Umbau an der Speicherstraße

Mega-Projekt in Dortmund: Hafenquartier bekommt spektakuläre Eventfläche - doch eine Café-Besitzerin ist enttäuscht

Büros, Co-Working-Spaces und ein Gründungscampus entstehen an der Speicherstraße 10 bis 20 in Dortmund.
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Büros, Co-Working-Spaces und ein Gründungscampus entstehen an der Speicherstraße 10 bis 20 in Dortmund.

Das neue Hafenquartier an der Speicherstraße in Dortmund bekommt eine spektakuläre Eventfläche. Zeitgleich zeigt sich eine lokale Gastronomin enttäuscht.

  • Am Hafen von Dortmund schreiten die Planungen für den Umbau der Speicherstraße voran.
  • Nun hat die Stadt Details zu einer neuen Eventfläche direkt am Wasser vorgestellt.
  • Auch für die Nordstadt soll sich das Projekt positiv auswirken.

Dortmund - Immer mehr Details kommen zum Umbau des Hafen-Quartiers an der Speicherstraße in Dortmund ans Tageslicht. Nachdem die Stadt erst kürzlich die Pläne für den Bau der Akademie für Theater und Digitalität am Hafenbecken bekannt gab (RUHR24* berichtete), dringen jetzt Details zur sogenannten "Agora" an die Öffentlichkeit. Zum Hintergrund: Die Agora war im antiken Griechenland der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt.

Hafen von Dortmund bekommt eine "Agora" an der Speicherstraße

Bei der am Hafen von Dortmund entstehenden Agora handelt es sich laut Wirtschaftsförderung Dortmund um eine "spektakuläre Eventfläche". Sie soll den Mittelpunkt des neuen Innovationscampus an der Speicherstraße 10 bis 20 bilden. Der Campus soll künftig Co-Working-Spaces, Gastronomie und ein Zentrum für Gründer beheimaten - direkt mit Sicht auf das Wasser des Dortmunder Hafens.

Im Erdgeschoss der "Agora" soll eine Gastronomie direkt am Hafenbecken entstehen.

Kein einziges Gebäude muss für das Projekt neu gebaut werden. Die Architekten der Firma "Gerber" nutzen für den Umbau die bestehenden Lagerhallen an der Speicherstraße. "Etablierte Unternehmen finden hier genauso eine neue Heimat wie junge Start-ups", sagt Norbert Hermanns, Investor und Vorstand der Landmarken AG.

Speicherstraße: "Agora" am Hafen von Dortmund bietet Platz für Events

Herzstück dieses Innovationscampus bildet die sogenannte "Agora". Dafür entnehmen die Architekten mehrere Etagen aus einem Teil der bestehenden Gebäude. Oben verglasen sie dann das Dach und schaffen in der ersten Etage Platz für spektakuläre Events. Nach oben hin soll durch die fehlenden Etagen ein spektakulärer Blick in den Dortmunder Himmel möglich sein.

Rund 200 Menschen sollen in der Agora bei Veranstaltungen Platz finden. Das Erdgeschoss soll für Jedermann begehbar sein und zur zukünftigen Hafenpromenade führen. Eine Gastronomie gibt dem Ganzen den letzten Schliff.

Büros, Co-Working-Spaces und ein Gründungscampus entstehen an der Speicherstraße 10 bis 20 in Dortmund.

Welche Art von Events in der Agora künftig machbar sind, dazu gibt es noch keine detaillierten Informationen. Sie soll aber auch für Externe nutzbar sein - und nicht nur für etablierte Firmen und Start-ups, die an der Speicherstraße künftig ein neues Zuhause finden. Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal spricht von einem "Hot Spot" für Veranstaltungen.

Auch die Stadt Dortmund greift sich ein Stück vom Kuchen, mietet Flächen im Innovationscampus an und startet dort ein Gründungszentrum. Darin können sich Gründer für die Entwicklung ihrer Start-ups beraten lassen.

Nordstadt in Dortmund soll von Umbau des Hafenquartiers profitieren

Während sich das Hafenquartier an der Speicherstraße wandelt, soll auch die Dortmunder Nordstadt vom Umbau profitieren. Die Projektentwickler von der Aachener Landmarken AG sprechen von einem "Impuls" für den von Arbeitslosigkeit geprägten Dortmunder Stadtteil.

Unterdessen dürfte sich nicht jeder Nordstadt-Akteur über den Umbau der Speicherstraße freuen. In direkter Nachbarschaft zum Gründungscampus und der "Agora" wird es den "Umschlagplatz", ein beliebtes Café mit Außenbestuhlung direkt am Hafenbecken, künftig nicht mehr an diesem Ort geben.

Geschäftsführerin Milena Rethmann zeigt sich im Gespräch mit RUHR24 enttäuscht. Man habe zwar stets gewusst, dass der "Umschlagplatz" aufgrund der Umbaupläne der Speicherstraße nicht ewig bleiben könne, doch auf einen Umzug der Bar innerhalb des Hafens hätten sich Gastronomen und Stadt bislang nicht einigen können. Heißt: Ende Mai 2020 ist Schluss mit dem Umschlagplatz - doch vorher gibt es noch diverse Events, etwa den Grünen Markt am 17. Mai.

Hafen Dortmund: "Umschlagplatz" muss Café-Standort räumen

Bei der Hafen AG, die für das Gelände an der Speicherstraße verantwortlich ist, zeigt man sich auch nicht gerade glücklich über die Uneinigkeit. "Wir schätzen die Damen sehr", sagt Sprecher Pascal Frai, "aber es gab nie die Zusage, dass sie dort auf ewig bleiben dürften." Aktuell könne man den Rethmann-Schwestern als Umschlagplatz-Verantwortliche keine Fläche bieten, die deren Wünschen entspreche. "Das finden wir schade", sagt Frai. 

Es gebe zwar Flächen am Hafen, allerdings im Schatten. Es sei verständlich, dass dort niemand ein Open-Air-Café eröffnen wolle. Auch ein Standort unter einer Brücke am Sunderweg sei ins Auge gefasst  - und nicht für optimal befunden worden.

Begraben sollen die Rethmann-Schwestern ihre Pläne für ihren "Umschlagplatz" am Hafen allerdings noch nicht. Frai: "Möglicherweise findet sich in Zukunft ja noch ein Plätzchen in zweiter Reihe oder im nördlichen Teil der Speicherstraße."

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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