Kabarett trifft auf Late-Night-Comedy

Neue Sendung im ZDF: "Mann, Sieber!"

Kabarett trifft auf Late-Night-Comedy: Tobias Mann (links) und Christoph Sieber blicken in ihrer neuen Show „Mann, Sieber!“ einmal im Monat mit einem Augenzwinkern auf das politische Weltgeschehen. Foto: ZDF

"Die Apokalypse kommt", da sind sich die Kabarettisten Tobias Mann und Christoph Sieber einig. Doch bis es soweit ist, wollen sie die Zeit möglichst unterhaltsam gestalten. Wie sie das machen wollen, erzählen sie im Interview. Heute startet ihre Sendung "Mann, Sieber!" ab 22.45 Uhr im ZDF.

Die Kabarettisten Tobias Mann und Christoph Sieber präsentieren heute eine neue politische Late-Night-Show im ZDF, ab 22.45 Uhr, die das aktuelle politische Geschehen humorvoll aufarbeitet. In ihrer Sendung „Mann, Sieber!" trifft der Optimist auf den Skeptiker zu einem bissig-satirischen Schlagabtausch.

Herr Mann, wie viel Optimist steckt eigentlich in Ihnen? 

Tobias Mann: Ich bin ein sehr sonniger Typ und glaube grundsätzlich immer, dass es noch einen Funken Hoffnung gibt.

Warum sind Sie denn so skeptisch, Herr Sieber? 

Christoph Sieber: Naja, weil ich Realist bin. Wir müssen einsehen, dass die Lage hoffnungslos ist. Das Einzige, was mich optimistisch stimmt, ist, dass viele diese Hoffnungslosigkeit mit mir teilen. Ich bin zwar ein zutiefst fröhlicher Typ, weiß aber, dass das unbegründet ist.

Das heißt ... 

Sieber: Es tut der Sendung gut, wenn jemand nicht jeden Gag mitmacht.

Mann: Also sind wir uns einig: Die Apokalypse kommt, aber bis dahin müssen wir unsere Zeit möglichst unterhaltsam gestalten.

Late Night und Kabarett, wie funktioniert das als Kombination? 

Mann: Wir können zwei Leidenschaften miteinander verbinden und lieben Late-Night- Shows, Kabarett und die Grenzenlosigkeit. Wir müssen uns nicht einschränken und können alles zusammenführen. Das ist ein Traum.

Sieber: Das ZDF hat uns das Bällebad von Ikea als Spielwiese gegeben. Innerhalb einer Grenze von 30 Minuten können wir uns darin austoben. Alles ist erlaubt. Das dürfte spannend werden.

Was unterscheidet Ihr Format von anderen Shows? 

Sieber: Der Spagat zwischen Entertainment und Ernsthaftigkeit. Fernab vom Mainstream. Wir möchten die Leute unterhalten. Sie sollen aber auch das Gefühl haben, etwas für sich mitzunehmen und gelernt zu haben.

Auf was für Themen dürfen die Zuschauer gespannt sein? 

Mann: Unser Thema heute sind Fluchtursachen. Wer ist verantwortlich und warum flüchten so viele aus ihrer Heimat? In der ersten Sendung wird es keinen Gast geben, denn er ist aufgrund eines Unfalls ausgefallen. Das ist blöd gelaufen. Doch wir erklären in den ersten zwei Minuten warum. Die sollten sich die Zuschauer ansehen.

Wonach richten sich die Themen? 

Sieber: Wir werden die Menschen tagesaktuell abholen. Heute ist Tag der Demokratie. So fragen wir: Wo ist die Demokratie? Wo geht sie hin?

Mann: Wir haben zwei Stunden Filmmaterial und müssen es auf 30 Minuten kürzen, 45 wären noch besser.

Wie kamen Sie auf die Idee für „Mann, Sieber!“? 

Sieber: Das ZDF ist an uns herangetreten. Wir sind auf der Bühne unterwegs. Ich bin oft zu Gast in anderen Sendungen. Wir hatten schon mal beide eine eigene Sendung. Ich war nicht darauf erpicht, Fernsehen zu machen. Doch als der Sender auf uns zukam, konnten wir nicht Nein sagen. Tobi und ich kennen uns gut.

Was ändert sich im TV? 

Mann: Während wir mit unseren Texten nackt auf der Bühne stehen, haben wir im Fernsehen die Möglichkeit, Satire in filmischer Form darzustellen. Wir können die Themen ganz anders angehen und bearbeiten als bisher.

Was wollen Sie erreichen? 

Mann: Wir wollen ein bisschen anecken und zum Nachdenken anregen. Claus Kleber wird bei uns in der Sendung rappen. Er weiß es selbst noch nicht. Es wird sein erster Auftritt als Rapper und uns die Finanzkrise anschaulich erklären. Es sind so viele Informationen, da blickt man kaum noch durch.

Freuen Sie sich schon? 

Mann: Leidenschaft zahlt sich aus. Wenn wir keinen Spaß an der Sache hätten, bräuchten wir sie nicht anzufangen.

Sieber: Wir brennen beide für unsere Themen und für das, was wir transportieren wollen.

Zur Person

Tobias Mann  (40) kam in Mainz zur Welt und studierte Wirtschaftswissenschaften. Im TV trat er erstmals 1997 in „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ auf und war Gast bei „Satire Gipfel“, „Nightwash“ und „Neues aus der Anstalt“. 2010 bis 2011 hatte er seine eigene Sendung mit „Mann an Bord“ im WDR und moderierte die WDR Comedy-Sendung „Fun(k)haus“.

Christoph Sieber (45) ist in Balingen geboren. Er studierte Pantomime an der Folkwang Hochschule in Essen. 2002 trat er erstmals im TV in „7 Tage, 7 Köpfe“ auf. Es folgten Auftritte in „Neues aus der Anstalt“, „heute-show“, „TV total“, „Satiregipfel“ und „Verstehen Sie Spaß?“. Von 2010 bis 2013 moderierte er seine Satiresendung „Spätschicht“ im SWR.

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