Brutaler Doppelmord: Angeklagter schweigt nach Geständnis

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Die wegen Mordes angeklagten Dennis B. (2.v.r) und Martin G. (l.) stehen vor dem Landgericht in Potsdam.

Brandenburg/Havel - Schwerer Raub, Geiselnahme und Mord wird einem brutalen Duo in Brandenburg/Havel vorgeworfen. Einer der Täter hatte bei der Polizei bereits gestanden, im Prozess schweigt er nun doch.

Nach dem Doppelmord in Brandenburg/Havel hat ein Angeklagter am Dienstag vor Gericht zur Überraschung aller Prozessbeteiligten geschwiegen. Der 27-Jährige lehnte es vor dem Landgericht Potsdam ab, im Mordprozess gegen ihn und einen mutmaßlichen Komplizen (26) auszusagen. Dies ist zwar sein Recht, vor acht Monaten jedoch hatte sich der Angeklagte bei der Polizei gestellt und die Tat gestanden. Die Anklage wirft dem Duo Mord, schweren Raub mit Todesfolge und Geiselnahme vor.

Der Fund der verkohlten Leichen der 21 und 22 Jahre alten Opfer hatte im vergangenen Sommer Entsetzen in der Havelstadt ausgelöst. Die Männer müssen sich seit Ende März für das Verbrechen im Juli 2010 vor Gericht verantworten. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft geht von einem brutalen Überfall im Drogenmilieu aus.

Der ältere Angeklagte hatte sich einige Tage nach der Tat am 23. Juli 2010 der Polizei gestellt und gestanden. Einen Tag später wurde der mutmaßliche Komplize im Erzgebirge bei Angehörigen seiner Partnerin gefasst. In Briefen an seine Freundin, die vor Gericht verlesen wurden, hat dieser die Tat jedoch vehement bestritten. Sein 27 Jahre alter Freund äußerte in Schreiben an seine Mutter Angst vor dem Jüngeren.

In dem Prozess sollen bislang knapp 40 Zeugen sowie mehrere Sachverständige aussagen. Das Urteil ist für den 30. Juni geplant.

dpa

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