Bahnkarten-Fälscher könnten Haft entgehen

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Das Gebäude des Land- und Amtsgerichts in Köln. Hier findet der Betrugsprozess gegen fünf Männer statt, die Bahnfahrkarten gefälscht haben sollen. Foto: Oliver Berg/Archiv

Es geht um Dutzende ICE-Tickets, die eine Bande an ahnungslose Bahnfahrer verkauft haben soll. Zwei mutmaßliche Mitglieder haben sich aus dem Staub gemacht, drei sind nun angeklagt.

Köln (dpa) - Eineinhalb Jahre nach einem spektakulären Einsatz von GSG9-Beamten in Köln wegen gefälschter Bahnkarten kommen drei mutmaßliche Betrüger möglicherweise mit einem blauen Auge davon.

Bei einem Geständnis könnte das Strafmaß unter zwei Jahren bleiben und zur Bewährung ausgesetzt werden, stellte der Vorsitzende Richter zu Prozessbeginn vor dem Kölner Landgericht in Aussicht. Einer der Angeklagten, ein 23-Jähriger, hatte über seinen Anwalt mitteilen lassen, sich an einem der nächsten Prozesstage äußern zu wollen. Ein Urteil wird für den 24. Juli erwartet.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern im Alter von 23 bis 45 vor, in der Zeit von Juli bis November 2013 Dutzende ICE-Tickets gedruckt und verkauft zu haben. Ihre Festnahme war im Dezember 2013 durch die Medien gegangen, die Anti-Terror-Einheit GSG9 war damals im Einsatz: Bei einer Hausdurchsuchung im Keller des Kölner Uni-Centers hatten die Beamten unter anderem Sprengstoff und eine manipulierte Handgranate gefunden. Kurzzeitig überlegten die Einsatzkräfte sogar, das komplette 45-stöckige Gebäude mit 1600 Bewohnern zu evakuieren.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt eigentlich fünf Männer, nach zwei weiteren mutmaßlichen Bandenmitgliedern wird aber noch mit internationalem Haftbefehl gefahndet.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Männer immer dieselbe Masche angewandt haben, um die gefälschten Karten loszuwerden: Sie boten die Tickets über ein Mitfahrportal im Internet an. Die potenziellen Käufer wurden dann zum Bahnhof oder verschiedenen Stellen in der Kölner Innenstadt zur Übergabe bestellt. In einigen Fällen versuchten die Männer sogar, die Karten direkt im Reisezentrum der Bahn wieder umzutauschen.

Oft hatten sie Pech - oder die Tickets waren einfach nur schlecht gefälscht: Viele der potenziellen Kunden hatten laut Staatsanwaltschaft ein "komisches Gefühl" und gingen mit dem Ticket zum Schalter, um die Echtheit prüfen zu lassen. Oder die Mitarbeiter im Reisezentrum bemerkten den Schwindel. Dabei waren die Karten auf echten Papierrollen der Deutschen Bahn hergestellt.

Woher diese stammen, ist inzwischen klar: Im Bahnhof des Örtchens Honrath östlich von Köln war im Mai 2013 ein Ticket-Automat gesprengt worden. Zwei Blanko-Fahrausweisrollen wurden gestohlen. Ob für die Detonation die Angeklagten verantwortlich sind, ist unklar.

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