Einziger Weg aus der Corona-Krise

Virologe fordert: Alle Deutschen müssen jetzt monatelang OP-Masken tragen

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Laufen wir alle in den kommenden Monaten mit OP-Masken auf den Straßen herum? Virologe Kekulé hält das für sinnvoll.

Wie kann Deutschland aus der Corona-Krise kommen? Wann normalisiert sich das Leben wieder? Virologe bietet eine Perspektive - die allerdings wird vielen weh tun. 

Halle-Wittenberg - Wie könnte der Ausweg aus der Corona-Krise aussehen? Klar ist: Deutschland kann nicht über Monate herunterfahren, die Wirtschaft leidet* unter den Schutzmaßnahmen, der Staat muss mit Milliarden eingreifen. Die Kontaktverbote sorgten auch im Sozialleben für erhebliche Einschränkungen. 

Corona-Krise: Virologe Kekulé kritisiert „Flatten the Curve“-Ansatz der Politiker

Virologe Professor Alexander Kekulé hat in seinem MDR-Podcast nun eine Perspektive aufgezeigt, wie der Weg aus diesem Zustand aussehen könnte. Zunächst übte Kekulé erneut Kritik an der Politik*. Der „Flatten the Curve“-Ansatz sei nicht ausreichend kommuniziert worden. Der Weg könne nicht sein, die Kurve so lange zu strecken bis 60 bis 70 Prozent der Deutschen infiziert seien und immun werden. Durch das Strecken über einen langen Zeitraum soll eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden. Doch Kekulé ist skeptisch: „Dann würden wir Jahren brauchen, um wirklich kein größeres Problem zu haben.“ Und er kritisiert: „Wenn die Politiker immer sagen ‚wir fahren auf Sicht‘, dann bedeutet das umgekehrt, sie haben kein Navigationssystem.“

Deswegen will er nun eine Perspektive bieten: Zunächst müsse die massive Vermehrung der Infektionen heruntergebremst werden, so dass man wieder in einer Phase davor sei und einzelne Fälle und Ansteckungswege identifizieren könne. Dann sei es entscheidend, dass über die Grenzen möglichst keine weiteren Fälle nach Deutschland eingeschleppt werden. „Wenn man einen Zustand hat, den man halbwegs stabilisiert hat, und den werden wir vielleicht in zwei bis drei Wochen haben, dann sind wir in einer Situation, in der wir einen Schritt weiter denken müssen“, so Kekulé. 

Corona: Virologe Kekulé setzt auf „Smart Distancing“ statt „Social Distancing“

Hierzu müssten die Risikogruppen, also Menschen über 70 Jahre und jene mit Vorerkrankungen, besonders geschützt werden. Für alle anderen sei die Coronavirus-Epidemie „ungefähr so schlimm wie eine schwere Grippewelle“. Nicht angenehm - aber man müsse im Verhältnis auch die wirtschaftlichen, psychologischen und sozialen Schäden des Lockdowns bedenken. Deswegen müsse man für alle jene, die nicht zur Risikogruppe gehören, mittelfristig eine andere Strategie fahren. Kekulé nennt schlägt hier „Smart Distancing“ vor - im Gegensatz zum derzeitig betriebenen „Social Distancing“. Dieser Ansatz sei „eine Stufe sanfter“.

Video: Schutzmasken verschwunden - Halstuch kann auch helfen

Virologe fordert: Alle sollten ständig OP-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen

Jeder müsse in der Öffentlichkeit OP-Masken tragen, wenn man sich anderen Mitmenschen weniger als zwei Meter nähert. Diese Masken würden andere vor Ansteckungen schützen* - und „nach neueren Daten“ werde man selbst auch bis „zu einem gewissen Grad“ geschützt. Diese OP-Masken müssten zum „Standardaccessoire“ für alle werden. In Hongkong beispielsweise zeige sich, dass sie einen „erheblichen Effekt“ haben, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten. 

Corona-Krise: „Auf Fußballspiele müssen wir bis mindestens Ende dieses Jahres verzichten“

Daneben müssten natürlich weiterhin die Hygiene-Empfehlungen eingehalten werden. Auf Händeschütteln sollte noch viel länger verzichtet werden. Auch für Großveranstaltungen sieht Kekulé für die nächsten Monate keine Chance. „Auf Fußballspiele und weiteres müssen wir noch bis mindestens Ende dieses Jahres verzichten“, so die Prognose des Virologen im MDR-Podcast. 

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil seiner Strategie seien zudem Selbsttests auf Covid-19 für alle daheim. Sie sollten „ähnlich funktionieren wie Schwangerschaftstest“. Ein Rachenabstrich, den jeder anonym durchführen könne. Kekulé setzt somit auf einen Weg der Eigenverantwortung als „westliche Antwort“ auf die Corona-Herausforderung.

Die Verbraucherzentrale warnte nun vor vermeintlichen Heilmethoden. Darunter zählen auch die umstrittenen Globuli.*

mag

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