Uniklinik Bonn erteilt Besuchsverbote

Coronavirus in NRW: Schwangere werden abgeschottet - Väter dürfen nicht bei Geburt dabei sein

Aus Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus schränken erste Kliniken in Deutschland die Regelungen um Geburten stark ein. Väter dürfen teils nicht mehr bei Entbindung anwesend sein.

  • Das Coronavirus* beschäftigt die Bundesrepublik.
  • Um die Krankheit einzudämmen, wird das gesellschaftliche Leben immer weiter eingeschränkt.
  • Nun dürfen werdende Väter nicht mehr bei Geburten dabei sein.

Bonn - „Das Coronavirus verändert zurzeit das Leben in unserem Land dramatisch. Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander - all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor.“ Mit diesen Worten begann Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch ihren TV-Appell an die Bevölkerung.

Coronavirus in NRW: Schwangere werden abgeschottet - Väter dürfen nicht bei Geburt dabei sein

Spätestens nach diesen eindringlichen Worten der CDU-Politikerin dürfte jedem im Land klar sein, dass sich Deutschland in einer Ausnahmesituation befindet, die es nur „gemeinsam zu bewältigen“ gilt, um es mit den Worten der Kanzlerin zu sagen. Die Corona-Krise erfordert dabei auch immer mehr Opfer, die die Bevölkerung bringen muss, umdas Virus einzudämmen - dies betrifft nun auch werdende Väter.

Lesen Sie auch zum Thema: Wegen des Coronavirus soll bei Geburten aktuell Mundschutz getragen werden. Eine junge Mutter aus Bayern erlitt dabei nun ein schweres Trauma.

Anfang der Woche gab die Uniklinik Bonn als erstes deutsches Krankenhaus bekannt, auch die Modalitäten rund um eine Geburt stark zu restriktieren. Ab sofort ist es Vätern untersagt, bei der Entbindung vor Ort mit dabei zu sein. Diese Entscheidung stößt bei werdenden Eltern nicht nur auf Verständnis.

Coronavirus: Werdende Mütter werden abgeriegelt: „Unvorstellbar“

Gegenüber RTL bezeichnet ein Paar das Verbot als „eigentlich unvorstellbar, dass man da nicht zusammen hereingehen darf.“ Die werdende Mutter meint: „Ich bin total aufgeregt und unsicher, ich brauche da irgendwie Unterstützung.“ Diese Unterstützung wird es bei sämtlichen Geburten ab dem 17. März nun nicht mehr geben.

Die Uniklinik begründet die Entscheidung mit der Gesundheit der Menschen und schreibt in einem Statement: „Wir sind uns bewusst, dass dieser Schritt für werdende Mütter und Väter eine große Enttäuschung bedeutet.“ 

Coronavirus-Krise: Uniklinik Bonn reagiert auf Ausnahmelage in NRW

In der aktuellen, insbesondere in Nordrhein-Westfalen prekären Lage müsse allerdings „die Gesundheit der Mütter, Kinder, Patientinnen und Mitarbeiterinnen die absolut oberste Priorität haben.“ Auch nach der Geburt werden Mutter und Kind abgeschottet, Besuch ist nicht gestattet. Generell werden Krankenhäuser europaweit aktuell auf eine harte Probe gestellt.

Coronavirus in NRW: Um Covid-19 einzudämmen - auch Köln hat neue Regeln

In Nordrhein-Westfalens größter Stadt Köln gelten ähnliche Klinik-Verbote, wenngleich es den Vätern dort zumindest gestattet ist, bei der Geburt anwesend zu sein. 

Demnach sei in der Uniklinik Köln „rund um die Geburt eine Begleitperson erlaubt.“ Anschließend gelte aber dann das Besuchsverbot

Auch Eltern müssen in Zeiten von Corona also zurückstecken, denn „es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an“, wie Angela Merkel betont.

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as

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Karmann

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