Schweizerin als Patient 0

Corona Hot-Spot? Virus schon seit Anfang Februar in Ischgl

Eine geschlossene Apres-Ski-Bar in dem österreichischen Ferienort Ischgl. Foto: Jakob Gruber/APA/dpa
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Eine geschlossene Apres-Ski-Bar in dem österreichischen Ferienort Ischgl. Foto: Jakob Gruber/APA/dpa

Wie kam es zu der Verbreitung des Coronavirus überall in Deutschland? In diesem Zusammenhang wird oft der österreichische Skiort Ischgl erwähnt. War ein Infizierter im Skiparadies der Auslöser?

Ischgl/Wien (dpa) - Das Coronavirus hat sich laut einem Experten schon seit Anfang Februar im beliebten und zuletzt in den Fokus geratenen Wintersportort Ischgl ausgebreitet.

Franz Allerberger von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) erklärte in Wien, dass eine Schweizerin als Patient 0 gelte.

Sie habe das Virus nach Tirol gebracht und dürfte sich selbst am 5. Februar infiziert haben. Positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde sie erst viel später.

Die Frau war Mitarbeiterin in einem Après-Ski-Lokal in Ischgl. Allerberger erwähnte zudem zwei norwegische Erasmus-Studenten, die ebenfalls schon infiziert gewesen seien, als sie zum Skifahren von Bologna nach Ischgl reisten.

Das Land Tirol war zuletzt wegen seines Krisenmanagements heftig kritisiert worden. Dem Land wird vorgeworfen, den Skibetrieb nicht schnell genug beendet zu haben.

Vor allem die Après-Ski-Partys mit vielen internationalen Gästen gelten inzwischen als Keimzellen und Verteiler des Virus. Ischgl war dabei besonders in den Fokus geraten.

Allerberger erklärte, dass sich derzeit rund 600 Corona-Infektionen in Österreich auf Ischgl und die umliegenden Gemeinden zurückführen ließen. Im Ausland könnte diese Zahl laut Allerberger bis zu zwei Mal so groß sein.

Laut dem Ages-Experten ist der Barkeeper, der nach bisheriger Ansicht viele Menschen angesteckt haben soll, nicht der einzige Verteiler des Virus gewesen. Der Mann sei lediglich als Erster von den in Ischgl Erkrankten zum Arzt gegangen und Anfang März positiv getestet worden.

Die Ages gehört zu den wichtigsten Organisationen bei der Bewältigung der Coronavisus-Krise in Österreich. Mit Stand 31. März wurden rund 17 Prozent aller Corona-Tests in der Alpenrepublik in Laboren der Ages ausgewertet.

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