Ukrainische Kriegsmarine

Ausgebildete Killerdelfine abgehauen

Moskau. Der ukrainischen Kriegsmarine sind drei Killerdelfine beim Training im Schwarzen Meer abhanden gekommen. Vermutlich wurden sie von einem weiblichen Artgenossen verführt.

Die Tiere wurden für den Einsatz gegen feindliche Schiffe und Froschmänner ausgebildet.

Informationen zufolge können sie Waffen und Sprengsätze unter Wasser ans Ziel befördern. Die drei „Deserteure“ seien mit am Kopf befestigten Feuerwaffen ausgestattet gewesen, heißt es.

Wie aus Briefen, die in dieser Woche mehreren Medien zugespielt wurden, hervorgeht, hatte sich der Vorfall bereits am 24. Februar auf hoher See ereignet.

Programm angeblich eingestellt

Nach dem Zerfall der Sowjetunion fiel das Staatliche Ozeanarium in Sewastopol an die Ukraine. Versuche, Delfine als lebende Sabotagewaffen im Meer einzusetzen, soll es schon während der Sowjetzeit gegeben haben.

Kiew behauptet zwar, diese Einrichtung sei längst entmilitarisiert und werde ausschließlich für friedliche Zwecke wie Invalidenbehandlung und als Touristenattraktion genutzt.

Im vergangenen Oktober hatte es aber Meldungen gegeben, wonach die Versuche mit Delfinen wieder aufgenommen wurden. Zehn Meeressäuger seien an dem Experiment beteiligt, heißt es.

Neben dem ukrainischen Ozeanarium soll es weltweit nur ein Ausbildungszentrum für Delfine im amerikanischen San Diego geben. Unbestätigten Berichten zufolge macht außerdem Russland ähnliche Versuche mit Seehunden auf der Kolahalbinsel.

Direktor des Ozeanariums dementiert

Die Meldungen beziehen sich auf einen Geheimbericht des Leiters eines wissenschaftlichen Forschungszentrums, das den ukrainischen Streitkräften angehört. Die Kampfdelphine seien einem in freier Wildbahn lebenden Delfinweibchen gefolgt, heißt es darin.

Das Frühjahr sei die übliche Brunstzeit der Meeressäuger. Die Suche nach den Flüchtlingen habe bisher nichts gebracht.

Das Staatliche Ozeanarium weist die Berichte als „Unsinn“ und „Provokation“ zurück. „Um etwas verlieren zu können, muss man es zumindest besitzen“, sagt der Direktor des Forschungszentrums auf der Krim Anatoli Gorbatschow. Sie hätten gar keine Delfine.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion sei das Programm eingestellt worden. Die noch verbleibenden Delfine seien an den Iran verkauft worden. Der Geheimbericht sei also eine Ente. Das ukrainische Verteidigungsministerium verweigerte jeden Kommentar.

Delfine verführt

Unterdessen wird die Geschichte mit farbenfrohen Einzelheiten ausgeschmückt. Die ukrainischen Behörden hätten sich so lange in Schweigen gehüllt, weil sie gehofft hätten, die bewaffneten Delfine würden sich aus Eifersucht Feuergefechte liefern und sich gegenseitig umbringen.

Offenbar sei die schöne Delfinin aber allen drei zu Willen gewesen und habe so ein Blutvergießen abgewendet. So etwas komme am Schwarzen Meer auch in der menschlichen Spezies unter Ortsansässigen und zugereisten Urlaubern gelegentlich vor.

In einem weiteren Bericht wird die Vermutung geäußert, bei der fremden Schönheit könne es sich um eine Spionin aus San Diego gehandelt haben, welche die ukrainischen Geheimnisträger im Rahmen eines Spezialauftrags nach Übersee locken sollte.

Gut gewachsene Tiere aus dem Atlantik erschienen kleineren Schwarzmeerdelphinen besonders attraktiv. Es komme nicht selten zu Kreuzungen, doch seien deren Nachkommen zwar schön, aber nicht fortpflanzungsfähig.

Von Axel Eichholz

Rubriklistenbild: © dpa

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