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Virologe Streeck meint zu wissen, „was das Coronavirus will“ - und erwartet neue Variante

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Von: Yasina Hipp

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Der Bonner Virologe Hendrik Streeck rechnet mit einer neuen Variante des Coronavirus im Herbst. (Archivbild)
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck rechnet mit einer neuen Variante des Coronavirus im Herbst. (Archivbild) © APress/Imago

Das Virus entwickelt sich immer weiter und bringt zahlreiche Corona-Varianten hervor. Virologe Hendrik Streeck sieht schon die nächste auf Deutschland zukommen.

Bonn – In Südafrika sorgen derzeit die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 für exponentiell steigende Infektionszahlen, in den USA macht eine weitere Omikron-Variante namens BA.2.12.1 auf sich aufmerksam. Alle drei sind mit der L452R-Mutation gekennzeichnet, die die Ansteckungsfähigkeit erhöht. Für Deutschland geben Virologen, wie Christian Drosten, zumindest für den Moment Entwarnung. Die starke Welle mit der Omikron-Variante BA.2 und sommerliche Temperaturen sollten zunächst für Entspannung sorgen. Doch wie geht es im Herbst und Winter weiter? Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat dafür eine Antwort, berichtet Merkur.de.

Virologe Streeck: Infektionszahlen und Impfquote „eher ein Schätzfaktor“

Im Interview mit ntv kritisiert der Wissenschaftler zunächst das nur unvollständige Bild, welches sich derzeit von der Corona-Lage bilden lässt. Streeck meint, dass „wir“ es bisher nicht geschafft hätten, die Inzidenz ordentlich zu bestimmten. Dafür hätte, Streeck zufolge, schon lange eine repräsentative Stichprobe gemacht werden und diese immer wieder wiederholt werden müssen. „Wir“ hätten uns in der Bestimmung der Infektionszahlen „sehr abhängig“ davon gemacht, „wie eigentlich getestet wird, wie übermittelt wird und wer sich eigentlich überhaupt testen lässt“, sagt Streeck. Neben den Infektionszahlen sei deshalb auch die Impfquote bis dato „eher ein Schätzfaktor“. Wen der 44-Jährige mit „Wir“ genau meint, macht er nicht deutlich.

Neue Varianten des Virus werden in Zukunft immer wieder auftreten. Denn das Virus will, laut Streeck, „zwei Sachen“. Zum einen möchte es der Immunantwort des Körpers entkommen, also die sogenannte Immun-Flucht begehen. Zum anderen möchte es gut übertragbar sein. Dem Bonner Virologen zufolge sehe man bei beiden Aspekten eine Entwicklung sowohl bei Omikron als auch bei anderen Varianten.

Deswegen könne damit gerechnet werden, „dass wir vielleicht im Herbst oder Winter eine neue Variante haben, die leichter übertragbar ist und vielleicht eine zusätzliche Immun-Flucht ausmacht“. Ob diese Variante dann auch wieder für schlimmere Verläufe und eine Zunahme der Krankenhauseinweisungen sorgt, kann nicht vorhergesagt werden. Aber, laut Hendrik Streeck, sei das „eben auch nicht das, was das Virus eigentlich will“.

Streeck befürwortet die Verkürzung der Isolationsdauer

Inzwischen müssen sich Infizierte in einigen Bundesländern nach einem positiven Test nur noch fünf Tage in Isolation begeben. Streeck hält diese Verkürzung gerade mit Blick auf die kritische Infrastruktur für richtig. Trotzdem appelliert er an die Bevölkerung: „Daher ist generell anzuraten, dass wenn man sich krank fühlt, dass man dann zu Hause bleibt.“ Nach den fünf Tagen solle man weiter vorsichtig sein, sich testen und Maske tragen, die Wahrscheinlichkeit dann noch „das Virus weiterzugeben, ist sehr viel geringer geworden“.

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