"Gebrochener Ring"

Denkmal für Opfer des Winnenden-Amoklaufs enthüllt

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Mit diesem Denkmal wird der Opfer des Amoklaufs von Winnenden gedacht.

Winnenden - Der Ring ist zwar gebrochen, doch „er steckt voller Leben“, sagt Bildhauer Schöneich über sein Kunstwerk, das in Winnenden an die 15 Opfer des dortigen Amoklaufes erinnert.

Fünf Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden erinnert im Stadtgarten eine öffentliche Gedenkstätte an die Bluttat. Der acht Tonnen schwere „Gebrochene Ring“ des Bildhauers Martin Schöneich aus Rheinland-Pfalz liegt in Sichtweite der Albertville-Realschule, wo der 17-jährige Tim K. am 11. März 2009 seine Bluttat startete. An seiner ehemaligen Schule und auf seiner Flucht nach Wendlingen ermordete er damals 15 Menschen und tötete sich selbst.

Der mannshohe Ring wurde in einer Schiffswerft in Speyer gefertigt und hat einen Durchmesser von sieben Metern. Durch einen engen Spalt kann man hinein. Dort werden die Namen der Opfer und ein Gedicht angebracht. Der Ring symbolisiere den Gleichlauf vor der Tat, der Spalt stehe dafür, wie diese Ruhe plötzlich unterbrochen wurde, erklärte Schöneich. In Richtung Schule bäumt sich der Ring auf. Trotz allem: „Der Ring steckt voller Leben“, betonte der Künstler aus Vorderweidenthal (Rheinland-Pfalz).

Nach Angaben von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat die Stadt 120 000 Euro für die Gedenkstätte zur Verfügung gestellt. Schöneichs Ring sei aus 273 Arbeiten ausgewählt worden.

Am Eingang der Albertville-Realschule erinnern bereits seit 2012 Steinplatten an die ermordeten Schüler und Lehrerinnen. Einer der Tatorte von damals ist als Gedenkraum eingerichtet worden, der laut Schulleiter Sven Kubick regelmäßig von der Schulgemeinschaft genutzt wird und auch den Angehörigen der Opfer offen steht.

Noch rund 100 Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 10 hätten den Amoklauf 2009 miterlebt, alle anderen Kinder und Jugendlichen kamen erst später an die Realschule. Die Zahl der Lehrer im Kollegium, die noch da sind, schätzte Kubick auf rund 20.

dpa

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