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Omikron: Entdeckerin der Corona-Variante sollte „nicht öffentlich über milderen Verlauf sprechen“

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Von: Florian Dörr

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Eine Mitarbeiterin in einem Testzentrum in Oldenburg führt einen Corona-Schnelltest durch.
Die Omikron-Variante hat sich quasi in ganz Europa als dominante Variante durchgesetzt. Droht trotzdem eine Rückkehr von Delta? © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Omikron wird ein im Vergleich zu Delta milderer Verlauf zugeschrieben. Die Entdeckerin der Corona-Variante hatte das bereits früh gesagt – was für Kritik sorgte.

Kassel – Tausendfach ist das Coronavirus in den vergangenen zwei Jahren mutiert. Jene Corona-Variante, die in kürzester Zeit den anderen den Rang abgelaufen hat, ist Omikron. Nachgewiesen wurde sie in Südafrika, zunächst gab es noch viele Fragezeichen: Wie schwer ist der Verlauf? Wie ist die Infektiosität vom Omikron?

Die Entdeckerin der Omikron-Variante wurde damals offenbar aufgefordert, nicht öffentlich über einen milderen Verlauf von Infektionen zu sprechen. Das erklärte die Medizinerin Angelique Coetzee nun der Welt: „Ich wurde gebeten, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung. Das habe ich abgelehnt.“ Und: „Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei.“

Dabei hätten nicht südafrikanische Behörden Druck auf sie ausgeübt, er sei vielmehr aus europäischen Ländern gekommen.

Omikron-Variante: „Meine Berichte haben sie aus der Spur gebracht“

„Meine Berichte haben sie aus der Spur gebracht“, sagte Coetzee über einige ihrer Mediziner-Kollegen. „Dabei muss man sich in einer Pandemie nun mal auch ansehen, was an der Basis passiert. Bei den Hausärzten, die täglich Erkrankte behandeln, muss nachgefragt werden, was sie erleben, wie sich das Krankheitsbild darstellt.“ Coetzee fügte hinzu, sie glaube, dass die Regierungen zu Beginn der neuen Corona-Welle „überreagiert“ hätten.

Die in Pretoria arbeitende Medizinerin ist Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands (Sama). Ende November 2021 war sie die erste, die auf die neue Omikron-Variante des Corona-Virus aufmerksam machte.

Corona-Pandemie: Entdeckerin der Omikron-Variante fühlte sich unter Druck gesetzt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Variante im November 2021 als „besorgniserregend“ ein. Wenige Tage, nachdem sie über die neue Variante informiert hatte, sagte Coetzee im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, sie habe bei mit der Omikron-Variante infizierten Patienten mildere Symptome beobachtet als bei Patienten mit der bis dahin vorherrschenden Delta-Variante. Sie kritisierte damals, dass Omikron als „extrem gefährliche Virusvariante“ mit zahlreichen Mutationen aufgebauscht worden sei, obwohl ihre Gefährlichkeit noch unklar sei.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zeigte sich damals angesichts von Coetzees Äußerungen vorsichtig optimistisch. „Es wäre wirklich ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, wenn Omikron leichter verliefe“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. „Bei so vielen Mutationen wäre es aber denkbar.“ (AFP/fd)

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