Fund an australischer Küste

Tödliche Qualle kehrt nach 100 Jahren zurück

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Crambione Cookii: Das ist die Qualle, die wiederentdeckt wurde. 

Sydney. Eine seltene Quallenart ist nach über 100 Jahren an der australischen Küste wiederentdeckt worden. Crambione Cookii – wie die tödliche, rosafarbene Qualle heißt – war zuletzt 1910 von dem amerikanischen Wissenschaftler Alfred Gainsborough Mayor im Norden Australiens gefunden worden.

Wieder entdeckt wurde das Cookii-Monster, wie die Qualle in australischen Medienberichten genannt wurde, von der Mitarbeiterin eines Aquariums in Queensland.

Puk Scivyer war dabei, eine verletzte Schildkröte nach einer Behandlung wieder in die Freiheit zu entlassen, als sie auf die ungewöhnlich große, würfelförmige Qualle aufmerksam wurde. „Als ich sie sah, wurde mir gleich klar, dass es eine Spezies war, die ich noch nie zuvor gesehen hatte", sagte Scivyer der lokalen Tageszeitung „Sunshine Coast Daily“.„Aber dann herauszufinden, dass ich der erste Mensch war, der die Tierart in über hundert Jahren gesehen hat, das war unglaublich.” Neben dem großen, ausgewachsenen Tier gelang es Scivyer, auch noch ein junges Exemplar der Qualle mit einzufangen.

Die endgültige Identifizierung der seltenen Tiere war nur über Australiens Quallen-Expertin, die Meeresbiologin Lisa-ann Gershwin möglich. Sie konnte das Tier anhand einer historischen Zeichnung von Mayor schließlich bestimmen. Obwohl Crambione Cookii ein äußerst gefährliches Tier ist – 50 Zentimeter lang und mit einem Stachel, dessen schmerzhafter Stich tödlich werden kann -  ist die Qualle auch sozial. Mehrere kleine Fischarten und Krebstiere leben in Symbiose mit ihr, während die Qualle selbst sich von Plankton aus dem Wasser ernährt.

Hier sehen Sie den Fundort auf Google maps

Doch allzu viel ist ansonsten nicht von dem Tier bekannt – weder ihr genauer Lebensraum, noch ihre Lebenserwartung oder, wie viele andere Exemplare von Crambione Cookii sich noch im Meer vor Queensland herumtreiben könnten. Seit australische Medien jedoch die Wiederentdeckung des Tieres publik gemacht haben, haben sich etliche Australier bei dem Aquarium gemeldet, die ebenfalls Exemplare der Tierart gesehen haben wollen. Die ausgewachsene Qualle ist inzwischen bereits verstorben – Quallen werden im Durchschnitt nur zwei bis drei Monate alt – doch das Jungtier soll demnächst im Aquarium ausgestellt werden. Die ausgewachsene Qualle wird der Wissenschaft gestiftet und ist derzeit bereits auf dem Weg zum Queensland Museum

Dass Tiere, die über Jahrzehnte nicht gesichtet wurden, lebendig wieder gefunden werden, kommt immer wieder mal vor. Ein weiterer australischer Fall ist beispielsweise das Kurznagelkänguru. Das Beuteltier galt zwischen 1937 und 1973 sogar als ausgestorben. Erst als ein australischer Zaun-Bauer einen Bericht über ausgestorbene Tiere las, in dem auch das Kurznagelkänguru aufgelistet wurde, erinnerte er sich, eine Gruppe der Tiere im Hinterland von Queensland gesehen zu haben. Er schrieb den Wissenschaftlern einen Brief und das Tier wurde „wiederentdeckt“. Die Känguruart wird heute zwar nach wie vor als „gefährdet“ eingestuft, hat die vergangenen 40 Jahre aber überstanden. (yce)

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