Grieche stirbt

Angst vor Dengue-Fieber

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Die Tigermücke zählt zu den Überträgern des Dengue-Fiebers.

Athen - In Griechenland ist ein Mann wahrscheinlich am Dengue-Fieber gestorben. Experten zufolge hatte sich seit fast 85 Jahren niemand im Land selbst mehr mit dem Virus angesteckt.

In Griechenland ist ein Mann wahrscheinlich am Dengue-Fieber gestorben. Experten zufolge hatte sich zuvor seit fast 85 Jahren niemand im Land selbst mehr mit dem Virus angesteckt.

Der 84-jährige Mann starb am 30. August in einem Krankenhaus der Hafenstadt Patras. Das Opfer soll sich in der Region der westgriechischen Stadt Agrinion am Ionischen Meer infiziert haben. „Er hatte alle Symptome. Zudem haben die Laboruntersuchungen der ersten Blutabnahme gezeigt, dass es Dengue-Fieber war“, sagte Athanasios Tsagris vom griechischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorbeugung (KEELPNO) am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

„Wir haben einen - wie es international heißt - "probable case"“, erläuterte Tsagris, der auch Mikrobiologie-Professor an der Universität Athen ist. „Um es anders zu sagen, wie bei der Doping-Kontrolle ist die erste Kontrolle positiv bewertet worden. Weil der Mann aber gestorben ist, kann man nicht mehr die zweite Blutprobe prüfen“, sagte der Experte weiter.

Gefahr oder Hype? Das wurde aus Schweinegrippe, BSE und Co.

Fast drei Monate nach ihrem Ausbruch in Deutschland ist die EHEC-Epidemie ist vom Robert-Koch-Institut für beendet erklärt worden. Deutschlandweit starben 50 Menschen im Zusammenhang mit dem aggressiven Bakterium.  © dpa
Gefahr oder Hype? Wir zeigen, was aus Schweinegrippe, BSE und Co. wurde. © dpa
Das erste Mal sahen die Medien die Apokalypse Anfang der 80er Jahre heraufziehen. Vom  "Waldsterben" war plötzlich überall die Rede. Zeitungen und Magazine widmeten dem Phänomen Titelseiten und zeigten dramatische Bilder. Durch Schadstoffe in der Luft und sauren Regen sei der gesamte deutsche Wald bedroht, hieß es damals... © dpa
... Besorgte Deutsche gingen auf die Straße um für den Wald und gegen die Umweltverschmutzung zu demonstrieren. "Erst stirbt der Wald - dann der Mensch" war ihre Losung -  die auch heute noch gelegentlich, wie auf diesem Bild, aufgegriffen wird... © dpa
... Tatsächlich investierte der Staat mehr als 100 Millionen Euro in die Gesundung des Waldes. Das Thema verschwand wieder völlig aus den Medien. Ist die Gefahr für den Wald also gebannt? Im Gegenteil: Der jährliche Waldzustandsbericht zeigt, dass 1984 noch 44 Prozent der Waldfläche gesund war, 23 Prozent waren stark geschädigt. 2009 waren nur noch 36 Prozent gesund und schon 27 Prozent stark geschädigt. Entsetzen lösen die Zahlen aber nicht mehr aus... © dpa
... 1996 tauchte dann der Rinderwahn auf den Titelseiten der Zeitungen auf. Schon seit einigen Jahren hatte man die "Bovine spongiforme Enzephalopathie" - kurz BSE - bei Rindern beobachtet. Doch jetzt hielten es Wissenschaftler für möglich, dass BSE auf den Menschen übertragen werden kann und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslöst.... © dpa
... Die Verbraucher sind massiv verunsichert. Zahlreiche Produkte stehen plötzlich unter Verdacht, die Krankheit zu übertragen: Steaks, Gummibärchen, Milch und Kosmetika. Der Rindfleisch-Absatz bricht ein, Importe aus Großbritannien, wo die Krankheit zunächst ausbricht, werden zeitweise verboten. Jeder neue Fall schafft es auf die Titelseiten... © dpa
... Als auch in Deutschland Rinder erkranken, müssen zahlreiche Tiere gekeult werden. Die Bauern fürchten um ihre Existenz und gehen auf die Straße. Seit dem Jahr 2000 gibt es einen BSE-Schnelltest und auch die ersten bestätigten Fälle in Deutschland. Ein Jahr später gab es mit 125 Fällen so viele kranke Rinder in Deutschland wie nie zuvor. Das Interesse der Öffentlchkeit ließ kurz darauf nach. Tatsächlich ging aber auch die Zahl der BSE-Fälle zurück. 2009 wurden in Deutschland nur noch zwei kranke Rinder registriert.... © dpa
... Dass das Interesse an BSE nachließ, lag wohl auch daran, dass schon die nächste bedrohliche Seuche um den Planeten ging: SARS. Das Schwere Akute Atemwegssyndrom beobachteten Ärzte zum ersten Mal 2002 in China. Die Behörden versuchten mit Kontrollen, bei denen, wie auf diesem Bild, Autofahrern und Passanten Fieber gemessen wurde, die Krankheit einzudämmen....  © dpa
.... Patienten, die an SARS erkrankten, hatten durchweg Fieber über 38 Grad. Deshalb wurden Passagiere, die aus Asien kamen, am Flughafen genau überprüft und auch ihre Körpertemperatur gemessen.... © dpa
... Trotzdem breitete sich das Virus besonders in Asien aus. Dort setzten viele Menschen auf Atemmasken, um sich zu schützen. Zwischen November 2002 und Mai 2003 entwickelte sich SARS zur weltweiten Pandemie. Fast 1000 Menschen starben an dem Virus. So plötzlich wie SARS aufgetaucht war, verschwand es Ende 2003 auch wieder, noch bevor ein Impfstoff entwickelt werden konnte.... © dpa
... 2006 jagten Männer in Schutzanzügen in Deutschland Geflügel. Die Vogelgrippe war ausgebrochen und aus Asien wurde gemeldet, dass der Erreger mit dem Kürzel H5N1 auch auf den Menschen übergesprungen war, erste Todesopfer waren zu beklagen.... © dpa
... Wo es Verdachtsfälle auf Vogelgrippe gab, rückten die Männer in den Schutzanzügen an und töteten den gesamten Geflügelbestand eines Betriebs. Das Gebiet um betroffene Höfe wurde abgesperrt, alle Fahrzeuge mussten durch Desinfektionsduschen fahren.... © dpa
... In der Nähe der Grenze kontrollierten Polizisten Autos, damit kein Geflügel und keine Geflügelprodukte eingeführt werden. In Deutschland ist bislang noch kein Mensch an der Vogelgrippe gestorben, daher ließ auch die mediale Aufmerksamkeit nach. Dennoch gibt es auch heute noch weltweit Ausbrüche der Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation zählte bislang 286 Tote.... © dpa
... Zuletzt wurde im wahrsten Sinn des Wortes eine Sau durchs mediale Dorf getrieben. Die Schweingrippe sorgte 2009 für Aufsehen. Zuerst bei Schweinen ausgebrochen, sprang das Virus mit der Bezeichnung H1N1 auch auf den Menschen über. Jeder Versuch, die Krankheit in Neue Grippe umzutaufen scheiterte.... © dpa
... Im August und September 2009 nahm die Öffentlichkeit die Schweinegrippe als so bedrohlich war, dass man sich in München überlegen musste, wie man die Ansteckungsgefahr auf dem Oktoberfest minimieren könnte. Geschäftstüchtige Erfinder hatten gleich eine Lösung: Ein Bändchen als Markierung, damit jeder nur aus dem eigenen Masskrug trinkt.... © dpa
... Als ein im Schnellverfahren getesteter Impfstoff gegen die Schweinegrippe auf den Markt kommt, müssen die Deutschen erst einmal überzeugt werden, sich überhaupt impfen zu lassen. Zu abstrakt ist inzwischen die Gefahr. Der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler ließ sich öffentlchkeitswirksam die Spritze setzen und hoffte auf Nachahmer... © dpa
... Trotzdem schwappte die Infektionswelle über Deutschland. Die Krankheit verlief aber in den allermeisten Fällen glimpflich. So schnell wie sie gekommen war, so schnell verschwand die Schweinegrippe wieder - aus den Arztpraxen und aus den Medien. © dpa

Dengue-Fieber tritt vorwiegend in den Tropen und Subtropen auf, breitet sich seit Jahren jedoch zunehmend aus. Im Jahr 2010 traten Fälle in Kroatien und Südfrankreich auf. Zu den Symptomen zählen starkes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen treten innere Blutungen oder ein Schocksyndrom auf. Dengue-Fieber wird durch bestimmte Mücken übertragen. Einen Impfstoff gibt es noch nicht.

Ende der 1920er Jahre, vor der lokalen Ausrottung der Überträgermücke, wütete in Griechenland eine der größten dokumentierten Dengue-Epidemien. Damals erkrankten Experten zufolge rund eine Millionen Menschen, etwa 1000 starben.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das von Viren ausgelöste Leiden zu einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten entwickelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich pro Jahr rund 50 bis 100 Millionen Menschen anstecken. Etwa 2,5 Prozent der Erkrankten sterben. Hauptgrund für die Zunahme sei, „dass die sehr anpassungsfähige Überträgermücke durch den weltweiten Handels- und Tourismusverkehr in immer mehr Länder gelangt und sich dort ansiedelt“, teilte das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf mit. Die Behörden in Griechenland nähmen den Fall sehr ernst.

In Deutschland gibt es jedes Jahr hunderte importierte Dengue-Fälle - „Mitbringsel“ aus Reiseländern. „Bis zum 5. September waren das in diesem Jahr 262 gemeldete Fälle“, sagte der Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg, Jonas Schmidt-Chanasit, der Nachrichtenagentur dpa. Die Asiatische Tigermücke als Überträger des Erregers sei im vergangenen Jahr und auch dieses Jahr schon in Deutschland nachgewiesen worden - in Bayern und Baden-Württemberg. „Sollte die Asiatische Tigermücke aber in Deutschland ansässig werden, wäre das ein sehr großes Problem, denn sie überträgt nicht nur potenziell das Dengue-Virus, sondern auch eine Reihe anderer tropischer Viren.“

dpa

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