Nur für Selbstabholer

Eine aussterbende Art: Telekom verkauft gelbe Telefonzellen für 450 Euro

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Gelbe Telefonzellen: Sie werden stetig seltener. Foto: Hoffmeister

Michendorf. Wir haben in ihnen geredet, geschimpft und gelacht – bis ihre Zeit irgendwann vorüber war. Die Rede ist von den gelben Telefonzellen der Post. Doch nun gibt es eine Möglichkeit, sie zurückzuholen: Für 450 Euro verkauft die Telekom die gelben und die neueren magentafarbenen Exemplare.

Und schon jetzt sprießen die Ideen, was sich mit einer eigenen Telefonzelle anstellen ließe. Die Vorschläge im Netz reichen von einem Partyraum bis zum Mini-Studio für Musiker.

In der Kasseler Querallee beispielsweise ist ein ausrangiertes Exemplar schon vor einigen Jahren zu einer Bücherei umfunktioniert worden. Auch als Requisite im Theater sind Telefonzellen bereits zum Einsatz gekommen. Wie als mahnende Erinnerung an eine Zeit, in der das Handy noch nicht unmittelbar griffbereit war. Die ersten gelben Telefonzellen wurden direkt nach Gründung der Bundesrepublik aufgestellt, berichtet ein Telekom-Sprecher auf HNA-Anfrage. Wie viele von den gelben noch stehen, kann er allerdings nicht sagen – insgesamt gibt es in Deutschland etwa 40 000 Exemplare.

Telefonzellen, soweit das Auge reicht: Das Luftbild zeigt das Telekom-Lager im brandenburgischen Michendorf. Foto: nh

Doch wie kommen Interessenten an eines der ausrangierten Zellen? Grundsätzlich reicht eine E-Mail-Anfrage an info@telekom.de, aber danach wird es für dem Kaufinteressenten anstrengend. Denn die Telefonzellen lagern in der Nähe von Potsdam, im alten Fernmeldezeugamt (siehe Luftbild rechts). Der Haken: Die Telefonzellen müssen selbst abgeholt werden. Gewicht: 278 Kilo.

Als Bücherei, Studio oder Requisite muss der Käufer die Objekte hingegen hinterher nicht einsetzen. Immer mehr Interessenten, so berichtet es die Telekom, planen für ihre eigene Telefonzelle einen Indoor-Einsatz im Büro: Um endlich mal in Ruhe telefonieren zu können. Mit dem Handy. (rpp)

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