„Sieht nicht gut aus“

Studie zu Omikron-Impfschutz besorgniserregend – Drosten alarmiert Doppelt-Geimpfte

Virologe Christian Drosten zeigt sich wegen der Corona-Variante Omikron besorgt und warnt zweifach Geimpfte. (Archivbild)
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Virologe Christian Drosten zeigt sich wegen der Corona-Variante Omikron besorgt und warnt zweifach Geimpfte. (Archivfoto)

Eine Studie aus Südafrika untersucht die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe gegen Omikron. Christian Drosten reagiert auf die Ergebnisse besorgt.

Kassel – Laut einer aktuellen Studie aus Südafrika setzt die neue Corona*-Variante Omikron* die Schutzwirkung der Impfstoffe erheblich ab, weshalb diese nur noch teilweise gegen die Mutante schützen würden. Virologe Christian Drosten hat angesichts der neuen Erkenntnisse vor allem zweifach Geimpfte gewarnt.

Alex Sigal, Virologe und Professor am Africa Health Research Institute in Südafrika, sagte, dass die Neutralisierung von Omikron im Vergleich zu früheren Covid-Mutanten „sehr stark abgenommen“ habe. Dennoch sei er von den Ergebnissen der Studie, die auf der offiziellen Website des Labors veröffentlicht wurde, positiv überrascht gewesen. „Die Resultate sind besser als ich erwartet habe. Je mehr Antikörper man hat, desto besser sind die Chancen, gegen Omikron geschützt zu sein.“ Das berichtete tagesspiegel.de.

Studie zeigt: Corona-Variante Omikron mindert Wirkung der Impfstoffe – Drosten warnt Geimpfte

Das Labor habe im Rahmen der Studie das Blut von zwölf Personen untersucht, die mit dem Vakzin des Herstellers Biontech/Pfizer geimpft worden sind. Wie auf der Website mitgeteilt wird, sei dabei ein 41-facher Rückgang der Antikörper gegen die Omikron-Variante festgestellt worden. Die Ergebnisse seien jedoch nicht aussagekräftig genug, was an der geringen Zahl der Probanden liege. Außerdem sei bislang auch unklar, was die Resultate für einen möglichen Krankheitsverlauf bei ungeimpften sowie geimpften Personen bedeuten.

Derzeit gehen viele Experten davon aus, dass eine Auffrischungsimpfung gegen Corona auch den Schutz vor Omikron wieder erheblich steigere. Dennoch ist laut Sigal die Wirkung der Booster-Impfungen auf Omikron noch nicht untersucht worden, da sie zum aktuellen Zeitpunkt in Südafrika noch nicht offiziell verfügbar ist. Jedoch zeigte sich der Virologe auf Twitter bereits optimistisch: „Omikron ist ein Problem, dass wir mit den Werkzeugen, die wir haben, lösen können.“

Auch in Deutschland breitet sich die Mutante weiter aus. Einige Forscher halten es sogar für wahrscheinlich, dass die Corona-Variante Omikron in Deutschland länger als angenommen grassiert*.

Im Video: Drosten warnt vor schneller Ausbreitung der Corona-Variante Omikron

Drosten wegen Omikron besorgt - Anpassung der Corona-Impfstoffe wohl nötig

Zu ähnlichen Ergebnissen wie die der südafrikanischen Studie sei auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek gekommen. Am Mittwoch (08.12.2021) veröffentlichte sie eine Auswertung ihrer Untersuchungen im Hinblick auf die Wirkung der Impfstoffe gegen Omikron. Laut ihrem Befund nimmt die Schutzwirkung der Vakzine gegen die neue Corona-Mutante deutlich ab.

„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, schrieb die Forscherin auf Twitter. Die Hersteller der mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna haben bestätigt, dass eine Anpassung der Corona-Vakzine an Omikron* bereits laufe. Der Wirkstoff könne dann im ersten Quartal 2022 bereits verimpft werden. Auch der Hersteller des neuen Corona-Impfstoffs Novavax äußerte sich zu einer Wirksamkeit gegen Omikron*.

Der gefragte Virologe Christian Drosten spricht aufgrund der übereinstimmenden Resultate der Forschenden eine Warnung an alle Geimpften aus: „Die Ergebnisse passen gut zusammen. Es sieht nicht gut aus, für zweifach Geimpfte. Dritte Dosis ist nötig.“ Drosten hält es zudem für sehr wahrscheinlich, dass Omikron denselben Lauf wie die Delta-Mutante nehmen und in nächster Zeit den Großteil aller Neuinfektionen in Deutschland ausmache. „Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben“, so der Professor der Charité in Berlin. Um eine Anpassung der Impfstoffe käme man daher nicht drum herum. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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