Prost gegen Anti-Schwulen-Gesetz

Aus Protest: Drag Queen näht sich den Mund zu

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Drag Queen Barbie Breakout.

Berlin. Die schillernde Drag Queen Barbie Breakout gibt im Internet normalerweise Schminktipps und zeigt, wie Mann Perücken aufsetzt. Jetzt schockiert sie mit einem Video, in dem sie sich den Mund vor laufender Kamera zunäht - aus Protest gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz.

„Die Gewalt in Russland gegen Schwule und Lesben nimmt entsetzliche Formen an. Es wird Zeit, sich zu wehren und Position zu beziehen“, schreibt die 35-Jährige auf ihrer Facebook-Seite.

Hier geht es zum Video bei Youtube.

„Open your mouth“ heißt das Video, in dem sich die Drag Queen ohne Ankündigung den Mund zunäht. Sechs Stiche sind es, Blut läuft über ihr Gesicht. „Ich habe mich für diese radikale Form des Protestes entschieden, weil sie mir angemessen erscheint“, erklärt Barbie Breakout im Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Der Hintergrund: Im Juli ist in Russland ein Anti-Homosexuellen-Gesetz in Kraft getreten. Das Gesetz verbiete sogar das Sprechen über Homosexualität, erklärt die Drag Queen. „Das ist ein Freibrief, dass man unsereins auf der Straße jagen kann. Wir sind Freiwild.“

Russland will mit dem Gesetz homosexuelle Propaganda unter Minderjährigen verbieten. Wer öffentlich über Schwule und Lesben vor Jugendlichen spricht, erhält eine Geldstrafe, die zwischen 100 und 11.700 Euro liegt. Minderjährige seien nicht in der Lage, objektiv und kritisch mit Informationen umgehen, "die schädlich für ihre Psyche sein können und ihnen eine verzerrte Vorstellung zwischenmenschlicher Beziehungen vermitteln", heißt es seitens der russischen Regierung. Das Gesetz wird international scharf kritisiert.

Merkel soll handeln

Barbie Breakout fordert die deutsche Regierung auf zu handeln und Russlands Führung unter Druck zu setzen: „Unsere Kanzlerin müsste laut und deutlich gegen die Menschenrechtsverletzungen Stellung beziehen. Stattdessen dreht man Däumchen im Sommerloch. Das stinkt doch zum Himmel!“ Sie fordert: „Kauft keine russischen Produkte mehr und fahrt auch nicht mehr in den Urlaub dorthin.“

Viele Betrachter finden das Video zu krass: „Youtube“ gibt das Video nur nach Anmeldung für Volljährige frei. „Dieses Video ist möglicherweise für einige Nutzer unangemessen“, heißt es beim Aufruf des Videos auf der Videoplattform.

Hinter Barbie Breakout steckt der Berliner Timo Pfaff. Er ist gelernter Maskenbildner, legt aber auch weltweit als DJ auf. Als Drag Queen Barbie Breakout ist er unter anderem in Berlin unterwegs.

Von Jessica Berger

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