Schicke Aufmachung

Delikatessen vom Discounter: Was Verbraucher wissen sollten

+
Vor Weihnachten entdecken die Discounter ihre Liebe für Delikatessen. Lidl verkauft etwa Gourmet-Produkte und dem Namen Deluxe. Foto: Sebastian Kahnert

Normalerweise sind es vor allem Feinkostläden, die allerlei Delikatessen anbieten. Gerade vor Weihnachten setzen aber auch Discounter auf das Geschäft mit dem Genuss. Doch was taugen Rehmedaillons oder Pralinen aus dem Billigladen?

Düsseldorf (dpa(tmn) - Viele Discount-Läden bieten gerade in der Vorweihnachtszeit besonders edle Produkte in schicker Verpackung an. "Allein die Aufmachung ist aber kein Hinweis, dass ein Produkt hochwertiger sein muss", warnt Sabine Klein von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Oftmals werben die Discounter auch mit Begriffen wie "Gourmet", "Premium" oder "Genuss". Allerdings gilt bei Fleischprodukten, dass Hinweise wie "Spitzenqualität", "Delikatesse" oder eine besonders hervorhebende Aufmachung wie eine goldfarbene Hülle auch mit einer höheren Qualität des Produkts einhergehen müssen. So steht es in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das bedeutet zum Beispiel, dass das Fleisch weniger Knorpel aufweist als anderes oder es sich nicht um vom Knochen gewonnenes Restfleisch handelt.

Zur Weihnachtszeit verkaufen Billigsupermärkte auch Pralinen in Festtagsverpackung oder andere Produkte mit edler Aufmachung. "Da muss man dann gucken, ob das wirklich besser schmeckt, als ein herkömmliches Produkt", sagt Verbraucherschützerin Klein. Außerdem gehöre die Aufmachung für viele auch zum Einkaufserlebnis: "Wir Verbraucher stehen ja auch auf schöne Verpackungen", sagt sie. Allerdings lohne sich auf jeden Fall immer ein Preisvergleich.

Ein niedriger Preis müsse nicht zwangsläufig ein Hinweis auf schlechte Qualität sein, erklärt die Expertin. Es komme immer auf die Motivation des Discounters an. "Will der vor allem Kunden mit der Aktion binden, nimmt er auch einen recht niedrigen Verkaufspreis für das Produkt in Kauf." Schließlich wolle er dann mit dem Verkauf nicht nur finanziellen Gewinn machen, sondern den Kunden langfristig vom Discounter überzeugen und sein Image verbessern.

"Aber klar: Wenn ein Stück Fleisch unfassbar billig ist, kommt es in der Regel nicht von einem artgerecht gehaltenen Tier", warnt Klein. Wer wirklich wissen wolle, wo das Fleisch herkommt, sollte beim Fleischverkäufer seines Vertrauens kaufen und dort nachfragen, rät sie. Eine Untergrenze, wann ein Produkt zu günstig ist, um gute Qualität zu haben, lasse sich aber pauschal nicht festlegen.

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Leitsätze für Fleischerzeugnisse

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.