Auch Reha-Kliniken im Gespräch

Gibt es bald spezielle Corona-Kliniken in Niedersachsen?

Selbstschutz: Krankenhäuser im Land haben Besuchtsverbote verhängt. Sie wollen das Personal schützen, damit die Häuser für die Krankenversorgung am Netz bleiben, wie die Universitätsmedizin Göttingen.
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Selbstschutz: Krankenhäuser im Land haben Besuchtsverbote verhängt. Sie wollen das Personal schützen, damit die Häuser für die Krankenversorgung am Netz bleiben, wie die Universitätsmedizin Göttingen.

Werden in Niedersachsen spezielle Corona-Kliniken eingerichet? Sie könnten die Krankenhäuser entlasten. Im Gespräch sind auch Reha-Kliniken als Hilfe.

  • Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen aus.
  • Der starke Anstieg von Fällen könnte zu einem Problem für Krankenhäuser werden.
  • Daher gibt es Überlegungen für spezialisierte Corona-Kliniken.

Droht die Knappheit der Intensivmedizinplätze? Droht gar – wie in Norditalien – der Kollaps der Kliniken in Deutschland, der Streit um Beatmungsplätze? Doch es gibt vielversprechende Lösungsstrategien. In Hannover und Berlin – und in Göttingen weiß man darum. Das Gesundheitsministerium in Hannover öffnet nun die Türen für Akteure vor Ort.

Corona in Niedersachsen: Konzept für spezialisierte Klinik in Göttingen

In Göttingen wurden schon vor vier Wochen Szenarien durchgespielt. Prämisse war dabei, die großen Kliniken mit Intensiv- und Notfallmedizin dauerhaft am Laufen zu halten. Drastisch gesagt: Niemals dürfe ein „normaler“ Herzinfarkt-Patient sterben, weil Corona-Kranke Notaufnahmen und Intensivbetten blockieren. Deshalb werden Spezialkliniken für Corona-Patienten, für die Behandlung und Quarantäne benötigt. In ganz Niedersachsen müssten diese regionalen „Corona-Kliniken“ eingerichtet werden.

Kommt die Corona-Klinik in Göttingen? Beispielhaft fürs ganze Land

In Südniedersachsen könnte ein Krankenhaus dafür hergerichtet werden, bestückt mit Personal- und Technikunterstützung der anderen Kliniken. So könnten das Weender Krankenhaus und Universitätsmedizin voll funktionsfähig bleiben.

Bislang ist diesbezüglich wenig passiert. Aber das Thema Corona-Kliniken köchelt kräftig im Topf der Krisenstäbe. Und das Modell – auch in Varianten – könnte für die gesamte Republik beispielhaft sein.

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) über einen Sprecher: „Wir haben vergangene Woche per Erlass an die Gesundheitsämter verfügt, dass vor Ort Konzepte zur Trennung der Patienten organisiert werden müssen“, sagt Oliver Grimm, der anfügt: „Es wird in einigen Regionen, Landkreisen tatsächlich kommen, dass Krankenhäuser sich spezialisieren, um die räumliche Trennung denn auch wirklich konsequent durchziehen zu können.“ 

Pro Corona-Kliniken in Niedersachsen

Im Gesundheitsministerium gehe man aber eher davon aus, dass sich „in großen Teilen des Landes Kliniken im Inneren separieren, also auch ein Gebäude oder Teile des Krankenhauses nur für Corona-Behandlungen vorbereiten“. Grundsätzlich sei die Landesregierung offen für das Thema. Eine Weisungskompetenz habe man aber nicht. „Uns gehören die Kliniken nicht – das Land erteilt den Gesundheitsämtern die fachliche Weisung, die Konzepte zur Trennung der Patientenströme mit den Krankenhäusern vor Ort umzusetzen.“

In Göttingen wird intern schon länger verhandelt, wie die Sozialdezernentin der Stadt, Petra Broistedt, bestätigt: „Wir haben die Möglichkeiten einer Corona-Klinik in Gesprächen mit Universitätsmedizin, Weender Krankenhaus und Gesundheitsamt thematisiert.“ Das könnte heißen: Für diese Lösungen käme die zum „Weender“ gehörende Klinik Neu-Mariahilf sowie die Fachklinik Lenglern in Frage.

Finanzierung von Corona-Klinken in Niedersachsen

Knackpunkt bei der Umsetzung ist die Finanzierung. Die Kliniken müssten entsprechend Geld erhalten. Die Lösung ist politisch in Arbeit: Im „Ärzteblatt“ fordert der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, ein „Pauschalbudget für deutsche Kliniken“ und ist gegen Einzelbezahlungen von Leistungen. 

Der Betrag soll von April bis Dezember gezahlt werden. „Dann muss niemand warten, bis die Fallpauschalen erbracht und abgerechnet sind, der akute Liquiditätsbedarf der Kliniken wäre gedeckt“, begründete Baum das Aussetzen des DRG-Systems.

Corona in Niedersachsen: Reha-Kliniken sofort nutzbar

Eine weitere Option zur Entlastung der Akut-Krankenhäuser könnten auch dieReha-Kliniken sein. Die Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, Katharina Nebel, betonte im Gespräch mit unserer Zeitung“, dass die Reha-Kliniken dem System vollumfänglich zur Verfügung ständen. 

„Wir haben in Abstimmung mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft Vorschläge und Konzepte vorgelegt, die kurzfristig den Akuthäusern helfen könnten“, sagte Nebel, die auch Geschäftsführerin der Weserland-Kliniken ist. So stünde auch ausgebildetes Fachpersonal für die Versorgung bereit. Allerdings müsste zunächst die Regelung getroffen werden, dass Reha-Kliniken diese Patienten aufnehmen dürften. 

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