Deutlich weniger Babys in Deutschland

Wiesbaden - Seit der Wiedervereinigung werden in Deutschland deutlich weniger Babys geboren. So kamen im Jahr 2009 bis zu 72 Prozent weniger Kinder zur Welt als 1990. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Im Bundesdurchschnitt brach die Geburtenzahl im Vergleichszeitraum um 26 Prozent ein, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die regionalen Unterschiede sind erheblich. In 22 ostdeutschen Städten und Landkreisen hat sich die Geburtenzahl im Vergleichszeitraum halbiert. Am stärksten ist der Rückgang in der thüringischen Stadt Suhl mit 72 Prozent, gefolgt vom brandenburgischen Kreis Prignitz (minus 60 Prozent) und dem Kreis Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern/minus 59 Prozent).

Doch auch in vielen Regionen Westdeutschlands kamen 40 Prozent weniger Kinder zur Welt. “Die Abwanderung junger Menschen, und hier insbesondere von jungen Frauen, hat den Mangel an potenziellen Eltern in vielen Regionen noch verstärkt“, sagte Stephan Kühntopf vom BiB. Nur in 9 der insgesamt 412 Städte und Kreise wurden mehr Kinder geboren. An deren Spitze liegt Frankfurt am Main (plus 16 Prozent), gefolgt von München (13 Prozent) und Regensburg (10 Prozent). Außer in Dresden (plus ein Prozent) haben 2009 nur westdeutsche Städte und Kreise mit einem attraktivem Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot mehr Neugeborene gezählt als 1990. “Sie profitierten von Zuwanderungsgewinnen aus dem In- und Ausland sowie von einer relativ jungen Bevölkerungsstruktur“, heißt es in der Mitteilung des BiB. Zu den Gewinnern gehören auch der Landkreis München (plus sechs Prozent), die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden (5 Prozent) sowie Darmstadt (2 Prozent).

Hauptursache für den starken Geburtenrückgang ist die kleiner gewordene Elterngeneration. Die Forscher haben aber auch zwei extreme Jahre verglichen: Um 1990 waren die starken Jahrgänge der “Babyboomer“ im besten Gebäralter und brachten wiederum viele Kinder zur Welt. 2009 hat die Zahl der Geburten einen Tiefststand erreicht, der 2010 dem Statistischen Bundesamt zufolge zumindest wieder leicht gestiegen ist: um 1,9 Prozent auf 678 000.

dpa

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