In 43 Ländern nachgewiesen

WHO in Sorge wegen neuer Corona-Variante – Ist „Mu“ resistent gegen Impfstoffe?

Die neue Corona-Variante Mu macht Fachleuten Sorgen. Möglicherweise wirken die derzeitigen Impfstoffe nicht mehr gegen die Mutante.

Kassel – Wegen einer neuen Corona*-Variante ist die Weltgesundheitsbehörde in Sorge. Die WHO hat diese als „Variante von Interesse“ eingestuft. Offenbar hat sie eine stärkere Resistenz gegenüber Impfstoffen.

Corona-VarianteB.1.621 (Mu)
Zuerst dokumentiertKolumbien, Januar 2021
Einstufung durch die WHOVariant of Interest (Variante von Interesse)
Quelle: who.int

Es handelt sich um die Variante Mu, die zuerst im Januar in Kolumbien identifiziert worden ist, wie die WHO am Mittwoch vor einer Woche (01.09.2021) in ihrem wöchentlichen Corona-Bericht schrieb. Wie Marcela Mercado von der staatlichen Gesundheitsbehörde des südamerikanischen Landes sagte, sei Mu inzwischen der vorherrschende Virusstamm und für den Großteil der Covid-19-Todesfälle verantwortlich.

Wegen Mu gebe es die bisher tödlichste Welle der Corona-Pandemie in Kolumbien, sagte Mercado einem örtlichen Radiosender. Und nicht nur das: „Es ist inzwischen in mindestens 43 Ländern und hat sich als hochansteckend gezeigt.“

Die neue Corona-Variante Mu macht Fachleuten Sorgen. (Symbolbild)

Corona-Variante Mu möglicherweise resistent gegenüber Impfstoffen

Laut Angaben der WHO gibt es Anzeichen, dass die Antikörper bei Corona-Genesenen oder Geimpften möglicherweise gegen die Corona-Variante Mu noch weniger wirksam sind als gegen andere Virusvarianten. Dafür seien aber weitere Studien nötig.

Insgesamt gibt es damit fünf „Varianten von Interesse“, die mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Daneben gibt es vier „besorgniserregende Varianten“, darunter die auch in Europa inzwischen überwiegend verbreitete Corona-Variante Delta.

Die Mu-Variante sei in einigen Ländern Südamerikas und Europas nachgewiesen worden, schreibt die WHO. Aus 39 Ländern lägen genetische Untersuchungen des Virus vor. Weltweit betrage der Anteil der Corona-Variante nach derzeitigen Schätzungen nur 0,1 Prozent. In Kolumbien liege er aber bei 38 Prozent und in Ecuador bei 13 Prozent, und der Anteil wachse. Die WHO verweist aber auf die unterschiedliche Kapazität von Ländern, Viren genetisch zu untersuchen.

Variante Mu: Corona-Mutante auch im Fokus der EU

Auch in der Europäischen Union wird die neue Corona-Variante intensiv beobachtet. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) stuft Mu als „potenziell besorgniserregend“ ein. Die EMA konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die Mu-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri, am Donnerstag (09.09.2021). 

„Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die Mu-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen“, sagte Cavaleri. Die EMA werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe* gegen die Mu-Variante beraten.

Neue Corona-Variante: Karl Lauterbach warnt vor Mu

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach* warnte auf Twitter vor Mu. Die Corona-Variante sei „gegen BionTech oder Antikörper Genesener resistenter als ALLE anderen Varianten“, schrieb Lauterbach auf dem Kurznachrichtendienst und fügte hinzu: „Wenn eine Variante wie Mu auch zu hoher Ansteckung mutiert wäre das äusserst gefährlich. Bei Milliarden Ungeimpfter jederzeit möglich.“

Dass Viren mutieren, ist normal. Die meisten Mutationen sind ungefährlich und verändern die Eigenschaften von Erregern nicht. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionszahlen befürchten Experten im Falle von Sars-CoV-2 jedoch die Entstehung einer neuen Virus-Variante, die Auswirkungen auf die Effektivität der verfügbaren Corona-Impfstoffe haben könnte. (tvd/AFP) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © StockTrek Images/Imago

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