Durchbruch bei EHEC-Schnelltest

+
Auf der Suche nach einem Schnelltest für den EHEC-Erreger hat es nun offenbar an der Uni Münster einen Durchbruch gegeben.

Münster - Wissenschaftler der Uniklinik Münster haben einen Schnelltest zum Nachweis des EHEC-Erregers entwickelt. Das teilte ein Sprecher der Universitätsklinik am Montagabend mit.

Bei dem Test könnten spezifische Gene des Ausbruchsstammes vervielfältigt und somit nachgewiesen werden, teilte das Universitätsklinikum mit. Mit Hilfe des molekularbiologischen Verfahrens sei es möglich, bereits kleinste Mengen von EHEC-Erregern innerhalb weniger Stunden auf die speziellen Eigenschaften des Ausbruchsstamms zu untersuchen.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Lesen sie auch:

EHEC-Erreger fordert bereits 14 Todesopfer

EHEC: Rückläufige Zahlen in Hamburg

Konkret gehe es um vier Gene, die in ihrer Kombination für den EHEC-Erreger vom Typ HUSEC 041 einzigartig seien. Der Test könne in jedem molekularbiologischen Labor gemacht werden. Einzelheiten wollten die Wissenschaftler an diesem Dienstag bei einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Das Institut für Hygiene an der Uniklinik Münster ist das Konsiliarlabor für das Hämolytisch-Urämische-Syndrom (HUS) in Deutschland. Die Experten hatten unter Leitung des EHEC-Spezialisten Prof. Helge Karch an dem Test gearbeitet.

Der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Jörg Debatin, hält den neu entwickelten Schnelltest in der aktuellen Situation indes für wenig hilfreich. Im Augenblick sei es so, dass Patienten, die mit den klassischen Symptomen wie Bauchkrämpfen und blutigem Durchfall ins Krankenhaus kämen, ohnehin ausnahmslos mit EHEC infiziert seien. Bei eventuellen künftigen Ausbrüchen könne der neue Test aber eine Hilfe sein.

Laut Debatin nimmt die Zahl der neu mit EHEC infizierten Patienten in Hamburg weiter ab. Nicht rückläufig sei hingegen die Zahl der HUS-Patienten, die unverändert bei 82 liege.

Im Zusammenhang mit dem Erreger, der in seiner schweren Form als HUS Blutarmut und Nierenversagen auslösen kann, sind in Deutschland bislang mindestens 14 Menschen gestorben.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.