben der Pille von Pfizer wurden in Europa bereits mehrere Corona-Medikamente zugelassen. Darunter auch das Mittel Tocilizumab, welches das Sterberisiko bei schweren Verläufen extrem senken soll. (aa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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