Dunkler heißt nicht sicherer: Tipps zum Sonnenbrillenkauf

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Dunkle Gläser lassen wenig Licht durch - zusätzlich muss bei Sonnenbrillen aber der UV-Schutz stimmen. Foto: Franziska Gabbert

Der Sommer kommt! Damit gehört die Sonnenbrille wieder zum Alltagsoutfit. Aber: Nur weil die Brille stylish ist, schützt sie nicht zwangsläufig gut vor UV-Licht. Worauf es ankommt.

Berlin (dpa/tmn) - Endlich Sommer! Jetzt muss eine Sonnenbrille her. Doch was da im Gesicht sitzt, sollte nicht nur eine Frage des Stylings sein. Denn UV-Strahlen können den Augen schaden. Ein ausreichender Schutz ist deshalb wichtig. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kauf von Sonnenbrillen:

Wie dunkel sollten die Brillengläser sein?

Das kommt ganz darauf an, wo und wofür man sie trägt. Insgesamt unterscheidet man die Kategorien 0 bis 4, erklärt das Kuratorium Gutes Sehen (KGS). Bei der geringsten Stufe absorbieren die Gläser 20 Prozent des Lichts. Sie eignen sich für bewölkte Tage und Abende. Kategorie 1 filtert 20 bis 57 Prozent Licht. Bei wechselndem Wetter können Brillen dieser Stufe zum Einsatz kommen. Kategorie 2 hat 57 bis 82 Prozent Lichtabsorption - das ist ein guter Blendschutz für unsere Breitengerade. Kategorie 3 ist ein dunkler Filter mit 82 bis 92 Prozent Lichtabsorption. Er eignet sich für südliche Breitengerade, helle Wasserflächen, den Strand oder die Berge. Für das Hochgebirge und Gletscher gibt es dann die Kategorie 4.

Stimmt das: Je dunkler die Gläser, desto besser schützen sie?

Nein. Die Tönung der Gläser sagt nichts über den UV-Schutz aus, warnt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Wichtig ist deshalb, vor dem Kauf zu prüfen, ob die Brille ein CE-Kennzeichen hat, das in Europa Pflicht ist. Mit dieser Kennzeichnung gibt der Hersteller an, dass die Brille einen UV-Schutz für Licht von einer Wellenlänge bis 380 Nanometer hat, erklärt die Stiftung Warentest. Allerdings kann schädliches Licht bis 400 Nanometer reichen. Eine zusätzliche Kennzeichnung UV400 gibt an, dass alle Strahlen bis zu dieser Wellenlänge blockiert werden.

Spielt es eine Rolle, welche Farbe die Gläser haben?

Die Farbe der Gläser kann die Farben der Umgebung verfälschen. Am wenigsten tun das braune, graue und grüne Gläser, so das KGS. Gelbe und orangene Gläser erhöhen die Kontraste, der Blendschutz ist relativ gering. Laut Stiftung Warentest können orangefarbene Gläser etwa beim Sport im Freien angenehm sein, weil der Grünkontrast besonders stark ist. Aber diese Gläser verfälschen auch Signalfarben etwa von Ampeln.

Wie sollte die Brille sitzen?

Nasenauflage, Scharniere und Bügel dürfen nicht drücken, so das KGS. Gut sind deshalb Nasenpads aus weichem Kunststoff, die sich flexibel der Nasenform anpassen können. Wichtig ist außerdem, dass die Brille groß genug ist, damit sie auch gut vor UV-Licht schützt und verhindert, dass der Träger geblendet ist. Die Gläser reichen deshalb am besten zu den Augenbrauen und schützen die Augen auch seitlich vor Licht.

Brauchen Kinder auch schon Sonnenbrillen?

Ja, sogar dringend, denn ihre Pupillen sind größer und die Linsen lichtdurchlässiger als bei Erwachsenen, erklärt das KGS. Eltern dürfen Säuglinge deshalb nicht direkter Sonnenbestrahlung aussetzen. Für Kleinkinder empfiehlt das KGS eine Sonnenbrille mit 100-prozentigem UV-Schutz an sonnigen und leicht bewölkten Sommertagen.

Kuratorium Gutes Sehen zu Sonnenbrillen

Stiftung Warentest zu Sonnenbrillen

BVA zu Sonnenbrillen

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