Als drittes Bundesland

Corona-Neuregelung: Nächstes Land schafft Lohnfortzahlung für Ungeimpfte ab - Lauterbach warnt

Intensivmediziner der Station 43 bei der Arbeitin der Charité. Die ARD zeigt zeigen mit der Doku-Reihe "Charité intensiv: Station 43" die aktuelle Situation auf deutschen Intensivstationen.
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Intensivmediziner der Station 43 bei der Arbeitin der Charité. Die ARD zeigt zeigen mit der Doku-Reihe «Charité intensiv: Station 43» die aktuelle Situation auf deutschen Intensivstationen.

Ungeimpfte bekommen in NRW künftig keinen Lohn mehr, wenn sie in Quarantäne müssen. Dies beschloss das Bundesland am Freitag. Es gibt aber auch Ausnahmen.

München - Keine Lohnfortzahlung mehr für Ungeimpfte in Quarantäne in NRW: Als drittes deutsches* Bundesland will Nordrhein-Westfalen diese abschaffen. Zum 11. Oktober laufe die Regelung aus, so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU*) am Freitag. Eine Ausnahme gebe es weiterhin für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, weil es ihnen aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist.

SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte die Länder vor diesem Schritt: „Normalerweise bin ich immer für schärfere Maßnahmen, wenn es um Schutz vor Corona* geht. In diesem Fall aber könnte der Schuss nach hinten losgehen“, erklärte der Gesundheitsexperte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Coronavirus: Karl Lauterbach kritisiert die Idee des Lohnfortzahlungs-Stopps für Ungeimpfte

Lauterbach weiter: „Die Idee, dass Ungeimpfte erst für ihren Corona-Schnelltest selbst zahlen, dann einen PCR-Test machen und danach in unbezahlte Quarantäne gehen, ist zu schön, um wahr zu sein.“ Lauterbach wies auf die USA* als schlechtes Beispiel hin - dort gibt es für niemanden bezahlte Quarantäne. „Die erkrankten Menschen versuchen so durchzukommen. Das birgt zwei Risiken: Sie können andere anstecken und es drohen auch gesundheitliche Gefahren, wenn eine Corona-Erkrankung verschleppt wird.“

Kritik an den Plänen einiger Bundesländer kam auch von den Gewerkschaften. "Ich bezweifle, dass die ständige Erhöhung des Drucks auf Ungeimpfte deren Impfbereitschaft erhöht", sagte der NRW-Chef der IG Metall, Knut Giesler, der "Rheinischen Post". Das führe vor allem zu Konflikten in den Betrieben.

Es gibt aber auch viele Stimmen für den Schritt: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe), wer sich nicht impfen lasse, obwohl keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprächen, habe aus seiner Sicht keinen Anspruch auf eine Erstattung des Verdienstausfalls. Dann könne es "nicht sein, dass die Gemeinschaft dafür zahlen muss".

Lohnfortzahlungs-Stopp: Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind den Schritt schon gegangen

In Baden-Württemberg ist das Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte vom 15. September an den Angaben zufolge schon beschlossen, Rheinland-Pfalz ziehe zum 1. Oktober nach. Auch in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gebe es Überlegungen in diese Richtung.

Auch Niedersachsen steht vor dem Schritt: Gesundheitsministerin Daniela Berens (SPD) sagte der "SZ", ihr Ressort werde eine Einstellung der Zahlungen ab Mitte Oktober prüfen, schließlich habe bis dahin "wirklich jede und jeder ein Impfangebot erhalten".

In Berlin hat die Landesregierung dem Bericht zufolge aber offenbar keine Absichten, die Zahlungen für Ungeimpfte zu streichen. Auch in Hamburg hieß es, es gebe derzeit keine Pläne in diese Richtung. (cg mit dpa) -*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung für Schwangere und Stillende ausgesprochen: Sie empfiehlt auch für sie eine Corona-Impfung.

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