Tarifkonflikt

Einigung im Tarifstreit: Deutsche Bahn und GDL nennen Details

Die Deutsche Bahn und die GDL haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Die Verantwortlichen nennen Details.

Einigung im Tarifstreit – Das wurde beschlossen

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf Lohnerhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent für die Beschäftigten verständigt. Zum 1. Dezember 2021 steigen die Bezüge zunächst um 1,5 Prozent, dann am 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten.

Am 1. Dezember erhalten die Beschäftigten außerdem je nach Lohngruppe eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro. Am 1. März 2022 soll eine weitere Corona-Prämie von einheitlich 400 Euro fließen.

Die GDL willigte demnach in die geplante Umstrukturierung der betrieblichen Altersvorsorge ein; das bisherige System der Zusatzrente werde ab 2022 nur für Bestands-Mitarbeiter fortgesetzt, hieß es. Erstmals schließt die GDL neben dem Zugpersonal auch Tarifverträge für Mitarbeitende in Werkstätten und in der Verwaltung, jedoch nicht für die Infrastruktur.
Geeinigt haben sich beide Seiten demnach auch auf ein Verfahren, mit dem festgestellt wird, welche Gewerkschaft in den jeweiligen Bahn-Betrieben die Mehrheit hat. Davon hängt nach dem Tarifeinheitsgesetz ab, welcher Tarifvertrag angewandt wird. Die GDL hat in 16 der rund 300 Bahn-Betriebe die Mehrheit, in 71 Betrieben muss es noch festgestellt werden.

+++ 10.40 Uhr: Bahn-Personalvorstand Martin Seiler betonte in seinem Statement, dass der „gordische Knoten“ nun gelöst sei. Die Basis der Verhandlungen seien „herausfordernd“ gewesen. Doch insbesondere das Engagement der beiden Ministerpräsidenten habe das Ergebnis erst möglich gemacht, so Seiler.

Daniel Günther, Claus Weselsky, Martin Seiler und Stephan Weil (v.l.n.r.) auf der Pressekonferenz.

+++ 10.35 Uhr: Claus Weselsky hat die Pressekonferenz mit seinem Statement eröffnet. Man habe mit der Arbeitgeber-Seite einen „guten Kompromiss“ gefunden. Das „geschnürte Paket“ sei das, „was die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner verdient“ hätten.

Zentrales Ergebnis der Verhandlungen sei eine Lohnerhöhung im Dezember 2021, sowie zwei Corona-„Beihilfen“, welche schrittweise in Kraft treten sollen. Weselsky bedankte sich bei den Ministerpräsidenten Stephan Weil und Daniel Günther, welche „die Verhandlungen erst möglich gemacht“ hätten.

+++ 10.20 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz, auf der die Deutsche Bahn und die GDL Details zu den Tarifverhandlungen nennen wollen. Wie bereits bekannt wurde (s. Update von 9.25 Uhr), gab es Annäherungen bei Verhandlungen in der Nacht auf Donnerstag. Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr kurz vor der Pressekonferenz, dass es eine Einigung im Tarifstreit gab. „Es gibt eine Einigung“, zitiert die Nachrichtenagentur Quellen aus dem Verhandlungsumfeld.

+++ 9.25 Uhr: Die Pressekonferenz wurde für 10.30 Uhr angekündigt. Einem Medienbericht zufolge soll es in der Nacht auf Donnerstag Annäherungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL in den Verhandlungen gegeben haben. Das berichtet das Magazin Business Insider mit Verweis auf interne Informationen.

Erstmeldung von Donnerstag, 16.09.2021, 9.00 Uhr: Berlin – Drohen neue Streiks in Deutschland? Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) wollen sich am Donnerstagvormittag (16.09.2021) zum aktuellen Stand der Tarifverhandlungen äußern. Die DB hatte der GDL am Wochenende ein neues Angebot vorgelegt. Seitdem prüft die Gewerkschaft dieses.

GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Martin Seiler wurden für das Pressestatement angekündigt. Zudem nehmen zwei Ministerpräsidenten auf dem Podium Platz: Stephan Weil aus Niedersachsen und Daniel Günther aus Schleswig-Holstein.

Deutsche Bahn: Neue Streiks? DB und GDL nennen Details

Die GDL hatte den Personenverkehr in Deutschland in den Tarifverhandlungen bereits dreifach bestreikt. Sowohl die Deutsche Bahn als auch verschiedene politische Vertreter teilten mehrfach mit, dass man nun einen vierten Streik verhindern wolle.

Drohen neue Streiks in Deutschland? (Archivfoto)

Unter anderem appellierte das Bundesverkehrsministerium an beide Verhandlungsparteien nun „gemeinsame Lösungen“ anzustreben. (tu)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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