„Das Singen ist wie eine Sprache“

Fragen und Antworten zu heimischen Singvögeln

In den Gärten der Region zwitschert und tschilpt es. Im Frühling zeigen sich Singvögel besonders gern. Daher hat auch der Nabu dazu aufgerufen, die singenden Besucher im eigenen Garten zu zählen.

Mehr zu der Aktion finden Sie im Internet auf der Homepage des Nabu.

Fragen und Antworten Rund um heimische Singvögel

Warum singen die Vögel im im Frühling besonders viel?

Während der Balzzeit singen die Männchen, um ein Weibchen anzulocken. Je beeindruckender das gesangliche Repertoire der Männchen dabei ist, desto größer die Chance auf ein Weibchen.

Warum singen Vögel außerhalb der Paarungszeit?

Dafür gibt viele unterschiedliche Gründe. Einer davon ist das Revierverhalten der Männchen. Ein singendes Vogelmännchen signalisiert den Artgenossen gleichen Geschlechts, sich fernzuhalten. Es gibt aber auch Männchen, die singen, um ihrem brütendem Weibchen zu zeigen, dass sie in der Nähe sind. „Das Singen ist wie eine Sprache“, sagt Maik Sommerhage, Ornithologe beim Nabu Hessen. Die Kohlmeise verwendet zum Beispiel mehrere hundert verschiedene Laute, um sich auszudrücken.

In welchen Gärten fühlen sich Singvögel am wohlsten?

Je naturnaher der Garten, desto wohler fühlen sich die Vögel, sagt der Experte. Ein gemähter Rasen ist kein natürlicher Lebensraum und bietet den Tieren keinen Schutz. Einheimische Gewächse und Pflanzen, die Insekten anlocken, sind dagegen vogelfreundlich. Sie bieten Unterschlupf und Nahrung.

Welche Vogelarten sind besonders häufig?

Der Haussperling, die Amsel und die Kohlmeise sind in den Gärten der Region besonders häufig zu Gast. Die Zahl der Amseln hat sich dabei allerdings leicht verringert. Grund ist das Usutu-Virus, dem einige Tiere zum Opfer gefallen sind. Zu den selteneren Arten gehört der Gartenrotschwanz.

Sind eigentlich die meisten Vögel braun-grau getarnt?

Keineswegs. In Mannheim und anderen Städten der Rheinebene leben Halsbandsittiche in der freien Natur – Papageien, giftgrün und sehr lärmend. Der Vogel ist in Afrika und Asien heimisch. In die deutschen Städte kam er vermutlich, weil er aus dem Zoo flüchtete. Inzischen gibt es mehrere tausend wild lebende Tiere.

Können Menschen den Gesang der Vögel beeinflussen?

Ja, zum Beispiel haben Experten festgestellt, dass Vögel Handyklingeltöne nachahmen. Dohlen, Star und Eichelhäher sind die begabtesten Imitatoren. 2007 hat der Künstler William Engelen sogar versucht, den Bonner Amseln Passagen aus Beethovens 9. Sinfonie beizubringen. Dafür wurde den Bonnern das Stück kostenlos als Klingelton zum Runterladen bereitgestellt. Einen hörbaren Erfolg hatte das Projekt allerdings nicht.

Von Sina Hühne und Verena Schulz

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