Reiseverkehr in der Pandemie

Neue Corona-Reisewarnungen: Weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt - insgesamt 15 von 27 EU-Ländern betroffen

Seit Wochen halten Reisewarnungen und Risikogebiete im Zuge der Corona-Pandemie Reiselustige von der Ferne ab. Nun nimmt das RKI weitere Regionen in der EU in die Gefahrenliste auf.

  • Wenn das Robert-Koch-Institut* eine Region zum Corona-Risikogebiet* ernennt, dauert es nicht lange, bis das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht.
  • Zum 1. Oktober wird das Auswärtige Amt seine Strategie anpassen (siehe Update vom 19. September).
  • Am Freitag (25. September) deklarierte das RKI weitere Gebiete zum Risikogebiet - darunter auch Tirol.

Update vom 26. September, 9.44 Uhr: Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab kommenden Montag wieder eine zweiwöchige Quarantänepflicht. Dies gilt von da an auch für Estland, Polen, Island und San Marino. Grund dafür ist die hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht - alle Reisende müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Die Liste des Gesundheitsministeriums in Vilnius mit Ländern, für die Quarantänepflicht gilt, wird einmal wöchentlich aktualisiert. Dabei gilt in Litauen ein Grenzwert von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen.

Coronavirus in Europa: Tschechien und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt

Update vom 25. September, 19.28 Uhr: In vielen Ländern in Europa steigen die Corona-Infektionszahlen derzeit rasant an. Deshalb hat, zwei Tage nachdem Regionen in elf Ländern der EU zu Risikogebieten erklärt wurden, das RKI nun nochmal eine Aktualisierung seiner Liste vorgenommen. Es spricht nun Reisewarnungen für ganz Tschechien und Luxemburg aus. Außerdem ist das beliebte Urlaubsgebiet Tirol in Österreich neu dazu gekommen. Damit steig die Zahl der betroffenen Länder in Europa auf 15. Nur Polen besitzt als einziges Nachbarland Deutschlands keine Region, die als Risikogebiet eingestuft wurde.

Corona in Europa: 14 von 27 EU-Staaten teilweise als Risikogebiet eingestuft

Update vom 23. September, 21.09 Uhr: Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Eine ausführliche Auflistung, welche Regionen in Europa betroffen sind, finden sie hier. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Das geht aus der aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen.

Reisewarnungen wegen Corona: Grenznahe Regionen zu Deutschland

Neu hinzugekommen sind am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien. Zudem wurden weitere Regionen in Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn als Risikogebiete ausgewiesen. Kurz darauf erfüllte sich die Prognose, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete auch eine Reisewarnung ausspricht.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

In Tschechien und Österreich sind Gebiete direkt an der Grenze zu Deutschland als Risikogebiete ausgewiesen worden. In Österreich ist es die beliebte Urlaubsregion Vorarlberg, in Tschechien sind es die Verwaltungsregionen Karlsbad (Karlovy Vary), Pilsen (Plzen), Liberec (Reichenberg) und Südböhmen an den Grenzen zu Bayern und Sachsen.

Reisen während Corona: Auswärtiges Amt ändert Kurs bei Reisewarnungen

Update vom 19. September, 14.30 Uhr: Das Auswärtige Amt wird zum 1. Oktober seine Reisewarnungsstrategie ändern. Noch bis einschließlich 30. September gilt, die Warnung „vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland“. Ausgenommen sind davon die meisten europäischen Länder.

Diese relativ pauschale Reisewarnung für nicht-europäische Länder, die unabhängig vom Corona-Infektionsgeschehen innerhalb eines Landes gilt, wird zum 1. Oktober abgeschafft. Ab dann „werden wieder uneingeschränkt differenzierte Reise- und Sicherheitshinweisen für einzelne Länder gelten“, informiert das Auswärtige Amt auf seiner Website.

Das dürfte bedeuten, dass beispielsweise für Länder, die zwar außerhalb Europas liegen, in denen das Infektionsgeschehen aber gering ist, keine Reisewarnungen mehr gelten. Weiterhin überwacht das Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesgesundheits- und Bundesinnenministerium die weltweite Infektionslage und stuft Länder und Regionen als Risikogebiete ein. So kann eine Reisewarnung auch nach der Änderung zum 1. Oktober jederzeit wieder neu ausgesprochen werden.

Corona-Reisewarnungen: RKI stuft Regionen und Staaten weiterhin als Risikogebiete ein

Als Richtwert gilt: Sobald es in einer Region oder einem Staat mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gab, könnte das Gebiet als Risikogebiet eingestuft werden. Für die Entscheidung ziehen die verantwortlichen Behörden jedoch noch weitere Kriterien hinzu.

Weiter weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass Reisende sich auch immer über die Situation im Reiseland informieren sollten. Denn auch von dieser Seite könnten Quarantäneregeln oder andere Einschränkungen gelten. Umfassendes Informieren ist bei Reisen während der Corona-Pandemie mehr denn je geboten.

Wien wird zum Corona-Risikogebiet erklärt - der Tourismus leidet. Sind Privat-Partys schuld?

Update vom 18. September, 12.34 Uhr: Das RKI hat drei weitere Nachbar-Metropolen zum Risikogebiet für das Coronavirus* erklärt. In Wien, Amsterdam und Budapest sind die Infektionszahlen weiter gestiegen und liegen damit über der Grenze von 50 Infektionen auf 100.00 Einwohnern. Wer eine Reise in eine der drei beliebten Urlaubsziele gebucht hat, kann diese stornieren. Reise-Rückkehrer können sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Für den Tourismus in Wien ist die deutsche Erklärung zum Risikogebiet* ein enormer Tiefschlag. „Das ist eine super Katastrophe“, sagte Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner am Donnerstag. Die Deutschen seien immer die wichtigste Gästegruppe gewesen und hätten auch gerade in der Zeit der Coronakrise der Stadt die Treue gehalten.

Aber warum steigen die Coronavirus*-Fälle ausgerechnet in den Großstädten so stark an? Im Gespräch mit dem Schweizer Nachrichtenportal watson, betont Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akon-Hochschule in Berlin neben die hohe Bevölkerungsdichte aber auch besonders private Feiern und Veranstaltungen. Die seien „eine wichtige Ausbreitungsquelle“. „Auf die sollte weitestgehend verzichtet werden, wenigstens so lange, bis wir einen schützenden Impfstoff zur Verfügung haben werden.“ Aus Angst vor dem Coronavirus vorübergehend aufs Land zu ziehen, hält der Experte allerdings nicht für nötig.

RKI weitet Reisewarnung für Urlaubsregionen massiv aus

Erstmeldung vom 16. September: Berlin - Paukenschlag vom Robert-Koch-Institut. Die Bundesbehörde hat am Mittwochabend etliche neue Regionen zu Risikogebieten deklariert. Betroffen sind Nachbarländer von Deutschland sowie beliebte Urlaubsregionen. Stuft das RKI eine Region als Risikogebiet ein, dauert es in der Regel nicht lange, bis das Auswärtige Amt nachzieht und ebenfalls vor Reisen warnt. Die neue Einschätzung des RKI im Überblick.

Corona in Frankreich: Lage im Land prekär - neue Reisewarnungen folgen

Frankreich hat laut der Weltgesundheitsorganisation eine bedrohlich wirkende 14-Tages-Inzidenz* von 168, was dem fünftschlechtesten Wert in Europa entspricht. Deshalb reagierte Deutschland nun und weitet seine Warnungen aus. Fortan gelten auch die Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion als Risikogebiete. Zuvor waren bereits etliche Gebiete wie die Region Île-de-France um die Millionenmetropole Paris als Risikogebiet eingestuft worden.

Auf der Website des Auswärtigen Amtes heißt es: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Regionen Île-de-FranceProvence-Alpes-Côte-d’AzurAuvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France sowie nach Corse (Korsika), Französisch-Guyana, St. Martin, Guadeloupe und La Réunion wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt.“ Von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen bestehen, werde sogar  „dringend abgeraten.“

Corona in Österreich: Wien fortan Risikogebiet - Hauptstadt ist Sorgenkind des Landes

In Österreich entwickelte sich das Bundesland Wien in den letzten Wochen immer mehr zum Corona-Brennpunkt des Landes. Im neu eingeführten Ampelsystem* der schwarz-grünen Bundesregierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) belegte die Hauptstadt am Wochenende als einziges Gebiet die Warnstufe orange, was „hoher Gefahr“ entspricht. Wie erwartet hat Deutschland darauf nun reagiert und die knapp zwei-Millionen-Einwohner-Stadt zum Risikogebiet deklariert. Das Auswärtige Amt zog nach und warnt fortan vor Reisen nach Wien.

Corona in Kroatien: Im Osten des Landes steigen die Fallzahlen

Im August hatten Reiserückkehrer einen großen Teil der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ausgemacht, viele davon kamen aus Kroatien. Die Situation vor Ort schien sich im September etwas zu verbessern, ist nichtsdestotrotz aber noch angespannt. Kroatien kommt auf eine Inzidenz von 81. Nun kamen die Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina im Osten des Landes als neue Risikogebiete hinzu.

Neben diesen Gebieten wird von Seiten des Auswärtigen Amtes weiterhin vor Reisen in die Gespanschaften Zadar, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien gewarnt.

Corona in Ungarn: Vor Reise ins ganze Land wird „abgeraten“

Düsterer ist die Lage unterdessen in Ungarn, das eine 14-Tages-Inzidenz von 85 aufweist. Nachdem das Robert-Koch-Institut die Hauptstadt Budapest am Mittwoch zum Risikogebiet erklärt hatte, warnt das Auswärtige Amt nicht nur vor Reisen nach Ungarn, sondern rät sogar direkt davon ab: „Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Ungarn wird aufgrund wieder eingeführter Einreisebeschränkungen* und Quarantänemaßnahmen derzeit abgeraten.“ Das die Pandemie eigentlich gut zu bekämpfen schienende EU-Land verzeichnete im August einen enormen Anstieg der Fallzahlen und reagierte daraufhin unter anderem mit Grenzschließungen.

Nickelsdorf: Ein Grenzbeamter kontrolliert an der österreichisch-ungarischen Grenze einen Autofahrer. Das 10-Millionen-Einwohner-Land machte seine Grenzen dicht.

Corona in Rumänien: Entwarnung und Warnung

In Rumänien gibt es vom RKI derweil eine kleine Entwarnung. Wegen sinkender Infektionszahlen gelten die Kreise Arges und Dambovita fortan nicht mehr als Risikogebiet. Neu hinzukamen allerdings die Kreise Neamt und Caras Severin. Darüber hinaus wird vom Auswärtigen Amt vor Reisen in die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Iaşi, Ilfov, Prahova, Vâlcea und Vaslui sowie die Hauptstadt Bukarest gewarnt. Rumänien hat eine 14-Tages-Inzidenz von 86.

Corona in der Schweiz: Genf, Waadt und Freiburg - drei Kantone bereiten Sorge

In der Schweiz (Inzidenz von 62) entspannte sich die Corona-Lage zuletzt etwas. Drei der insgesamt 26 Kantone bereiten allerdings Sorge. Aufgrund steigender Infektionszahlen warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Kantone Genf, Waadt (Vaud) und Freiburg (Fribourg). Letzterer kam am Mittwoch neu hinzu.

Corona in den Niederlanden: Warnung vor Reisen nach Amsterdam und Rotterdam

In den Niederlanden stieg die Inzidenz zuletzt auf prekäre 80, was nun auch Folgen nach sich zieht. Die Provinzen Nordholland (Noord-Holland) und Südholland (Zuid-Holland) gelten seit Mittwoch als Risikogebiet. Dementsprechend warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen in diese Regionen, was für Touristen nicht unerheblich sein dürfte. Die Urlaubs-Hochburgen Amsterdam und Rotterdam liegen in den entsprechenden Provinzen. Darüber hinaus gilt weiterhin eine Reisewarnung für die Karibikinseln Aruba und Sint Maarten, die beide zum Königreich der Niederlande gehören.

Corona in Tschechien: Ungewohnte Lage im Land - neues Risikogebiet neben Prag

Tschechien galt in puncto Corona-Bekämpfung als eines der europäischen Vorzeigebeispiele. Die Regierung um Ministerpräsident Andrej Babis führte etwa als eines der ersten Länder eine Maskenpflicht ein. Im Moment ist die Situation im Nachbarland von Deutschland allerdings alles andere als entspannt. Eine 14-Tages-Inzidenz von 129 bedeutet Rang sieben im europäischen Vergleich. Dementsprechend gab es nun eine Überarbeitung des RKI. Die Region Středočeský (Mittelböhmische Region) wurde zum Risikogebiet ausgewiesen. Darüber hinaus wird weiterhin vor Reisen in die Hauptstadt Prag gewarnt.

Vor kurzem empfing der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (m) dem slowakischen Ministerpräsidenten Igor Matovic (l) und dessen tschechischen Amtskollegen Andrej Babis. In Wien ging es unter anderem um die Zusammenarbeit im Kampf gegen Covid-19.

Corona: Neue Einstufungen in deutschen Nachbarländern - Lage in Bundesrepublik dennoch ok

Alles in allem zeigen die neuen Einstufungen des Robert-Koch-Instituts, dass Corona eben noch nicht vorbei und die Sorge vor der zweiten Welle* vielerorts durchaus real ist. Dass mit Frankreich, Österreich, Tschechien, den Niederlanden und der Schweiz gleich fünf Nachbarländer von Deutschland neue Reisewarnungen ausgewiesen bekamen, zeigt auch, dass die Lage in Deutschland genauestens beobachtet werden muss. Aktuell steht die Bundesrepublik im europäischen Vergleich noch gut da (Inzidenz von 23) - dennoch sieht das RKI einen Trend, den es „aufmerksam zu beobachten“ gilt. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Die Einstufungen als Risikogebiet können sich aufgrund eines dynamischen Pandemie-Verlaufs schnell ändern. Falls Sie eine Reise ins Ausland planen, wird dringend empfohlen, sich im Vorhinein auf der Website des Auswärtigen Amtes zu informieren.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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