Kommt bald die Schwarze Witwe?

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Diese beiden neu eingewanderten Spinnenarten sind harmlos

Berlin - Der Schwarzen Witwe will niemand gerne begegnen. Doch es könnte sein, dass sie sich bald auf den Weg nach Deutschland macht. Andere gebietsfremde Arten haben sich hier längst eingelebt. 

Noch gibt es keinen Grund zur Sorge. In Deutschland ist die Schwarze Witwe so gut wie nie anzutreffen. Doch die Klimabedingungen in Deutschland nähern sich durch die globale Erwärmung immer mehr denen des Mittelmeerraums an. So fühlen sich auch die von dort stammenden Arten hier immer wohler.

Bereits gut eingelebt haben sich zwei ungefährliche Spinnenarten aus dem Mittelmeerraum: Die Zitterspinne Holocnemus pluchei stammt und die Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana. Sie reisten wohl als blinde Passagiere mithilfe von Bussen oder LKW nach Deutschland.

Diese Tierarten sind nach Deutschland eingewandert

Die chinesische Wollhandkrabbe reiste als blinder Passagier auf Schiffen von Ostasien nach Europa. Mittlerweile lebt sie in allen in Nord- und Ostsee mündenden Flüssen. Da sich sich gut an verschiedene Temperaturen und Salzgehalte des Wassers anpassen kann, konnte sie sich schnell ausbreiten. © dpa
Die Biberratte stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie wurden nach Deutschland gebracht, um sie in Pelzfarmen zu züchten. Teilweise wurden Tiere absichtlich freigesetzt, einige konnten der Käfighaltung entfliehen. © dpa
Das Kanada-Grauhörnchen gleicht dem heimischen Eichhörnchen, hat im Gegensatz zu ihm aber keine Haarpinsel and den Ohren. Es stammt aus Nordamerika. © dpa
Der aus Afrika und Asien stammende Halsbandsittich ist ebenfalls in Deutschland heimisch geworden. © dpa
Die aus Nordamerika eingeschleppte Körbchenmuschel hat Deutschland von Westen her nach Osten durchquert und findet sich nun auch an der Oder. Die Muschelart stammt aus Asien und gelangte vermutlich im Ballastwasser von Schiffen über Nordamerika nach Europa. © dpa
Die Gartenameise Lasius neglectus stammt aus der türkischen Schwarzmeerregion. Inzwischen hat sich die Art in Europa verbreitet. Eingeschleppt wird die Art nach Informationen der Uni Regensburg zum Beispiel beim Import von großen Kübelpflanzen, in deren Töpfen sich die Kolonien einnisten können. © Gert Brovad, Zoologisches Musium, Universität Kopenhagen
Der Bisam stammt aus Nordamerika und wurde laut WWF zu Jagdzwecken in die Tschechoslowakei gebracht. Anfang der 1920er wurden die Tiere zu Tausenden in Pelztierfarmen gehalten. Nachdem ihre Felle an Wert verloren hatten, wurden sie in die Natur entlassen.   © dpa
Der Ochsenfrosch, auch Riesenfrosch genannt, kann ausgestreckt eine Länge von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Urspünglich ist er in Nordamerika heimisch.   © dpa
Die Pazifische Auster kommt aus asiatischen Gewässern. Sie breitet sich im Wattenmeer immer weiter aus. © dpa
Die Rippenqualle stammt aus den tropisch warmen amerikanischen Atlantikgewässern. 1982 gelangte sie im Ballastwasser der Schiffe ins Schwarze Meer. 2006 wurde die Rippenqualle auch in der Ostsee entdeckt. © dpa
Ein unangenehmer Einwanderer ist die Asiatische Tigermücke. Sie überträgt unter anderm gefährliche Krankheiten wie das Dengue-Fieber.  © dpa
Der Nordamerikanische Wäschbär wurde 1927 als Pelztier nach Deutschland gebracht. Laut der Umweltschutzorganisation WWf wurde er 1934 gezielt am nordhessischen Edersee ausgesetzt, von wo er sich seitdem immer weiter ausbreitet. Außer dem Uhu, der seine Jungtiere reißt, hat er keine natürlichen Feinde.   © dpa
Auch der Mink wurde zunächst als Pelztier gehalten und dann in die Freiheit entlassen. Er konnte sich in seinem neuen Lebensraum gut ausbreiten. © 
Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes haben zwei neue Spinnenarten in Deutschland verstärkt nachgewiesen. Eine davon ist die Zitterspinne Holocnemus puchei. Sie vertilgt Insekten, unter anderem Schaben und Stechmücken. © Senckenberg
Die zweite Art ist die Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana. Sie haben eine Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern. Beide Arten stammen aus dem Mittelmeerraum. © Dr. Ambros Hänggi (Naturhistorisches Museum Basel)
Der asiatische Marienkäfer sollte in Gewächshäusern die Schädlinge bekämpfen - gelangte dann aber in die Freiheit. Mittlerweile ist die gebietsfremde Art häufiger anzutreffen als der Siebenpunkt-Marienkäfer. © dpa
Bei etwa zehn Prozent der Pflanzen in Deutschland handelt es sich um gebietsfremde Arten. Der Riesen-Bärenklau aus dem Kaukasus ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa zu finden.  © dpa
Das Indische Springkraut stammt aus dem westlichen Himalaja. Die Pflanze kam als Zierkraut nach Europa und breitete sich in Rekordzeit aus. © dpa

Doch die Invasion fremder Arten nach Deutschland begann schon viel früher und hatte andere Ursachen als den Klimawandel. Etwa 1150 nicht heimische Tier- und 12.000 invasive Pflanzenarten leben laut der Umweltstiftung WWF in Deutschland. Als Referenz gilt dabei das Jahr 1492, als Christoph Columbus Amerika entdeckte. Ab diesem Zeitpunkt waren die Kontinente durch die moderne Seefahrt miteinander verbunden. Die Schiffe bringen neue Arten als blinde Passagiere mit. Die Chinesische Wollhandkrabbe etwa gelangte auf diesem Weg von Ostasien nach Europa und ist heute auch in Deutschland heimisch.

Angst vor Fahrstühlen, Luft und Namen - diese Phobien gibt es wirklich

Wieder frei atmen trotz Allergie
Aerophobie: Halt die Luft an! Guter Tipp, aber die ganze Zeit? Menschen mit Aerophobie, fürchten sich davor, Luft zu verschlucken, einzuatmen oder noch schlimmer, Gestank zu riechen. © picture alliance / obs / Schnarchportal.de
Phobien Angst und Psychosen
Anatidaephobie: Unter dieser Phobie leiden Menschen, die sich von Enten beobachtet fühlen. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Geniophobie: Für Menschen mit dieser Angststörung wäre Udo Lindenberg oder jemand Anderes mit markantem Kinn wahrscheinlich der reinste Horror. Geniophobie ist also die Angst vor einem Kinn. Klingt unglaublich, gibt es aber wirklich. © dpa
Alliumphobie: Die Angst vor Knoblauch kennt man eigentlich nur von Vampiren.
Alliumphobie: Die Angst vor Knoblauch kennt man eigentlich nur von Vampiren. Aber auch Menschen haben regelrecht Furcht oder sogar Panik vor Knoblauch, Zwiebeln oder auch nur deren Geruch. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Amychophobie: Wenn man unter dieser Phobie leidet, kann ein Mückenstich schon mal zur Qual werden. Denn die Betroffenen haben extreme Furcht sich zu kratzen oder gekratzt zu werden. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Laevophobie: Die Betroffenen haben vor allem Angst, was sich auf der linken Seite befindet. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Nomatophobie: Die Betroffenen wirken wahrscheinlich oft unhöflich wenn sie sagen: "Hey du, du da" Denn sie haben Angst vor Namen und wollen sie weder aussprechen noch daran denken. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Urophobie: Eine übersteigerte Angst vor Urin und selbst zu urinieren. Der tägliche Gang auf die Toilette wird hier zur Qual. Noch schlimmer ist es für viele Betroffene, wenn sie außer Haus sind. Denn der Ekel vor Orten, an denen viele Menschen ihr Geschäft erledigen, ist noch extremer. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Anablephobie: "Guck mal, da oben", sollten Sie besser nicht zu Menschen mit dieser Angststörung sagen. Nach oben zu schauen, sich hohe Gebäude oder Dinge auch nur vorzustellen, löst in den Betroffenen Panik aus. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Genuphobie: Woher diese Angststörung kommt, ist rätselhaft. Aber Furcht vor dem Knie oder dem Niederknien haben einige Menschen tatsächlich.  © dpa
Valentinstag
Anthophobie: Blumen zum Valentinstag, nein danke! Menschen mit dieser Phobie haben eine außergewöhnliche Abneigung gegen Blumen oder fürchten sich sogar vor ihnen. © dpa
Knopfmuseum erweitert Sammlung
Koumpounophobie: Menschen, die mit dieser Angst zu kämpfen haben, ekeln sich vor Knöpfen. Sie tragen keine Jeanshosen, stattdessen Röcke oder Hosen mit Gummizug. Bettbezüge mit Knöpfen an den Enden finden die Phobiker widerlich. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Arachnophobie: Keine außergewöhnliche Phobie, aber doch eigentlich ziemlich unlogisch, oder? Denn, wenn es sicht nicht gerade um ein giftiges Exemplar handelt, besteht eigentlich kein Grund, sich vor diesen kleinen Achtbeinern zu fürchten. © dpa
Der Kuckuck ruft wieder
Chronomentrophobie ist die übersteigerte Furcht vor Uhren. © dpa
Leukophobie: Ein Traum in Weiß, beispielsweise ein Hochzeitskleid, wird für Betroffene dieser Phobie zum Albtraum. Sie haben Angst vor allen Dingen, die weiß sind.
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Italien - Sardinien - Costa Smeralda
Aquaphobie: Wenn wir uns einmal unseren Tagesablauf vor Augen führen, ist das wohl eine der Phobien, die uns am meisten beeinträchtigt: die Angst vor Wasser. Manche haben erst Angst wenn Sie ins Meer gehen sollen, andere schon wenn es nur ums Duschen geht. © picture alliance / dpa
Neuer Zehn-Euro-Schein
Chrematophobie: Die meisten Menschen hätten lieber zu viel, als zu wenig, aber Betroffene dieser Phobie fürchten sich vor Geld. In der extremsten Form hat man nicht nur Angst, Geld anzufassen, sondern auch welches zu besitzen. © dpa
Clinophobie: Meistens haben Kinder in einer bestimmten Entwicklungsphase Angst, ins Bett zu gehen. Es könnte ja ein unheimlicher Schatten auftauchen, oder etwas unter dem Bett sein. Aber auch Erwachsene haben dieses Problem. Das Zubettgehen wird bei den Betroffenen solange wie möglich hinausgezögert. Gute Nacht hat für sie eine ganz andere Bedeutung.
Clinophobie: Meistens haben Kinder in einer bestimmten Entwicklungsphase Angst, ins Bett zu gehen. Es könnte ja ein unheimlicher Schatten auftauchen, oder etwas unter dem Bett sein. Aber auch Erwachsene haben dieses Problem. Das Zubettgehen wird bei den Betroffenen solange wie möglich hinausgezögert. Gute Nacht hat für sie eine ganz andere Bedeutung. © dpa
Spaziergang unter weiß-blauem Himmel
Ouranophobie: Ein blauweißer Himmel kann Menschen mit dieser Phobie nicht enzücken. Sie haben Angst, es könnte etwas vom Himmel stürzen oder denken, bedrohliche Dinge kommen aus dem Himmel. © dpa
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Catoptrophobie
Catoptrophobie: Ein Blick in den Spiegel ist für Menschen mit dieser Angststörung mehr als unangenehm. Sie meiden alle spiegelnden Oberflächen. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Geliophobie: Lachen ist gesund, aber für Betroffene dieser Phobie nicht erfreulich. Denn sie haben Angst zu lachen oder von anderen ausgelacht zu werden. © dpa

Doch viele gebietsfremde Arten kommen nicht durch Zufall nach Deutschland. So wie etwa der Asiatische Marienkäfer, der mittlerweile häufiger zu sehen sind als der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Die Asiatischen Marienkäfer sollten eigentlich nur in Gewächshäusern Schädlinge fressen - gelangten aber in die Freiheit und verbreiteten sich. Auch der Amerikanischer Nerz ist aus der Gefangenschaft entwischt. Ursprünglich wurder er als Pelztier eingeführt.

sr

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