News-Ticker

Corona in Österreich: Zahlen erreichen neuen Rekordwert - Kurz trifft Söder - folgen weitere Maßnahmen?

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz auf einer Pressekonferenz.
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Coronavirus in Österreich: Kanzler Sebastian Kurz.

Österreich meldet in der Corona-Krise Rekordwerte. Die Zahl der Neuinfektionen sind zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch Bayern ist alarmiert.

  • Österreich steht in Deutschland auf der Liste der Corona-Risikogebiete des Robert-Koch-Institut (RKI). Seit September gelten Teile Österreichs als Covid-19-Hotspots.
  • Die Corona* Neuinfektionen sind in der Alpenrepublik sprunghaft gestiegen.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Infos und Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Österreich lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Update vom 8. Oktober, 15.37 Uhr: In Österreich liegt die Zahl der aktiven Corona-Fälle bei 12.267. Das geht aus dem Covid-19-AGES-Dashboard hervor (Stand: 8. Oktober, 14 Uhr). Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) berichtet nun über die Infektionszahlen in Österreich und veröffentlicht die Statistik täglich um 14 Uhr (siehe Update vom 8. Oktober, 11.45 Uhr).

Wien verzeichnet die meisten neuen Corona-Fälle. Die Stadt Wien steigt aus dem staatlichen Coronavirus-Krisenstab des Innenministeriums aus, berichtet oe24.at. Dabei wurden 613 von den 1029 Neuinfektionen am Donnerstagvormittag aus der Österreichischen Hauptstadt gemeldet. Schon am Donnerstagmorgen habe Wien nicht an der Sitzung des Krisenstabs teilgenommen. Auch in Zukunft wolle Wien fernbleiben. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) habe terminliche Gründe angegeben und auf die AGES-Umstellung verwiesen.

Corona-Neuinfektionen: Österreich meldet neuen Corona-Rekord

Update vom 8. Oktober, 11.45 Uhr: Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Österreich 1.209 Corona-Neuinfektionen verzeichnet und acht Todesfälle, teilte das Gesundheits- und das Innenministerium mit. Demnach gibt es derzeit 9.930 aktive Corona-Fälle in Österreich, berichtet ORF.at.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) nennt dagegen 12.060 Corona-Fälle (Stand: 8. Oktober, 10.58 Uhr) auf seinem Dashboard. Das neue AGES-Dashboard soll das des Gesundheitsministeriums ersetzen. Die neuen Fälle werden dort mit dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann, angegeben. Das mache die Kurve des Epidemie-Verlaufs genauer. Die Daten werden nach AGES-Angaben werden täglich einmal aktualisiert und beziehen sich auf Meldungen der Landessanitätsdirektionen. Für den Mittwoch (7. Oktober) weist das AGES-Dashboard 1185 Corona-Fälle aus. Für den 8. Oktober 175 Corona-Infektionen (Stand: 8. Oktober, 10.58). Im Krankenhaus müssen derzeit 506 Covid-19-Patienten behandelt werden, 107 davon auf der Intensivstation.

Ob die aktuelle Entwicklung in Österreich Folgen für Bayern hat, wird sich zeigen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am Freitagnachmittag im Zollamt Bad Reichenhall mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit. Im Mittelpunkt stehen die Corona-Infektionszahlen, die in Österreich, aber auch in Bayern in den vergangenen Tagen gestiegen sind. Söder sprach sich schon im Vorfeld gegen eine neue Grenzschließung aus, berichtet ORF.at. Bayerns Ministerpräsident verweist auf die zahlreichen Pendler.

Österreichs Kanzler Kurz machen die deutschen Reisewarnungen für Teile Österreichs und die negativen Folgen für den Tourismus zu schaffen. Österreich fürchtet eine Ausweitung der Reisewarnung vor dem Beginn der Wintersaison. Von den vier an Bayern angrenzenden österreichischen Bundesländern sind nur Salzburg und Oberösterreich nicht mit einer Reisewarnung belegt. Doch Salzburg, mit einem Wert von 53,1, sowie Oberösterreich mit 56,8 liegen schon über dem kritischen Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Coronavirus in Österreich: Die aktuellen Fallzahlen

  • In Österreich sind bisher 52.141 Corona-Fälle nachweislich bestätigt.
  • 838 Menschen starben in Verbindung mit Coronavirus Sars-CoV-2.
  • In Österreich liegt nach AGES die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 73,6.

In Deutschland gelten folgende Bundesländer in Österreich derzeit als Corona-Risikogebiete:

  • Bundesland Wien (seit 16. September)
  • Bundesland Vorarlberg (seit 23. September) mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg
  • Kleinwalsertal (seit 2. Oktober)
  • Bundesland Tirol (seit 25. September) mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz (seit 2. Oktober)
Epidemiologische Kurve in Österreich auf dem AGES-Dashboard.

Update vom 7. Oktober, 17.02 Uhr: Die Corona-Infektionszahlen in Österreich sind abermals gestiegen (siehe vorheriges Update). Dementsprechend ist die Schwelle von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen österreichweit sowie in den meisten Bundesländern auch überschritten - was weitreichende Folgen nach sich zieht. Denn in Deutschland gilt dieser Wert als entscheidend für Reisewarnungen.

Auf der Website des Auswärtigen Amtes heißt es aktuell: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Bundesländer Wien, Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg) wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.“

Die ausgesprochenen Reisewarnungen sind zwar nicht mit einem Reiseverbot gleichzusetzen, machen dem Tourismus vor Ort jedoch sehr zu schaffen. Die Wirtschaft leidet und sorgt sich vor ausbleibenden Urlaubern. Besonders in den stark von ausländischen Wintertouristen abhängigen Regionen beobachte man die Lage kritisch. In den Bundesländern Tirol und Vorarlberg etwa machten Deutsche zuletzt mehr als die Hälfte der Wintergäste aus.

Die Politik sucht daher nach Lösungen, wie Gastronomen, Hotelies und Co. vor dem finanziellen Ruin bewahrt werden können. Die österreichische Regierung verhandelt dabei auch mit den deutschen Behörden über die geltenden Reisewarnungen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sagte am Mittwoch, Ziel seien vergleichbare Vorgaben in ganz Europa.

Corona in Österreich: Inzidenz kritisch - Politik sieht „guten Teil einer negativen Nachricht“

Update vom 7. Oktober, 15.54 Uhr: Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober wartet momentan mit pessimistischen Tönen auf: „Es ist zu befürchten, dass die Infektionszahlen in weiten Teilen Europas stark ansteigen“, erklärte der Grünen-Politiker jüngst. Beim Blick auf die aktuellen Fallzahlen bekommt der 59-Jährige nun Recht - auch und insbesondere auf Österreich bezogen.

Am Mittwoch meldete die Alpenrepublik 1.029 neue Covid-19-Fälle. Mehr als 40 Prozent davon (427) kommen aus Wien. Die Hauptstadt bleibt damit weiterhin der Corona-Brennpunkt des Landes. In Niederösterreich (173), Oberösterreich (141) und Tirol (123) wurden derweil ebenso hohe Zuwächse registriert.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (r.) veranschaulicht den erwarteten Corona-Anstieg mit Grafiken - der Grünen-Politiker behielt Recht.

Alles in allem ist sei Anzahl der aktiven Fälle um 13 Prozent, die Zahl der Intensivpatienten um 11 Prozent und die Zahl der Hospitalisierungen um 6 Prozent gestiegen, wie eine Analyse von oe24.at zeigt.

In Österreich spitzte sich die Corona-Lage zuletzt deutlich zu. Seit September befindet sich die 14-Tages-Inzidenz der WHO im 9-Millionen-Einwohner-Land über 100. Aktuell liegt sie bei besorgniserregenden 113 (zum Vergleich: Deutschland kommt auf 36). Nichtsdestotrotz gibt es nun positive Nachrichten. Unter den aktuellen Neuinfektionen befinden sich überwiegend Menschen der Kategorie „Kontaktperson 1“, also Personen aus dem ummittelbaren Umfeld eines Covid-19-Kranken.

Das bedeutet, dass Infektionsketten leichter nachvollzogen und somit auch frühzeitiger gestoppt werden können. Gleichzeitig scheinen Superspreader-Events wie Hochzeiten oder Fußballspiele derzeit eine untergeordnete Rolle zu spielen. Angesichts der dennoch deutlich erhöhten Corona-Zahlen sei dies aber nur „der gute Teil einer negativen Nachricht“, wie Anschober erklärte.

Coronavirus in Österreich: Salzburger Osterfestspiele passen Programm an - Sicherheitskonzept vorgelegt

Update vom 7. Oktober, 13.45 Uhr: Die Salzburger Osterfestspiele passen ihr Programm für kommendes Frühjahr bereits jetzt an die Corona-Situation an. Die Oper „Turandot“ mit Anna Netrebko und der Sächsischen Staatskapelle Dresden werde in Form eines Konzerts gegeben, teilten die Festspiele mit. „Wir haben uns entschieden, nicht ganz auf dieses großartige Werk verzichten zu wollen, aber der derzeitigen unsicheren Lage Rechnung zu tragen“, erklärte der künstlerische Leiter Christian Thielemann, der das Puccini-Werk auch dirigieren wird.

Die Platzvergabe der Osterfestspiele, die vom 27. März bis zum 5. April stattfinden, soll sich an dem Sicherheitskonzept der Salzburger Festspiele im August orientieren. Pro Vorstellung sollen knapp 1400 Karten aufgelegt werden, wodurch die Sicherheit der Gäste garantiert werden könne.

Ein geplantes Kammerkonzert im Museum der Moderne und ein Kinderkonzert werden auf 2022 verschoben. Der Rest des Programms, darunter Konzerte der Violinistin Hilary Hahn, der Pianisten Denis Matsuev und Sir András Schiff sowie des Dirigenten Philippe Herreweghe mit seinem Collegium Vocale Gent, bleibt unverändert.

Corona-Pandemie in Österreich: Am Neusiedler See werden die Covid-19-Maßnahmen verschärft

Update vom 6. Oktober, 22.45 Uhr: Es ist eines der beliebtesten Erholungsgebiete in Österreich: der Neusiedler See, rund 60 Kilometer südöstlich von Wien.

Vor allem die Hauptstädter zieht es hierher. Doch: Der Bezirk Neusiedl am See wurde laut Nachrichtenportal oe24.at von der Corona-Ampel-Kommission jetzt auf die Warnstufe Orange (hohes Risiko) gesetzt. Heißt: Verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des heimtückischen Coronavirus greifen.

Konkret: Veranstaltungen mit mehr als 250 Personen in geschlossenen Räumen und mit mehr als 500 Personen Outdoor werden ab Mittwoch untersagt. In Unternehmenskantinen dürfen nur noch Mitarbeiter der betreffenden Firma essen, und bei Sportveranstaltungen muss nach Spielende der Ausschank schließen.

Beliebtes Erholungsgebiet in Österreich: der Neusiedler See.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Rudolf Anschober mahnt erneut

Update vom 6. Oktober, 21 Uhr: Österreichs Gesundheitsminister Rudolf „Rudi“ Anschober (Die Grünen) hat in der Coronavirus-Pandemie einmal mehr den Mahner gegeben. Konkret: Er hat die jüngsten Corona-Zahlen in der Alpenrepublik als „viel zu hoch“ bezeichnet.

„923 Neuinfektionen bei 18.237 Tests sind für die aktuelle Zeit ein viel zu hoher Wert, der dringend abgesenkt werden muss. Dem stehen 732 Neugenesene gegenüber“, ließ der Ressortleiter laut Kronen Zeitung am Dienstagnachmittag aus dem Gesundheitsministerium in Wien verlauten.

Die Hauptstadt ist demnach weiterhin der Covid-19-Hotspot Österreichs, Kontaktpersonenmanagement dauere in der Millionenmetropole „teilweise nach wie vor zu lange“.

„Wir müssen diese viel zu hohen Zahlen deutlich absenken. Dies kann uns durch starke regionale Maßnahmen in Bezirken mit erhöhtem Risiko und durch eine Stimmung wie im Frühling in der Bevölkerung gelingen“, sagte der 59-jährige Grünen-Politiker weiter. Die hohen Zahlen kämen laut Anschober vor allem daher, dass direkte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten getestet worden seien.

Corona-Pandemie in Österreich: Studenten der Universität Wien gehen in Kirche zum Studieren

Update vom 6. Oktober 2020, 17.10 Uhr: Die Universität Wien hat angesichts der Corona-Krise ein besonderes Ausweichquartier für ihre Studentinnen und Studenten eingerichtet. In der Votivkirche in der Innenstadt können die jungen Frauen und Männer zumindest bis Ende Oktober möglichem Gedränge in den Hörsälen entfliehen und ihre Laptops aufklappen. „Das WLAN ist gut, nur die Steckdosen fehlen“, sagte ein Student der Politikwissenschaft und Psychologie.

Für die Mitbenutzung des 1879 fertiggestellten neogotischen Sakralbaus, dessen Errichtung an ein gescheitertes Attentat auf
Kaiser Franz Joseph I. erinnert, zahlt die Uni einen kleinen Betrag. Vor der Kirche wurde ein WC-Anhänger aufgestellt. Außerdem kontrolliert Sicherheitspersonal, ob Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Die Universität Wien ist mit fast 90.000 Studierenden, darunter viele aus Deutschland, eine der größten Hochschulen Europas.

Update vom 6. Oktober 2020, 7.26 Uhr: Ein enger Mitarbeiter von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat Corona - in der Nacht auf Dienstag bekam der Regierungschef dann sein Testergebnis - negativ. Kurz sowie sein
Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hatten am Montag vorsichtshalber alle Termine abgesagt. Auch seine Kabinettskollegen sind negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Der Mitarbeiter war auch bei einer Kabinettssitzung am vergangenen Mittwoch anwesend. Er hatte auch mit Journalisten Kontakt. Wie oe24.at berichtet dürfte der Mitarbeiter erst ab Freitag ansteckend gewesen sein. Wo sich der Mann angesteckt hat, ist demnach zunächst unklar.

Corona in Österreich: Virus-Alarm im Kanzleramt

Update vom 5. Oktober 2020, 20.45 Uhr: Während der österreichische Kanzler Sebastian Kurz noch auf sein Testergebnis wartet, liegt das Testergebnis von Finanzminister Gernot Blümel vor. Wie oe24.de berichtet, wurde Blümel negativ auf das Coronavirus getestet. Indes hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober alle bevorstehenden Termine abgesagt. Wie eine Sprecherin gegenüber der österreichischen Zeitung bestätigte, handele es sich dabei um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“.

Für den Fall der Fälle, dass Sebastian Kurz positiv auf das Coronavirus getestet werden sollte, gibt es scheinbar schon einen Plan über das weitere Vorgehen. Demnach soll sich der Kanzler zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern im Kanzleramt in Quarantäne begeben und von dort aus weiter sein Amt ausführen.

Corona in Österreich: Kanzler Sebastian Kurz musste sich auf Sars-CoV-2 testen lassen - nun liegt das Ergebniss vor.

Update vom 5. Oktober 2020, 18.45 Uhr: Nachdem ein Mitarbeiter von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) positiv auf das Coronavirus getestet worden war, befindet sich Kurz mittlerweile „freiwillig in Heimquarantäne“, wie oe24.de berichtet. Gegenüber dem Chefredakteur der österreichischen Zeitung sagte der Kanzler zudem: „Ich bin derzeit symptomfrei, es geht mir gut.“ Das Testergebnis soll gegen Mitternach vorliegen.

Corona in Österreich: Rekordwert an Neuinfektionen - Mitarbeiter von Bundeskanzler Kurz positiv getestet

Update vom 5. Oktober 2020, 16.55 Uhr: Ein Mitarbeiter von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Regierungschef sowie Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) seien am vergangenen Mittwoch das letzte Mal mit dem Mitarbeiter in Kontakt gewesen, teilte das Kanzleramt am Montag mit. Der betroffene Mitarbeiter sei am vergangenen Dienstagabend noch negativ getestet worden. Bis zum Vorliegen ihres eigenen Testergebnisses hätten Kurz und Kogler alle Termine abgesagt. Das Ergebnis wird am späten Montagabend erwartet. Als Vorsichtsmaßnahme würden nun auch alle Kollegen aus dem Umfeld des Mitarbeiters umgehend getestet. Davon betroffen seien rund 20 Menschen.

Corona in Österreich: Zahl der Todesfälle steigt ebenfalls an

Update vom 5. Oktober 2020, 10.12 Uhr: Der Trend zu steigenden Corona-Fallzahlen in Österreich ist weiter ungebrochen. Nachdem am Samstag mit mehr als 1.000 neuen Fällen der zweithöchste Tageswert seit Ausbruch der Pandemie gemessen wurde, erreichten die Neu-Infektionen auch am Sonntag einen alarmierenden Rekord. In den letzten 24 Stunden wurden landesweit 750 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, was den höchsten Sonntags-Wert des Jahres darstellt.

Auch bei den Todeszahlen gibt es eine besorgniserregende Entwicklung: Fünf Personen sind an nur einem Tag an dem Virus verstorben.

Coronavirus: Wien mit noch nie da gewesenem Höchststand an Neuinfektionen

Update vom 3. Oktober 2020, 15.04 Uhr: Nur einen Tag nachdem Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) glaubte, eine Stabilisierung der Corona-Neuinfektionen ausmachen zu können, sind die Zahlen von Freitag auf Samstag auf den zweithöchsten Tageswert seit Ausbruch der Pandemie angestiegen. 1.058 neue Fälle wurden innerhalb 24 Stunden verzeichnet, der höchste Wert seit Ende März. Anschober sprach von einer „besorgniserregend“ hohen Zahl an aktuellen Neuinfektionen in Österreich.

Besonders brisant ist die Lage in Wien. Dort wurde in den vergangenen 24 Stunden mit 474 Neuinfektionen der bisher höchste Tagesanstieg neuer Fällen seit Beginn der Pandemie registriert.

Corona in Österreich: Nach Zahlen an Rekordschwelle - Anstieg wieder ausgebremst

Update vom 2. Oktober, 17.28 Uhr: Der Anstieg der Corona-Fälle in Österreich ist alarmierend (siehe Ursprungsmeldung) - hat sich zuletzt aber ausgebremst. Nachdem sich die Ansteckungszahlen* vor rund einem Monat schlagartig etwa verdoppelt hatten, blieben sie seit Mitte September weitgehend konstant. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach am Freitag in Wien von einer „Stabilisierung mit deutlich zu hohen Zahlen“. Er strebe eine Halbierung in den nächsten ein bis zwei Monaten an. Aktuell gelten rund 8400 Menschen in Österreich als aktiv mit dem Coronavirus Sars-CoV-2* infiziert.

Österreich zählt landesweit zuletzt in einer Woche 54,4 neue Fälle pro 100.000 Einwohner nach jüngsten Daten der Corona-Kommission (Stand Mittwochabend). Die Zahlen schwanken regional extrem, die Hauptstadt Wien zählt weiter mehr als die Hälfte aller aktiven Fälle und Neuerkrankungen im Land.

Österreich an Rekordschwelle: „Schwerer Schlag“ für Tourismus - erste Konsequenzen schon ersichtlich

Ursprungsmeldung vom 2. Oktober: München/Wien - Mit über 800 Neuinfektionen von Mittwoch (30. September) auf Donnerstag (01. Oktober), nähert sich Österreich seinem Rekordhoch aus den Anfängen der Corona-Pandemie im März 2020. Wegen der hohen Infektionszahlen warnte nun auch das Robert-Koch-Institut (RKI) vor Teilen der Alpenrepublik.

Schlag für Tourismus: Teile von Österreich sind Corona-Risikogebiete

Im September entschied das RKI, dass Teile von Österreich offiziell als Risikogebiete gelten. Zuerst traf es am 16. September das Bundesland Wien, dann folgten am 23. September das Bundesland Vorarlberg und am 25. September das Bundesland Tirol. In Österreich gibt es darüber hinaus eine Corona-Ampel.* Sie zeigt, welche Bereiche des Landes, in welchem Ausmaß von Corona betroffen sind.

Die Vorbereitungen für die Wintersaison in Österreich laufen - doch wie viele Urlauber das Angebot dieses Jahr annehmen, ist nach der Corona-Reisewarnung des RKI noch offen (Symbolbild).

Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist zum einen im Hinblick auf die zweite Welle der Corona-Pandemie* ein Problem. Zum anderen hat diese Einordnung des RKI vor allem auf touristische Betriebe massive Auswirkungen. „Ganze Ortschaften leben von Ischgl. Das ist eine unheimliche Wirtschaftskraft in dieser Region des Tiroler Oberlandes“, sagt der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner im Gespräch mit Tagesschau.

Auswirkungen von Corona: Hohe Verluste für Tourismus in Österreich befürchtet

Dort meldet sich auch Günther Platter, der Landeshauptmann von Tirol, zu Wort: „Ein Drittel aller Übernachtungen in Österreich finden in Tirol statt. Jeden dritten Euro verdienen wir durch den Tourismus.“ Die drastischen Konsequenzen aus der Einordnung Tirols als Corona-Risikogebiet sind für den Tourismus bereits ersichtlich.

Mario Gerber ist Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKÖ) und äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er berichtete, dass bereits Hotels in Teilen von Tirol von einer Welle an Stornierungen wegen Corona getroffen wurden: „Das ist für uns ein ganz schwerer Schlag.“ Auch Häuser, in denen bisher keine Infektionsfälle gemeldet wurden, leiden teilweise unter 50 Prozent Stornierungen.

Das sind die Corona-Infektionszahlen für Österreich

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Österreich sind erneut gestiegen, erreichen allerdings nicht den hohen Wert (+825 Neuinfektionen) vom 30. September. Dies teilt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit.

Nachgewiesene Corona-Infektionen (Stand: 2. Oktober, 12 Uhr)46.812(+678)
Aktive Fälle8.385
Geschätzte genese Personen37.186
Verstorbene Personen (mit Sars-Cov-2)803
Hospitalisierte Personen372 (davon 100 auf der Intensivstation)

Insgesamt wurde am Freitag, dem 2. Oktober, ein Anstieg der Fallzahlen auf 46.812 Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 678 Personen mehr als noch am Vortag gemeldet worden. Als genesen gelten in Österreich derzeit 37.186 Personen. Außerdem gab es insgesamt 803 Todesfälle. (Jennifer Greve) *Merkur.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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