„Sputnik V“ kurz vor der Zulassung in der EU

Russischer Corona-Impfstoff: STIKO-Chef lobt –„Sputnik V clever gebaut“

In Europa wird derzeit die Zulassung des Corona-Impfstoffes Sputnik V geprüft. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat Vertrauen in den russischen Impfstoff.

Schon bald könnte es auch in Deutschland einen weiteren zugelassenen Corona-Impfstoff neben denen von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna geben, wie echo24.de* berichtet. Diesmal ist allerdings nicht die Rede von dem Curevac-Impfstoff aus Tübingen* – auch wenn die letzte Testphase vielversprechend ist und eine Zulassung bereits im Juni eventuell schon möglich wäre. Viel weiter ist bereits der vom Moskauer Forschungszentrum Gamaleja entwickelte russische Corona-Impfstoff „Sputnik V“*: Seit 4. März prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur die Zulassung des Impfstoffes im Schnellverfahren.

Durch die Zulassung weiterer Impfstoffe kann das Impf-Verfahren deutlich beschleunigt werden* und die Pandemie hoffentlich weiter eingedämmt werden. Das Robert-Koch-Insitut (RKI) veröffentlicht täglich, wie viele Menschen in Deutschland bereits geimpft sind. Inzwischen wurden seit dem Impfstart Ende Dezember bereits 8.161.238 Impfdosen (Stand 9. März) verabreicht. 5.350.408 Personen der Deutschen Bevölkerung haben bereits eine Erstimpfung erhalten. Insgesamt 2.605.818 Personen haben bereits eine Zweitimpfung erhalten – das entspricht einer Impfquote an vollständig Geimpften von 3,1 Prozent.

STIKO-Chef lobt den russischen Corona-Impfstoff: „Sputnik V clever gebaut“

Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), hat den russischen Corona-Impfstoff „Sputnik V“ gelobt. „Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut“, sagte der STIKO-Chef gegenüber der Rheinischen Post laut Deutscher Presseagentur.

Über einen Lieferrahmenvertrag habe die EU-Kommission bislang mit dem Hersteller von „Sputnik V“ noch nicht verhandelt. Dies solle erst passieren, sobald sich die EU-Mitgliedstaaten dazu entschieden haben, den Impfstoff auch anbieten zu wollen. Russlands staatlicher Direktinvestmentfonds RDIF, der an der Finanzierung der Sputnik-Entwicklung beteiligt ist, kündigte bereits für den Fall einer Zulassung an, 50 Millionen Menschen in der EU mit dem Impfstoff zu versorgen*. „Sputnik V kann einen wichtigen Beitrag leisten zur Rettung von Millionen Leben in ganz Europa“, sagte Dmitrijew. Der Sputnik-V-Impstoff ist bereits in 46 Staaten zugelassen. Auch Ungarn und die Slowakei sollen das Präparat bereits ohne EMA zugelassen haben.

Russischer Corona-Impfstoff „Sputnik V“ steht kurz vor der Zulassung in der EU

Kurz vor der Zulassung in Europa stehen derzeit der US-amerikanische Impfstoff von Johnson & Johnson sowie der russische Corona-Impfstoff „Sputnik V“.  Die Entscheidung über die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur basiert auf den Ergebnissen von Laborversuchen und dieser klinischen Studien, wie die Deutsche Presseagentur mitteilte.

Der russische Impfstoff ist relativ vielversprechend, Sputnik V soll laut einer Studie mit mehr als 20.000 Teilnehmern zu 91,6 Prozent bei über 60-Jährigen wirksam sein, wie das britische Fachmagazin Lancet berichtet. Die vorläufigen Ergebnisse haben sich auf Grundlage von Daten mit mehr als 20.000 Teilnehmern ergeben. Der russische Impfstoff soll die Bildung von Antikörpern gegen das Coronavirus anregen und beim Schutz vor Covid-19 helfen.

Russischer Impfstoff „Sputnik V“ hat einen Haken

Übrigens: Einen bekannten Haken gibt es bei dem russischen Corona-Impfstoff bereits. Russlands oberste Amtsärztin, Anna Popowa, empfliehlt laut RND, vor und nach der Impfung mit dem Sputnik-V-Impfstoff keinen Alkohol zu trinken. Auch der Leiter des Forschungszentrums Gamaleja spricht sich für eine dreitägige Alkohol-Abstinenz nach einer Corona-Impfung aus. 

Unterm Strich ist das allerdings keine wirklich neue Empfehlung. Denn auch die deutsche Krankenkasse Barmer rät generell: „Trinken Sie in den ersten Tagen nach einer Impfung möglichst gar keinen Alkohol. Oder Sie belassen es einfach bei einem Glas Wein oder Bier. Denn der Körper kann nach einer Impfung schlechter Antikörper bilden, wenn er damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen“. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Pavel Korolyov/afp

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