"Geld bringt ermordeten Sohn nicht zurück"

Direns Vater: Entschädigung ist „schwacher Trost"

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Diren war in der Türkei beerdigt worden.

Missoula/Hamburg - Die Versicherungen des Mannes, der Diren erschossen hat, werden dessen Eltern zwar Geld zahlen, es gibt jedoch keine Verhandlungen mit der Familie des Schützen.

Die Eltern des in den USA erschossenen Austauschschülers Diren D. verzichten auf Geld von der Familie des Täters. Sie haben nach eigenen Angaben nie mit den Angehörigen über eine Entschädigung verhandelt. „Wie kann man sich mit dem Mörder seines Sohnes einigen?“, sagte Direns Vater Celal D. am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe lediglich eine Übereinkunft der Anwälte mit den Versicherungen des Täters gegeben.

„Wir wollen kein Geld von der Familie des Täters haben“, bekräftigte Direns Vater. „Die Mutter hat uns Geld angeboten, damit wir nicht eine vorzeitige Entlassung des Schützen nach 25 Jahren verhindern. Das haben wir abgelehnt.“ Die Versicherungen hätten ohnehin eine Summe auszahlen müssen. „Aber selbst, wenn die uns 100 Millionen Euro zahlen, bringt uns das unseren Sohn nicht zurück“, sagte Celal D..

Der 17-jährige Diren lebte bei einer Gastfamilie in Missoula im US-Staat Montana, als er im April 2014 von Markus K. erschossen wurde. Diren war in dessen Garage eingedrungen, der Grund dafür blieb vor Gericht ungeklärt. Der Täter berief sich auf sein Recht, sich und sein Eigentum zu verteidigen. Im Februar verurteilte ein Gericht in Missoula ihn jedoch wegen vorsätzlicher Tötung zu 70 Jahren Haft.

Am Sonntag hatten Medien berichtet, Direns Familie habe sich mit dem Schützen über eine Entschädigung in ungenannter Höhe geeinigt. Zudem würden die Eltern die Waffen des Täters bekommen, hieß es. Im Gegenzug werde das für Dezember angesetzte Zivilverfahren in den USA über eine Entschädigung von Direns Familie abgesagt.

„Die Auto- und die Hausratversicherung hätten sowieso zahlen müssen“, sagte Direns Vater. „Diese Zahlungen wären gekommen, egal was wir machen.“ Auf Facebook habe es nach den Medienberichten schon „absurde und ekelhafte Kommentare“ gegeben. Die Familie habe auf das Zivilverfahren verzichtet, um endlich einen Schlussstrich zu ziehen. „Wir haben keine Kraft mehr.“

Es sei falsch, dass Direns Familie die Waffen des Schützen haben wollte, versicherte Celal D. und fügte hinzu: „Nach den US-Gesetzen stehen uns die Waffen zu. Aber was soll ich damit?“ Wenn er irgendwann vielleicht nochmal in die USA reisen sollte, könnte er die Waffen öffentlich mit einem Vorschlaghammer unschädlich machen.

dpa

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