Auffrischung auch ohne Empfehlung

Nächster Schritt für dritte Corona-Impfung gefordert – jetzt reagiert die Stiko

Ein Mann bekommt eine Corona-Impfung
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Für Risikogruppen soll es ab September eine erneute Corona-Impfung geben.

Die Auffrischung der Corona-Impfung soll kommen. Allerdings fehlt bislang die Empfehlung der Stiko.

NRW - Die Covid-19-Pandemie* hält sich hartnäckig in Deutschland. Viele Hoffnungen ruhen auf den Impfungen. Doch während es noch Unentschlossene gibt, wird für einige Geimpfte bereits die dritte Impfung gefordert. RUHR24* kennt die Details.

ExpertengruppeStändige Impfkommission
Mitglieder18 Personen
StandortRobert Koch-Institut, Berlin
Gründung1972

Neue Corona-Impfung: Auffrischung sorgt für Kritik von Experten

Besonders die Delta-Variante breitet sich weiterhin aus und sorgt für Probleme, da sie ansteckender sein soll als das ursprüngliche Virus. Daher soll sich nun einiges ändern. Corona-Tests sind ab Oktober nicht mehr kostenlos.

Zudem soll bald statt des 3G-Modells (geimpft, genesen, getestet) das 2G-Modell gelten (geimpft, getestet).* Um die Skeptiker zu überzeugen, werden die Prämien immer kurioser. So sollen Mitarbeiter einer Ededka-Filiale nach Informationen der Welt 200 Euro nach der Impfung erhalten.

Bislang sind laut Robert Koch-Institut (RKI) knapp 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft (Stand: 2. September). Auch Schüler ab zwölf Jahren dürfen sich für die Corona-Impfung entscheiden. Doch nicht nur mit neuen Bereitwilligen soll Covid-19 ebenso wie die Mutationen weiter eingedämmt werden. Während die Jugendlichen erst anfangen, sollen Risikogruppen im September bereits eine Auffrischung ihres Schutzes gegen Covid-19* erhalten.

Impf-Auffrischung gegen Corona gestartet: Experten fordern Empfehlung von Stiko

In Bayern ist dieses Vorhaben bereits angelaufen. Allerdings fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass es zunächst eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Auffrischung der Corona-Impfung gibt. Gegenüber dem RBB erklärt der KBV-Chef Andreas Gassen, dass dieser Schritt „die Diskussion mit Patienten erleichtern“ würde. Er selbst hält die erneute Corona-Impfung „für all jene sinnvoll, die ein geschwächtes Immunsystem haben.“

Bei den Betroffenen gebe es durch den anfälligen Körper „möglicherweise auch eine abfallende Impfwirkung“. Dazu gehören nach bisherigen Erkenntnissen „hochbetagte oder immungeschwächte Personen“. Allerdings fehle laut Andreas Gassen bislang eine klare Aussage der Wissenschaft (weitere aktuelle Nachrichten zum Coronavirus bei RUHR24*).

Für ältere oder Risikopatienten kann eine dritte Impfung sinnvoll sein.

Und die Ständige Impfkommission (Stiko) hat nun reagiert. Laut dem Redaktionsnetwerk Deutschland (RND) soll die geforderte Empfehlung zur erneuten Impfung für entsprechende Personengruppen in Kürze folgen. Ein genaues Datum dafür stehe aber bislang noch nicht fest.

Dritte Corona-Impfung beschlossen: Stiko lässt Termin für Empfehlung offen

Doch Thomas Mertens versicherte als Chef der Ständigen Impfkommission, dass die „Aufarbeitung der Daten in vollem Gange“ sei, schreibt das RND und beruft sich dabei auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Lange sollen die Betroffenen daher nicht mehr warten müssen.

Für die Entscheidung der Regierung für die Impf-Auffrischungen trotz fehlender Empfehlung gibt es auch von Ärztepräsident Klaus Reinhardt einige Kritik. Schließlich würde es noch nicht ausreichend Studien dazu geben, bei welchen Personen die erneute Spritze überhaupt sinnvoll sei.

Der Ärztepräsident hält die „wissenschaftlich fundierte Impfempfehlung“ für sinnvoll. Durch den Beschluss zur Auffrischung ohne die Zustimmung der Stiko habe die Politik „eine Erwartungshaltung bei den Patienten“ geweckt, mit der nun die Ärzte konfrontiert sind.

Video: Corona-Infektion trotz Impfung - Maßnahmen müssen eingehalten werden

Vor allem Personen mit anfälligem Immunsystem sollen durch die erneute Impfung vor einem schweren Verlauf geschützt werden. Allerdings können auch sie sich trotz Impfung weiterhin infizieren. Daher ist die Einhaltung der Corona-Maßnahmen auch nach einer Impf-Auffrischung weiterhin möglich. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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