Göttinger Mediziner beobachten

Neue Corona-Erkenntnisse: Ganz einfacher Test kann schon Tage vorher vor schwerem Verlauf warnen

Ein Mediziner zeigt einen Nasenanstrich, mit dem das Coronavirus nachgewiesen werden kann. Gibt es in Zukunft neue Testmöglichkeiten?
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Ein Mediziner zeigt einen Nasenabstrich, mit dem das Coronavirus nachgewiesen werden kann. Gibt es in Zukunft neue Testmöglichkeiten?

Deutsche Forscher haben eine neue Testmöglichkeit in puncto Coronavirus-Infizierung gefunden. Liegt die Antwort im Urin?

Göttingen - Bin ich mit dem Coronavirus infiziert? Diese Frage stellten sich womöglich bereits viele Menschen, die Symptome von Covid-19* aufwiesen. Neben den bisher bekannten Anzeichen* könnte es dabei nun einen weiteren Indikator geben.

Ein Urintest könnte anzeigen, ob ein schwerer Verlauf der Krankheit droht und welche Behandlung nötig ist - und das schon Tage vor Verschlimmerung der Symptome. Denn bereits vor einem schweren Covid-19-Verlauf sollen sich im Urin deutliche Anomalien zeigen. Diese Unregelmäßigkeiten könnten Aufschluss über eine Erkrankung geben - und das früher als gedacht.

Coronavirus: Bin ich infiziert? Urintest könnte Aufschluss geben

„Wir haben Abnormitäten in Urinproben von Patienten mit Covid-19 identifiziert, die dann innerhalb weniger Tage sehr krank wurden“, zitiert das Wissensmagazin Scinnex Oliver Gross, Mediziner an der Universität Göttingen. Konkret stellten Gross und seine Kollegen bei diesen Patienten erhöhte Werte von weißen Blutkörperchen und dem Protein Albumin im Urin fest.

Die Ergebnisse seien Indikatoren dafür, dass die Nieren bereits vom Coronavirus angegriffen sowie entzündet und Blutgefäße krankhaft verändert sind.

Stellt man bei einem Patienten nun diese Veränderungen im Urin fest, kann eine einfache Folgeuntersuchung mit zum Beispiel Antikörper-Tests* feststellen, ob sich bereits ein schwerer Verlauf ankündigt. Weil der Urintest laut Gross wenig Aufwand erfordert, könnte er auch bei infizierten Patienten in Pflegeheimen oder in Quarantäne angewendet werden.

Coronavirus: Urin warnt wohl vor schwerem Corona-Verlauf

Könnte eine Infizierung somit in Zukunft vorzeitiger erkannt werden, hätte dies massive Vorteile. Erkrankte könnten früher medizinisch betreut werden und die Weitergabe des Virus würde sich minimieren. Oftmals begeben sich Infizierte erst nach Verschlimmerung der Symptome in Quarantäne* und geben das Virus so mitunter unwissend an Dritte weiter. 

Das Problem an einer Covid-19-Erkrankung ist, dass sich die Infizierung anfangs kaum bemerkbar macht, die Symptome nehmen zu Beginn in der Regel einen milden Verlauf. Dann schlägt das Krankheitsbild jedoch rapide um. Die Symptome werden stärker und die Folgen sind - insbesondere für Risikogruppen* - verheerend. So lief es auch bei einem Murnauer, der tagelang auf Intensivstation war, beatmet werden musste und Wahnvorstellungen hatte.

Indessen hat die WHO eine bittere Corona-Prognose: Das Virus bleibt vielleicht für immer.

Einer deutschen Studie zufolge scheint das Coronavirus neben der Lunge noch viele weitere Organe zu befallen.
*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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