„Keine Erstimpfungen mehr“

Erstes Bundesland zieht die Impfstoff-Notbremse - selbst neuer Plan droht zu scheitern

Wegen der geringen Mengen an verfügbaren Vakzinen impft Deutschland weiterhin langsam vor sich hin. In Brandenburg muss nun sogar zur Notbremse gegriffen werden. Und selbst die kommt wohl zu spät.

München - Um die dritte Welle der Corona-Infektionen* zu brechen, braucht es an allen Ecken und Enden vor allem eines: Tempo, Tempo, Tempo. Bei den wirklich wirksamen Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen. Bei der Nachverfolgung der Infektionsketten. Bei der Herstellung von Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2* und seine besonders gefährlichen Mutationen*. Und nicht zuletzt bei den Impfungen.

Doch ausgerechnet bei der Verabreichung der Vakzine zieht das erste Bundesland nun die Notbremse! Brandenburg wird bis auf weiteres keine Erstimpfungen mehr anbieten. In nächster Zeit - mutmaßlich für mehrere Wochen - werden in dem Land keine Vakzine mehr von Biontech und Moderna an zuvor Ungeimpfte verabreicht.

Corona-Notbremse in Brandenburg: Fokus auf „Kompensation der Zweitimpfungen zu Astrazeneca“

„Wir werden keine Erstimpfungstermine mehr herausgeben, um wenigstens - soweit es irgend geht - mit den vorhandenen Biontech- und Moderna-Dosen die Kompensation der Zweitimpfungen zu Astrazeneca* durchhalten zu können“, erklärte Innenminister Michael Stübgen nach einer gemeinsamen Sitzung der Brandenburger Landtagsausschüsse für Gesundheit und Inneres.

Schon bei diesem Plan vermutet der CDU-Politiker Schwierigkeiten in der Umsetzung: „Das wird so eng werden, dass wir nach Stand jetzt nicht unbedingt in der Lage sind, das zu erreichen.“ 62.000 Impfdosen von Biontech* und Moderna* würden in den nächsten vier Wochen benötigt, um die notwendigen Zweitimpfungen garantieren zu können.

Immer den Pfeilen folgen: In Brandenburg werden vorerst nur noch bereits geimpfte Menschen den Weg in die Impfzentren finden.

Corona-Notbremse in Brandenburg: Forderungen nach mehr Impfstoff vom Bund

Stübgen redet nicht um den heißen Brei herum: „Diesen Impfstoff haben wir derzeit leider nicht.“ Deshalb sei eine Erhöhung der durch den Bund* zugesagten Menge „absolut zwingend“. Der Engpass komme auch zustande, weil 6700 eingeplante Dosen von Johnson & Johnson* zunächst nicht nach Brandenburg geliefert würden.

Zuletzt hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern* darauf geeinigt, dass Menschen unter 60 Jahren nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca beim zweiten Pieks ein anderes Vakzin verabreicht bekommen sollen. Hintergrund sind die offenbar vor allem in dieser Altersgruppe auftretenden Nebenwirkungen wie Hirnvenen-Thrombosen, die lebensbedrohlich sein können.

In Brandenburg sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts* bislang mehr als 144.000 Menschen vollständig immunisiert, die Erstimpfung haben knapp 430.000 erhalten. Bei den verabreichten Dosen pro 1000 Einwohner liegt das Land mit 228 im Mittelfeld. (mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Bernd Settnik/dpa

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