Doppelmörder von Bodenfelde: Mutter sagt aus

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Der mutmaßliche Doppelmörder Jan O. wollte die Aussage seiner Eltern verhindern.

Göttingen - Die Eltern des mutmaßlichen Doppelmörders von Bodenfelde sollen am Freitag vor dem Landgericht Göttingen als Zeugen aussagen. Die Mutter des Angeklagten hat den Vorsitzenden Richter persönlich um die Vernehmung gebeten.

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Jan O. hatte zuletzt die Aussage verhindern wollen, da er seit Jahren mit seinen Eltern zerstritten ist. Das Gericht hält die Aussagen aber für relevant, um mehr über die Persönlichkeit des Angeklagten zu erfahren. Zudem wird zumindest die Mutter der von Jan O. getöteten 14-jährigen Nina demnächst vor Gericht aussagen. Das Gericht hält die Aussage für wichtig, um herauszufinden, wie kommunikativ die Jugendliche war. Die Eltern des getöteten Tobias, die nicht an dem Prozess teilnehmen, wollen noch über eine Aussage entscheiden, sagte ihr Anwalt Steffen Hörning am Montag.

Jan O. ist angeklagt, im November vergangenen Jahres im niedersächsischen Bodenfelde die 14-jährige Nina und den 13-jährigen Tobias erstochen beziehungsweise erwürgt zu haben. Vor Gericht war bereits das 19 Seiten umfassende schriftliche Geständnis verlesen worden. Darin schildert der Angeklagte grausame Details seiner Verbrechen und räumte kannibalistische Handlungen ein.

Ein Zeuge bezeichnete Jan O. am Montag als aggressiv. Bei einem Treffen an dem Tag, als Tobias ermordet wurde, habe dieser ihm gedroht, sagte er. “Ich habe richtig Schiss gehabt vor Jan und am ganzen Körper gezittert. Ich konnte nicht mehr.“ Der 26-Jährige soll dabei auch gesagt haben: “Wenn du dich noch mal blicken lässt, bist du der nächste, der tot ist.“ Gewundert habe er sich über diesen Satz aber nicht, sagte der Zeuge auf Nachfrage des Gerichts. Das Gericht wird in dem Fall voraussichtlich am 25. Mai ein Urteil sprechen.

dapd

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