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WHO-Experte optimistisch: Baldige Pandemie-Endphase ist „plausibel“

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Von: Alina Schröder

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Ein Mediziner der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält ein baldiges Ende durch die Omikron-Variante für möglich. Virologe Christian Drosten äußert Zweifel.

Kassel – Deutschland befindet sich mitten in der fünften Corona-Welle. Derzeit werden Tag für Tag neue Höchstzahlen an Infektionen gemeldet und die Omikron-Variante verbreitet sich weltweit in einer rasend schnellen Geschwindigkeit. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden alle drei Sekunden 100 neue Fälle registriert.

Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, sieht in der aktuellen Entwicklung allerdings etwas Positives. Je rasanter sich die Omikron-Variante ausbreitet, desto schneller rücke das Ende der Pandemie heran. Das sagte der belgische Mediziner gegenüber der Agence France-Press (AFP).

Wegen Omikron: WHO-Experte sieht Endphase der Corona-Pandemie

Laut Kluge ist es „plausibel“, dass man sich aktuell „auf eine Endphase der Pandemie“ zubewegt – und Omikron könnte erheblich dazu beitragen. „Sobald die Omikron-Welle abklingt, wird es für einige Wochen und Monate eine globale Immunität geben, entweder dank des Impfstoffs oder weil die Menschen aufgrund der Infektion und auch der abnehmenden Saisonalität immun sind“, erklärte der WHO-Regionaldirektor.

Auch der ehemalige WHO-Virologe Klaus Stöhr prophezeit ein baldiges Ende der Corona-Pandemie und somit einen Übergang in eine sogenannte Endemie. Viele Expertinnen und Experten sind sich allerdings einig: Vollkommen verschwinden werde Corona nicht mehr - das machte auch eine Virologin aus Dänemark deutlich.

Hans Kluge, der WHO-Regionaldirektor für Europa, hält eine baldige Corona-Endphase für „plausibel“.
Hans Kluge, der WHO-Regionaldirektor für Europa, hält eine baldige Corona-Endphase für „plausibel“. © Tobias Steinmaurer/Imago

Naht das Ende der Corona-Pandemie? Drosten sieht großes Problem

Der US-Mediziner Eric Topol machte in einem Twitter-Post nochmals deutlich, was für eine wichtige Rolle die Corona-Impfung in der Bekämpfung der Pandemie spielt. Im Vergleich zur Delta-Variante sei das Krankenhaus-Risiko in Portugal durch Omikron um 75 Prozent zurückgegangen. Dies könnte darauf hinweisen, dass Omikron tatsächlich einen milderen Verlauf hat. Portugal hat aktuell eine Impfquote von über 90 Prozent und damit die höchste in ganz Europa. Deutschland hinkt laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mit knapp 73 Prozent hinterher (Stand: 27.01.2022).

Dass sich hierzulande viele Menschen noch nicht haben impfen lassen oder grundsätzlich eine Impfung gegen Corona ablehnen, sieht Virologe Christian Drosten als ein „wirkliches Problem“. Um die aktuelle Phase schneller für beendet erklären zu können, müssten die Impflücken schließlich erstmal geschlossen werden.

Obwohl Omikron das Ende der Pandemie beschleunigen könnte, warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus jedoch vor weiteren hochansteckenden Varianten oder aggressiven Mischkombinationen. Es wäre gefährlich anzunehmen, „dass Omikron die letzte Variante war und dass wir schon in der Endphase sind“. Auch Drosten betonte, dass es keinesfalls sicher sei, dass die aktuelle Mutante in ihrem abgemilderten Zustand bleibe und das Virus somit immer schwächer werde. (Alina Schröder)

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