Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg

Dritte Landeskirche traut künftig auch homosexuelle Paare

Berlin - Gemeinsam vor den Traualtar treten - das können schwule und lesbische Paare nun in der evangelischen Landeskirche in der Region wie alle anderen. Es gibt aber auch eine umstrittene Ausnahmeregelung.

In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wird es künftig Traugottesdienste auch für homosexuelle Paare geben. Die Landessynode beschloss auf ihrer Tagung am Samstag eine Gleichstellung von Gottesdiensten zur Segnung zweier Menschen in eingetragener Partnerschaft mit Traugottesdiensten.

Der Beschluss fiel mit großer Mehrheit: Es gab 91 Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und vier Enthaltungen. In seinem Ablauf werde der Traugottesdienst "wie der bisherige Gottesdienst zur Eheschließung zwischen Mann und Frau aussehen", teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit. "Es wird ein Trauversprechen und einen Ringwechsel geben."

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg nannte den Beschluss in einer Mitteilung "außerordentlich erfreulich". Die Evangelische Kirche sei damit "einen großen Schritt" gegangen. "Als Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche weiter als der deutsche Staat", erklärte Landesgeschäftsführer Jörg Steinert.

Die EKBO ist nach Hessen-Nassau und dem Rheinland die dritte evangelische Landeskirche in Deutschland, die sich für die Gleichstellung entscheidet. „Wir freuen uns über das sehr klare und sehr eindeutige Signal der Synode“, sagte Propst Christian Stäblein. 

Ausnahmeregelung ist "große Kröte"

Der Beschluss, der zum 1. Juli in Kraft tritt, sieht Ausnahmen vor: Ein Pfarrer und ein Gemeindekirchenrat können in konkreten, begründeten Einzelfällen eine Trauung ablehnen. Bischof Dröge hatte vorab gesagt, für ihn gehöre es zur Freiheit des Einzelnen, solche Ausnahmen aus Gewissensgründen zuzulassen. Deutlich müsse aber sein, dass es begründete Ausnahmen seien. Die Trauung soll dann in einer anderen Gemeinde möglich sein. Ein Kirchenmitglied sagte bei der Debatte, die Regelung sei „eine große Kröte, die wir als Homosexuelle in der Kirche schlucken müssen“. Der Passus soll in fünf Jahren überprüft werden.

afp/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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