Horrende Preise

Protestaktion während Corona-Krise: Absurder Preis für eine Packung Erdnüsse - der Hintergrund ist ernst

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Ein Ostsee-Restaurant geht neue Wege: 26 Euro für eine Packung Erdnüsse?

26 Euro für eine Packung Erdnüsse? Was unverständlich erscheint, hat während der Corona-Krise einen durchaus nachvollziehbaren Grund.

  • Ein Restaurant am Timmendorfer Strand verlangt scheinbar horrende Preise für Kleinigkeiten zum Essen. Darunter: Erdnüsse, Chips, eine einzelne Zitronenscheibe.
  • Begründet wird die Aktion als Protest gegen Coronavirus*-Maßnahmen.
  • Konkret steckt die Senkung der Mehrwertsteuer hinter den Preisen des Restaurants.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

Hamburg - Bei dem Blick auf die Speisekarten staunten die Gäste eines bekannten Cafés am Timmendorfer Strand wohl nicht schlecht. Dieses verlangt nämlich scheinbar horrende Preise für Chips, Butterkekse, Erdnüsse oder eine einzelne Zitrone. Was jedoch unverständlich erscheint, hat einen Hintergrund, der besonders auch mit dem Coronavirus Sars-CoV-2* in Zusammenhang steht. Denn in ganz Deutschland hat besonders auch die Gastronomie* unter den Auswirkungen der Corona*-Krise zu leiden. 

Coronavirus: Horrende Preise in einem Hamburger Restaurant

Im Café „Wolkenlos“ auf einer Seebrücke am Timmendorfer Strand zahlen Gäste aktuell für eine Tüte Chips stolze 8,50 Euro. Abzocke? - Keineswegs. 

Denn um der Forderung nach einer niedrigeren Mehrwertsteuer auf für Getränke Nachdruck zu verleihen, hat das Restaurant nun neue Wege eingeschlagen. So bekommen Gäste zu der Tüte Chips im Wert von 8,50 Euro dann „umsonst“ einen Aperol Spritz dazu, oder sie zahlen 26,50 Euro für eine Packung Erdnüsse und erhalten eine Flasche Wein extra. Nachmittags gibt es eine Scheibe Zitrone für 3,50 Euro mit einer kleinen Cola. 

Begründet wird die ungewöhnliche Preisgestaltung mit den unterstützenden Maßnahmen der Regierung in der Corona*-Krise. Diese hatte beschlossen, die Mehrwertsteuer für Speisen für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent zu senken, um den Restaurants zu helfen. Dies gilt allerdings nicht für Getränke.

Coronavirus: Senkung der Mehrwertsteuer „muss auch für Getränke gelten“

Die Senkung der Mehrwertsteuer sei der richtige Schritt gewesen, sagte der Geschäftsführer des Café „Wolkenlos“, Christian Kermel. Er sagt jedoch gegenüber dem „NDR“ auch: "Viele Bars verkaufen gar keine Speisen. Die Senkung muss auch für Getränke gelten, um mehr zu helfen."

Offiziell tritt die Mehrwertsteuersenkung erst am 1. Juli in Kraft und gilt dann über einen Zeitraum von einem Jahr. Schon jetzt habe das „Wolkenlos“ mit seiner Aktion begonnen, um schon einmal auf die Lage aufmerksam zu machen, so der Geschäftsführer. 

Hotel- und Gaststättenverband fordert sieben Prozenz Mehrwertsteuer und Speisen und Getränke“

Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Schleswig-Holstein, Stefan Scholtis, sagte der Deutschen Presseagentur, es gehe dabei um eine jahrelange Forderung des Verbands. „Das ist sicher mal eine originelle Aktion, um Aufmerksamkeit für diese Forderung zu erreichen.“ Die Dehoga verlange 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke - und das nicht nur für ein Jahr. 

Und die Kunden im Café „Wolkenlos“? - Sie würden zwar anfangs über die Preise staunen, die Aktion aber im Großen und Ganzen gut finden. "Normalerweise bekommen die Gäste einen Keks zum Kaffee, nun gibt es eben den Kaffee zum Keks", sagte der Gastronom dem „NDR“. 

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*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digitial-Redaktionsnetzwerks

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