Corona-Warnung

Miese Abzocke mit Corona: Bundesamt warnt vor Betrugsmasche mit „Wundermitteln“ gegen Corona

Das Bundesamt warnt die Verbraucher vor perfiden Corona-Betrügern. Sie wollen mit unwirksamen „Wundermitteln“ Profit aus der Krise schlagen.

  • Bundesamt für Verbraucherschutz warnt vor Corona-Betrügern.
  • Nahrungsergänzungsmittel werden als vermeintliche „Wundermittel“ im Internet verkauft.
  • Zum Teil enthalten sie gefährliche Inhaltsstoffe.

Die Zahl der schweren Verläufe einer Corona-Infektion und Todesfälle wegen des Corona-Virus in Deutschland steige von Woche zu Woche, informierte am Donnerstag (03.12.2020) das Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Pressekonferenz. Zwar steht der Impfstoff in Deutschland kurz vor der Zulassung, ein Heilmittel ist jedoch nicht in Sicht. Das bereitet vielen Menschen Sorge.

Aus dieser Angst versuchen Corona-Betrüger nun mit perfiden Methoden Profit schlagen. In einer offiziellen Pressemitteiltung warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun eindringlich vor falschen Versprechungen durch vermeintliche „Wundermittel“ gegen Corona, denn die angebotenen Präparate seien Nahrungsergänzungsmittel und keine Arznei: „Nahrungsergänzungsmittel können eine Covid-19-Erkrankung weder verhindern noch heilen“, heißt es in der Meldung.

Corona-Betrüger würden im Internet illegal mit selbst deklarierten „Wundermitteln“ werben. In ihren Werbeslogans versprechen sie unter anderem Linderung, Heilung und sogar Verhütung von Corona. Das sei verboten, denn Nahrungsergänzungsmittel seien keine Arzneimittel, schreibt das BVL weiter.

Warnung: Corona-Betrüger verkaufen unwirksame „Wundermittel“

Friedel Cramer, BVL-Chef findet diese illegalen Versprechen und das Spielen mit der Angst der Bevölkerung „unerhört“. Aktuell gibt es kein wirksames Arzneimittel für eine Erkrankung am Corona-Virus. Keines der Produkte kann Covid-19 lindern oder sogar heilen. Ein wirksames Arzneimittel gegen die vom Corona-Virus verursachte Krankheit gibt es zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten ist das einzig Hilfreiche.

Im Zuge der Kontrollaktion seien bislang 60 auffällige Webseiten identifiziert worden, EU-weit sind es sogar 592. Weiter heißt es in der Pressemeldung des BVL: „Die deutschsprachigen Online-Angebote wurden zur Überprüfung an die zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern beziehungsweise in den EU-Mitgliedstaaten weitergeleitet. Durch die dortigen Behörden wurden Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt und die Angebote geändert beziehungsweise gelöscht.“ Bereits zu Beginn der Pandemie seien laut BVL Onlinemärkte und soziale Medien dazu aufgerufen worden, illegale Angebote von Corona-Betrüger mit unwirksamen „Wundermitteln“ zu entfernen.

Auch wenn es manche Produkte versprechen: Durch die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel ist man nicht besser vor Corona geschützt. (Symbolbild)

Warnung: Nahrungsergänzungsmittel illegal als „Wundermittel“ gegen Corona im Umlauf

Doch damit nicht genug - es ist sogar gesetzlich verboten, dass Nahrungsergänzungsmittel arzneiliche Wirkung enthalten dürfen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Mittel zur Ergänzung der Nahrung häufig weder auf Wirksamkeit, noch auf Sicherheit getestet werden. Da Nahrungsergänzungsmittel in die Kategorie Lebensmittel fallen, unterliegen sie keiner Zulassungspflicht. Anders als Arzneimittel. Deshalb werden nur stichprobenartige Kontrollen vorgenommen.

Mittel zur Nahrungsergänzung gelten generell nur dann als sinnvoll, wenn ein Nährstoffmangel vorliegt, oder zusätzlicher Nährstoffbedarf herrscht. Also beispielsweise die zusätzlich Einnahme von Folsäure und Jod auf ärztliches Anraten während einer Schwangerschaft.

Corona: Nahrungsergänzungsmittel als vermeintliche „Wundermittel“ im Umlauf

Im besten Fall können Nahrungsergänzungsmittel also tatsächlich hilfreich sein. Doch gerade während der Corona-Zeit sind laut einem Medienbericht von tagesschau.de Produkte im Umlauf, die sogar potenziell gefährlich sind. Der Bericht nimmt Bezug auf einen Beitrag von Report Mainz. Demnach seien vermeintliche Nahrungsergänzungsmittel im Umlauf, die Chlordioxid enthielten. Ein Mittel, was unter anderem zum Desinfizieren von Wasser oder zum Bleichen verwendet wird. Dem Bericht zu Folge haben Experten den Stoff als gefährlich eingestuft, wenn er verzehrt wird.

Das Bundesamt warnt auf seiner Website eindringlich, dass Verbraucher „besonders aufmerksam“ sein sollten, um nicht „Opfer von schwarzen Schafen“ beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln zu werden. Beim Online-Kauf sollte folgendes beachtet werden:

  • Vorsicht vor unrealistischen Versprechungen.
  • Nahrungsergänzungsmittel sollten niemals bei Privatpersonen gekauft werden.
  • Vorsicht vor Angeboten aus dem Ausland.
  • Vorsicht vor vermeintlich gefälschten Erfahrungsberichten auf sozialen Medien.
  • Vorsicht vor unbekannten Zutaten: vor dem Verzehr dringend informieren.

Kurz vor der Zulassung des Corona-Impfstoffs wurden nun die ersten Nebenwirkungen* bekannt. In Hessen gibt es viele Corona-Neuinfektionen und dutzende Todesopfer. (Theresa Lippe) *fnp.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/picture alliance

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