Tatmotiv Habgier?

Hat Doppelmörder ein drittes Mal getötet?

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Hat Torsten S. aus Habgier einen dritten Mord begangen?

Halle - Der Angeklagte verbüßt bereits die Höchststrafe in Deutschland - lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung wegen zweifachen Mordes. Er könnte ein drittes Opfer ermordet haben.

Der 42-Jährige soll laut Anklage 2007 eine Bekannte aus der Schweiz nach Sachsen-Anhalt verschleppt und getötet haben - aus Habgier oder, um eine andere Straftat zu vertuschen. In der Nähe hatte er ein Jahr später eine Frau und deren Arzt umgebracht, um an die EC-Karte der Seniorin und das Auto des Mannes zu kommen. 2010 wurde er dafür zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Doppelmörder von Mansfeld steht nun seit Montag wieder vor Gericht, der Prozess soll voraussichtlich bis Oktober dauern.

Kriminaltechniker am Tatort des Doppelmords in Mansfeld

Teile des Skeletts seiner toten Bekannten wurden 2011 nahe Mansfeld gefunden. Der Angeklagte, der früher in der Schweiz gelebt hatte, hatte zwischenzeitlich ausgesagt, die Frau sei bei einem Streit aus dem Auto gefallen - es sei ein Unfall gewesen. Er habe die Leiche im Rhein versenkt. Mit mehreren Hundertschaften suchte die Polizei nach der Frau - vergeblich. Bis heute bestreite er einen Mord an der Frau, sagte ein Sprecher des Landgerichts.

Vor Gericht schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Er werde sich nicht äußern, sagte sein Verteidiger. Der Mann war von Justizbediensteten in Hand- und Fußfesseln in den Verhandlungssaal 141 gebracht worden. Er trug eine schwarze Sonnenbrille und eine Kappe über grauem Haar, das zu einem Pferdeschwanz gebunden war. Bei der Verlesung der Anklageschrift zeigte er keine Regung.

Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, er habe die 47-Jährige zwischen dem 23. und 24. Juni 2007 mit dem Auto nach Deutschland gebracht, in einem unwegsamen Waldstück im Südharz an einen Baum gefesselt und getötet. Die Frau sei wahrscheinlich erstickt worden - mit einer Plastiktüte über dem Kopf, sagte Staatsanwalt Hendrik Weber. Der Angeklagte hatte den Angaben zufolge bei der Frau in Rotkreuz im Kanton Zug gewohnt, unter falschem Namen.

Die Ermittler fanden bei ihm unter anderem die Geld- und Kreditkarte, Papiere, Schlüssel sowie Bekleidung der Frau, wie es hieß. Die Plastiktüte trug nach Angaben Webers die Aufschrift eines Schuhgeschäfts aus dem Wohnort der Frau. Mit Hilfe von DNA-Spuren sei die Leiche identifiziert worden. Diese hatten Forstarbeiter im dichten Unterholz in dem Waldstück „Wolfsgrube“ bei Saurasen nahe Mansfeld gefunden. An einem gefällten Baum fanden sie einen Strick.

Nach Angaben von Gerichtssprecher Wolfgang Ehm droht dem verurteilten Doppelmörder erneut lebenslange Haft. Die getötete Frau hinterlässt einen Sohn, er war 2007 erst neun Jahre alt. Der von ihr getrennt lebende Ehemann hatte sie einen Tag nach ihrem Verschwinden bei der Polizei in der Schweiz als vermisst gemeldet. Die Verkäuferin sei am 23. Juni 2007 nach Dienstschluss gegen 17.30 Uhr in das Auto des Angeklagten gestiegen.

Der Prozess wird am Donnerstag mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt und soll voraussichtlich bis 17. Oktober dauern.

dpa

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