Disko-Anschlag von 1986: Haftbefehle noch in Kraft

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Bei dem Anschlag auf die Diskothek "La Belle" starben im April 1986 drei Menschen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Berlin - Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hofft, dass nach den politische Veränderungen in Libyen mutmaßliche Mittäter des Anschlags auf die Berliner Diskothek “La Belle“ doch noch vor Gericht kommen.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis am Mittwoch im Deutschlandfunk sagte, habe die Anklagebehörde über die Jahre vier internationale Haftbefehle gegen mutmaßliche libysche Mittäter aufrechterhalten. Man werde sehen, “ob angesichts der veränderten Verhältnisse entweder sich die neue libysche Regierung hier darum kümmert und diese Beschuldigten einer Strafverfolgung zuführt“ oder ob man sich entschließen könne, die Beschuldigten auszuliefern. “Also, die Geschichte ist noch nicht gegessen.“

Mehlis war Ankläger in dem Berliner Prozess um den Bombenanschlag auf die Diskothek im April 1986, bei dem drei Menschen starben und mehr als 200 Menschen verletzt wurden. In seinem Urteil kam das Berliner Landgericht 2001 zu dem Schluss, dass der libysche Geheimdienst Drahtzieher des Anschlags war. Es habe sich aber nicht sicher klären lassen, ob Muammar al-Gaddafi selbst das Attentat angeordnet habe, auch wenn einiges dafür spreche, so das Gericht.

Wegen Mordes wurde die Bombenlegerin zu 14 Jahren Haft verurteilt, drei Mittäter wegen Beihilfe zu Haftstrafen von 12 und 14 Jahren. 2004 bestätigte der Bundesgerichtshof das Berliner Urteil.

dpa

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