Krankheitsverlauf

Omikron: Neuer Corona-Impfstoff Novavax bietet besonders wirksamen Schutz

Neue Studien geben Hinweise auf den Krankheitsverlauf bei der Omikron-Variante. Ein Corona-Impfstoff soll besonders gegen die Mutante wirken.

Update vom Donnerstag, 23.12.2021, 12.02 Uhr: Viele Menschen waren auf den Corona-Impfstoff von Novavax. Doch bietet er auch einen wirksamen Schutz gegen die immer stärker um sich greifende Omikron-Variante? Das Unternehmen gibt nun eine Antwort auf diese Frage.

Nach Angaben des Herstellers ruft das Vakzin eine wirksame Immunreaktion gegen die Omikron-Variante hervor, eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhöht die Immunantwort. Dies teilte das Pharmaunternehmen nach ersten Daten einer laufenden Studie zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei Jugendlichen und als Booster mit.

Der Impfstoff ist kürzlich erst von der EU zugelassen worden. Es können aber noch Wochen bis Monate vergehen, bis der Impfstoff breit verfügbar sein wird.

Corona-Impfstoff von US-Herstellers Novavax (NVX-CoV2373) ist in der EU zugelassen worden. Bei der Omikron-Variante soll er besonders wirksam sein.

Omikron: Britische Studien deuten auf milden Verlauf - Fachleute zweifeln

Erstmeldung vom Donnerstag, 23.12.2021, 9.59 Uhr: Frankfurt/London - Die Omikron-Variante des Coronavirus verbreitet sich derzeit rasend schnell um die Welt. Sorgen bereiten den Fachleuten vor allem die hohe Ansteckungsrate der Corona-Mutante, die dafür sorgt, dass Omikron die bisher vorherrschende Delta-Variante schon in manchen Ländern verdrängt hat.

So hat zum Beispiel in Großbritannien die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten. Es seien innerhalb von 24 Stunden 106.122 Ansteckungen registriert worden, teilte die Regierung am Mittwoch (22.12.2021) in London mit. Hauptgrund für die regelrechte Explosion der Infektionszahlen im Königreich ist die Omikron-Variante des Coronavirus.

Coronavirus: Omikron-Variante macht wohl weniger krank als Delta

Allerdings scheinen Studien darauf hinzudeuten, dass Omikron weniger krank machen könnte als die Delta-Variante. Die am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse zweier Studien aus Großbritannien deuten jedenfalls darauf hin, dass Infektionen bei Omikron im Vergleich zu Delta seltener zu einem Krankenhausaufenthalt führen. Damit bestätigen sie frühere Erkenntnisse aus Südafrika, wo die Omikron-Variante erstmals registriert worden war.

In einer Studie in Schottland untersuchten die Forschenden Covid-Fälle, die im November und Dezember aufgezeichnet wurden. Sie verglichen dabei Infektionen mit der Omikron-Variante mit solchen der Delta-Variante. Die Studie ergab, dass Omikron im Vergleich zu Delta das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Covid-19 um zwei Drittel senkt und dass eine Auffrischungsimpfung einen erheblichen zusätzlichen Schutz vor symptomatischen Erkrankungen bietet.

Die Fallzahl der Studie war allerdings klein und es wurden keine Personen unter 60 Jahren ins Krankenhaus eingeliefert. Studienautor Jim McMenamin sagte zu Journalisten, dass die Studienergebnisse eine bedingt „gute Nachricht“ seien - bedingt, weil es sich um frühe Beobachtungen handelte, die aber „statistisch signifikant“ seien.

Corona: Zahl der Krankenhausaufenthalte geht bei Omikron zurück

In einer weiteren Studie in England wurde festgestellt, dass die Zahl jedweder Krankenhausaufenthalte bei Omikron im Vergleich zu Delta um 20 bis 25 Prozent zurückging. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die eine Nacht oder länger dauerten, ging sogar um 40 bis 45 Prozent zurück. In der schottischen Studie wurden nur Aufenthalte von mindestens einer Nacht untersucht, so dass dies einen Teil des festgestellten Unterschieds erklären könnte.

Azra Ghani vom Imperial College London, die die englische Studie mitverfasst hat, erklärte: „Das verringerte Risiko einer Krankenhauseinweisung bei der Omikron-Variante ist zwar beruhigend, aber das Infektionsrisiko bleibt extrem hoch.“ Eine Auffrischung der Impfung biete „weiterhin den besten Schutz vor Infektionen und Krankenhausaufenthalten.“

Omikron-Variante: Fachleute mahnen zu Zurückhaltung

Fachleute warnten allerdings vor überzogenem Optimismus. Die Professorin für Pharmazeutische Medizin am King‘s College London, Penny Ward, die nicht an den Studien beteiligt war, erklärte, diese änderten „nichts an der außergewöhnlichen Ausbreitung dieser Variante in der Bevölkerung“. Es sei eine Tatsache, dass „selbst ein kleiner Anteil von Menschen, die wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen, zu einer sehr großen Zahl werden kann, wenn die Zahl der Ansteckungen in der Bevölkerung weiter ansteigt.“

Auch die Infektiologin Isabella Eckerle von der Universität Genf mahnte: „Aktuell erscheinen mir die Daten zur Krankheitsschwere von Omikron noch etwas zu dünn, um daraus allgemeingültige Aussagen zu treffen.“ Man könne die Daten aus dem Labor „nur mit sehr viel Vorsicht auf die tatsächliche Situation im Mensch extrapolieren“, sagte Eckerle. Die Infektion im Menschen sei „wesentlich komplexer“. (cs/afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Justin Tallis/afp

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