Fluterschen: Anwälte wollen nicht verteidigen  

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Dem Angeklagten laufen die Verteidiger weg. Sein Prozess wird erst im August fortgesetzt.

Koblenz - Der dritte Prozess um die Missbrauchsfälle von Fluterschen ist wegen des Fehlens der Wahlverteidigung verschoben worden. Der "Deutsche Fritzl", Detlef S., und ein weiterer Täter wurden bereits verurteilt.

Der dritte Prozess um die Missbrauchsfälle in Fluterschen ist erneut verschoben worden. Nachdem am Mittwoch eine Wahlverteidigerin des 64-jährigen Angeklagten nicht erschienen war, brach der Vorsitzende Richter die Verhandlung ab. Der Prozess soll nun voraussichtlich im August stattfinden. Ein Gerichtssprecher sagte, die Anwältin habe ihr Erscheinen kurzfristig abgesagt. Gründe dafür habe sie nicht angegeben.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in fünf Fällen die leibliche Tochter des bereits verurteilten Detlef S. sexuell missbraucht zu haben. Detlef S. habe dem Mann das damals 16-jährige Mädchen gegen Bezahlung für Sex zur Verfügung gestellt. Der 48-jährige S. war Ende März zu 14 Jahren und 6 Monaten Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Dagegen läuft ein Revisionsverfahren.

Bereits zum Prozessauftakt am Dienstag hatte ein Pflichtverteidiger des mutmaßlichen Freiers sein Mandat niedergelegt und dies damit begründet, dass kein vertrauensvolles Verhältnis zu dem Angeklagten bestehe. Gleichzeitig stellte der Anwalt einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter, der von der Kammer jedoch abgelehnt wurde. Der Richter hatte im März das Urteil gegen Detlef S. gesprochen. Der Pflichtverteidiger begründete seinen Antrag damit, dass die Neutralität des Richters nicht gewährleistet sei.

Die Taten sollen im August und September des Jahres 2009 in Altenkirchen im Westerwald geschehen sein. Nach Angaben des Landgerichtes ist der Angeklagte einer von drei Männern, an die Detlef S. seine Tochter und teilweise auch seine Stieftochter für sexuelle Handlungen verkauft haben soll. Ein 61 Jahre alter Mann wurde am vergangenen Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs der Mädchen zu neun Jahren Haft verurteilt. Der dritte Beschuldigte ist bereits verstorben.

dapd

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