Von der Mutter seines Opfers

Dieser Mörder wird gleich vor dem Tod gerettet

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Dem Verurteilten wurden schon der Strick über den Kopf gelegt, als ihn die Mutter seines Opfers begnadigte.

Teheran - Der Strick liegt schon um seinen Hals. Doch praktisch in letzter Minute entgeht ein Mörder im Iran der Todesstrafe. Islamische Gesetze machen seine Rettung möglich.

Eine Mutter hat den Mörder ihres Sohnes kurz vor der Hinrichtung im Iran begnadigt: Statt des Stricks bekam er von ihr eine Ohrfeige, wie die Zeitung „Shargh“ am Donnerstag berichtete. Der 25-jährige Täter hatte vor sieben Jahren den damals 18-jährigen Sohn der Frau auf einer Straße in Rojan in Nordiran erstochen. Als sein Todesurteil am Dienstag vollstreckt worden sollte, begnadigte ihn die Mutter des Opfers quasi in letzter Minute.

„Ich hatte einen Traum, und in dem sagte mir mein Sohn, dass er an einem guten Ort sei und seinen Frieden gefunden habe“, sagte Samereh Alinedschad der „Shargh“. Daher habe sie sich entschlossen, den Mörder ihres Sohnes zu begnadigen. Nach der Begnadigung fielen sich die Mütter des Opfers und des Mörders weinend in die Arme.

Laut islamischen Gesetzen können Familienmitglieder der Opfer die zum Tode verurteilten Mörder begnadigen, auch kurz vor der Hinrichtung. Im Gegenzug wird der Opferfamilie ein sogenanntes Blutgeld bezahlt. Im Iran ist dieses Blutgeld per Gesetz in diesem Jahr auf umgerechnet mindestens 38 000 Euro festgesetzt.

dpa

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