Räuber schlenderten mit Äxten und Pistole durchs Einkaufszentrum

Dreister Raub: Täter erbeuteten Schmuck im Wert von 700.000 Euro

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Hier schlug die dreiste Räuberbande zu: Die Ladenfassade des Juwelier Pletzsch in Sulzbach (Taunus).

Sulzbach/Hofheim. Nach einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft im Main-Taunus-Zentrum am Montag wurden erst jetzt die spektakulären Einzelheiten bekannt. Am helllichten Tag waren drei mit Äxten und einer Pistole bewaffnete Männer in den Laden gestürmt.

Dort hatten die Angestellten bedroht und wertvolle Uhren und Schmuck aus den Vitrinen gestohlen. Das Vorgehen der Männer nannte Polizeisprecher Andreas Beese dreist: In aller Ruhe hätten sie mit den Äxten und der Pistole das Einkaufszentrum bei Sulzbach durchquert und das Juweliergeschäft ausgeraubt – und das gegen 12 Uhr mittags.

Bis gestern Mittag blieben die Täter verschwunden, die Polizei hat noch keine heiße Spur: „Wir haben Hinweise und arbeiten sie ab. Bisher war keine heiße Spur dabei“, sagte Beese.Filialleiter Marcus Jakob schätzt den Wert der Beute auf 600 000 bis 700 000 Euro. Die Täter hatten es vor allem auf wertvolle Uhren abgesehen, sagte Jakob am Dienstag der dpa. Seine Mitarbeiter und er stünden noch unter Schock: „Bis wir das richtig verarbeitet haben, das dauert noch ein bisschen.“

Die Täter flüchteten zu Fuß. Als die Polizei einige Zeit nach dem Alarm eintraf, begann sie laut dem Sprecher sofort mit Fahrzeugkontrollen rund um das Zentrum. Auch mit Hilfe eines Hubschraubers wurde großflächig nach den Tätern gesucht – jedoch ohne Erfolg. Nun bleibe der Polizei nur, die vorhandenen Hinweise auf die Täter abzuarbeiten.

Einer der Täter hatte sich laut Polizei mit einer dunklen Perücke, einer Brille und einem falschen Bart getarnt, die anderen trugen Baseball-Mützen. Die Männer sollen zwischen 30 und 45 Jahre alt sein. Die Uhren und den Schmuck packten sie in Rucksäcke. Zur Ermittlungsarbeit der Polizei gehört nun laut dem Sprecher auch, zu beobachten, ob die gestohlenen Schmuckstücke auf dem Schwarzmarkt auftauchten.

Juweliere rüsten auf

Neue Auslage: Nach der Tat sind Mitarbeiter des Juweliers damit beschäftigt, neue Ware in der Auslage zu dekorieren.

Während die Polizei der Meinung ist, dass die Zahl der brachialen Überfälle nicht steigt, sehen das dieJuweliere anders: „Es gab in den vergangenen fünf Jahren eine stetig zunehmende Zahl dieser Raubüberfälle und Einbrüche", sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (Köln). „Und die Täter werden immer unverfrorener.“ Die Polizei sei personell und auch technisch unterversorgt, um den oft grenzüberschreitend operierenden Banden auf die Spur zu kommen.

Um sich zu schützen, haben die Juweliere massiv aufgerüstet: Personal wird geschult, es gibt Sicherheitstrainings, hochmoderne Alarmsysteme, preiswertere Nachtdekorationen und in einigen Geschäften sogar Vernebelungsmaschinen.

Vollkommene Sicherheit gibt es aber nicht, sagt Dünkelmann. Die Branche stoße mit ihren Möglichkeiten an Grenzen und sei auf eine besser ausgerüstete Polizei angewiesen. (dpa)

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