„Keinen entscheidenden Einfluss“

Hoffnungsträger im Kampf gegen Covid-19: WHO stellt Corona-Medikament schlechtes Zeugnis aus

Sogar Donald Trump nahm das Mittel nach seiner Coronavirus-Infektion ein - nun haben Forscher es nochmals eingehend geprüft.

  • In der Corona-Pandemie* galt Remdesivir lange als vielversprechende Therapie.
  • Auch US-Präsident Donald Trump nahm es nach seiner Covid-19-Erkrankung ein.
  • Neue Studien zu dem Medikament liefern nun allerdings ein ernüchterndes Bild.

Genf - Der Arznei-Cocktail, mit dem Donald Trump nach seiner Sars-CoV-2-Infektion* behandelt wurde, enthielt auch Remdesivir - doch das Medikament hat „keinen entscheidenden Einfluss“ auf die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Covid-19*. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun mit und riet davon ab, den antiviralen Wirkstoff bei schwer erkrankten Coronavirus-Patienten einzusetzen.

Die Experten stützen ihre Empfehlung auf vier internationale Studien., für die Forscher Daten von mehr als 7000 Krankenhauspatienten, die an dem neuartigen Coronavirus erkrankt waren, auswerteten.

Zwei Remdesivir-Ampullen in einem Hamburger Klinikum: Für Corona-Patienten sieht die WHO in dem Medikament keinen großen Nutzen.

In der medizinischen Fachzeitschrift British Medical Journal (BMJ) räumten die Forscher aber ein, ihre neue Empfehlung bedeute nicht, dass Remdesivir absolut keinen Vorteil für Patienten bringe. Die Leitlinie ist demnach das Ergebnis einer Abwägung zwischen den neuesten Zahlen, Behandlungskosten und Verabreichungsmethoden.

Umstrittene Covid-19-Behandlung mit Remdesivir: USA und andere Staaten haben das Medikament auf dem Markt

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte im Oktober Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Patienten offiziell zugelassen. Auch die EU und andere Staaten hatten bedingte Marktzulassungen erteilt.

Bereits Mitte Oktober kam eine von der WHO veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Remdesivir keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Sterblichkeit oder die Länge des Krankenhausaufenthalts von Corona*-Patienten hat. Allerdings waren die Daten damals noch nicht von Fachkollegen begutachtet oder in einem Fachmagazin veröffentlicht worden. (AFP/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey / POOL / AFP

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