Gesundheit

Corona-Symptom „Hirnnebel“ – Covid-19-Medikament soll helfen

Die neurologischen Corona-Symptome wie Gedächtnislücken bezeichnen die Forscherinnen und Forscher als „Hirnnebel“. (Symbolfoto)
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Die neurologischen Corona-Symptome wie Gedächtnislücken bezeichnen die Forscherinnen und Forscher als „Hirnnebel“. (Symbolfoto)

Viele Covid-19-Kranke klagen über neurologische Symptome, wie Gedächtnisverlust nach einer Corona-Infektion. Mediziner untersuchen ein Medikament, das helfen könnte. 

New Haven/San Francisco/London – Die Symptome einer Corona*-Infektion sind hinlänglich bekannt. Dennoch fallen sie immer individuell aus, je nach Immunsystem. Einige Patientinnen und Patienten spüren „gefühlt“ nichts, andere berichten von Anzeichen, die einer Grippe ähneln. In manchen Fällen ist sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig, da Corona-Symptome*, wie Atemnot oder eine Thrombose auftreten. Kürzlich wurde überraschenderweise ein neues Corona-Symptom bei Geimpften identifiziert. Wie nun Expertinnen und Experten dem Fachjournal Nature berichten, äußern rund 80 % der stationären Patientinnen und Patienten, dass sie neurologische Symptome haben. Neurologische Symptome können beispielsweise Vergesslichkeit beziehungsweise Gedächtnisverlust sein, aber auch ein Schlaganfall.*

Diesbezüglich untersuchen Fachleute ein Medikament, das derartige Anzeichen eindämmen und behandeln könnte. Serena Spudich, Neurologin an der Yale University, forscht daran – und stellt sich aufgrund ihrer Studienergebnisse die Frage: „Können wir frühzeitig eingreifen, um diese Anomalien zu behandeln, damit die Menschen keine langfristigen Probleme bekommen?“

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Dem aktuellen Stand der Wissenschaft nach, geht man davon aus, dass sogenannte Astrozyten, eine spezielle Sorte von Zellen im Gehirn, von Coronaviren befallen werden. Arnold Kriegstein, Neurologe an der University of California in San Francisco, erklärt den Wert von Astrozyten für das Gehirn: „Astrozyten tun eine ganze Menge, was die normale Gehirnfunktion unterstützt, einschließlich der Versorgung der Neuronen mit Nährstoffen, um sie funktionsfähig zu halten“, so Kriegstein laut Nature. „Infizierte Astrozyten könnten einige der neurologischen Symptome erklären, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, vor allem Müdigkeit, Depression und ‚Hirnnebel‘, der Verwirrung und Vergesslichkeit einschließt“, so der Forscher weiter.

Neben direkten Angriffen der Viren auf Zellen löst Covid-19 demnach auch eine Störung der Blutzirkulation aus. Die Durchblutung im Gehirn wird auf diese Weise teils massiv gestört, was zu neurologischen Symptomen führen könnte, betonten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Zudem sei die durch Covid-19 ausgelöste vermehrte Produktion von Immunmolekülen ein Erklärungsansatz für Anzeichen wie Gedächtnisverlust.

Durchbruch in der Corona-Forschung?

Forschung entwickelt Covid-19-Medikament – mithilfe von Alpakas

Ein weiterer Ansatz zur Behandlung derartiger Symptome ist die Theorie von Neurowissenschaftler David Attwell. Er untersucht das Phänomen am University College in London. Dem Nature-Bericht zufolge geht er davon aus, dass Medikamente gegen Blutdruck, die verengte Blutgefäße auslösen sollen, gegen Covid-19 und Symptome neurologischer Art helfen könnten. Zwei klinische Studien laufen bereits dazu. (tu) *hna.de, fr.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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