Gefahr durch neue Mutante

Corona-Variante Omikron „mild“? Harvard-Epidemiologe warnt: „Das ist Unsinn“

Die neue Corona-Mutante Omikron könnte deutlich gefährlicher sein, als einige Fachleute zunächst annahmen. (Symbolbild)
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Die neue Corona-Mutante Omikron könnte deutlich gefährlicher sein, als einige Fachleute zunächst annahmen. (Symbolbild)

Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante Omikron? Während einige Hoffnung auf einen milden Verlauf weckten, widerspricht ein Epidemiologe deutlich.

Washington D.C. – Mitten in der vierten Corona-Welle sorgt eine neue Schreckensnachricht für Angst. Die Variante Omikron verbreitet sich aktuell rasant, überall auf der Welt. Bisher ist noch recht wenig über die neue Mutante bekannt. Fakt ist, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Omikron als „besorgniserregend“ eingestuft. In Südafrika zuerst nachgewiesen, werden immer mehr Fälle in unterschiedlichen Ländern publik – auch in Deutschland.

Über den Verlauf der Omikron-Variante ist bisher nur wenig bekannt. Einige Fachleute wiesen jedoch darauf hin, dass sie einen eher „milden“ Verlauf nehmen könnte. Eine Omikron-Infektion zeigte eher milde Symptome und weniger schwere Krankheitsverläufe, meldete der südafrikanische Ärzteverband zunächst. Dem widerspricht ein ehemaliger Harvard-Epidemiologe nun vehement und betont: „Das ist Unsinn“.

Corona-Variante Omikron
Anfängliche BezeichnungB.1.1.529
Einstufung der WHOVariant of Concern
Erstmals nachgewiesen24.11.2021 in Südafrika
Quelle: WHO

Corona-Variante Omikron: Doch ein schwerer Krankheitsverlauf? Virologe wird deutlich

Eric Feigl-Ding ist Epidemiologe und Gesundheitsökonom und aktuell in Washington, DC tätig. Mehr als 16 Jahre lang war er an der Universität Harvard angestellt. Auf Twitter teilt er immer wieder den Stand der Wissenschaft zur Corona-Pandemie. Er setzt seinen Fokus auf die Südafrikanische Provinz Gauteng. Diese sei das Epizentrum der Mutante Omikron. Die Variante habe Delta bereits abgelöst. Die Infektionsfälle schießen in die Höhe, die Hospitalisierungsrate habe sich in den letzten zwei Wochen verdreifacht. 19 Prozent der Patienten benötigten Sauerstoff. Die Todesfälle nehmen zu, erklärt er in seinem Tweet.

Angesichts dieser Zahlen ist es dem Epidemiologen völlig unverständlich, warum einige den Verlauf einer Omikron-Infektion als „mild“ bezeichnen könnten: „Viele Falschinformationen kursieren derzeit, dass Omikron „mild“ verlaufe. Das ist Unsinn, der sich einzig und allein auf ein Zitat bezieht, das aus dem Zusammenhang gerissenen wurde. Fallen Sie darauf nicht rein.“ Der bisherige Wissensstand reiche für eine derzeitige Einschätzung bei weitem nicht aus, so Feigl-Ding in seinem Tweet.

Wie gefährlich ist Corona-Variante Omikron?

Dennoch lässt sich der Epidemiologe auf ein Gedankenexperiment ein und blickt in die Glaskugel. Was wäre, wenn der Krankheitsverlauf nach einer Omikron-Infektion tatsächlich tendenziell milder wäre? „Selbst wenn sie milder wäre als Delta, die erhöhte Übertragbarkeit und/oder die Immunflucht würde die Variante trotzdem gefährlicher machen als Delta. Denn exponentiell mehr Fälle bedeuten auch exponentiell mehr Hospitalisierungen und Todesfälle“, betont der Forscher.

Auch die WHO nennt in ihrem neuesten Omikron-Update die steigenden Corona-Fälle in Südafrika. Es sei noch nicht klar, wie der Krankheitsverlauf verliefe. Vorläufige Daten würden aber auf eine steigende Hospitalisierungsrate in Südafrika schließen lassen. Dies könne jedoch auch an den steigenden Infektionsfällen insgesamt liegen. Aktuell wird die neue Mutante in mehreren Studien untersucht. (Sophia Lother)

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