E-Bikes: Neun Fragen an zwei Experten

Holger Koch berät auch auf www.rad-reise-service.de im Internet. Foto: hpo

Holger Koch aus Kaufungen schwärmt von den Möglichkeiten, die solche E-Bikes eröffnen. 25 Jahre lang hat der heute 55-Jährige Fahrräder konstruiert und im Einmannbetrieb maßgeschneiderte Einzelanfertigungen für anspruchsvolle Kunden gebaut. Bis sich das nicht mehr lohnte.

Danach hat er für Fachzeitschriften geschrieben und als freier Mitarbeiter beim ZDF gearbeitet, als der Sender noch live von der Tour de France berichtet. Fahrräder waren sein Leben - und sind es auch heute noch. Allerdings meist virtuell. Er hat den Sprung geschafft vom Handwerker und Konstrukteur zum Internet-Fachmann, Spezialgebiet Reisen mit dem Rad.

Seit einigen Jahren betreibt Koch das Internetportal Rad-Reise-Service.de - aus seiner alten Werkstatt in der Kommune Niederkaufungen heraus. Eine Tür weiter hat der Verein „Zukunft erFAHREN“ sein Domizil, der ein Projekt im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität betreibt.

Holger Koch und Thomas Neuroth von „Zukunft erFAHREN“ können uns erklären, was man braucht, wenn man wieder Spaß am Radfahren haben will. Denn sie kennen sich aus, sie wissen, worauf es ankommt und welche Fehler man schon bei der Auswahl des Modells machen kann.

? Ihr bester Rat für alle E-Bike- Interessierten?

!Nur dort kaufen, wo man eine fachkundige Beratung bekommt und mehrere Modelle ausprobieren kann. „Schnäppchen“ können teuer werden.

? Welche grundlegenden Unterschiede gibt es?

!Wie beim Auto: Vorderrad- und Hinterradantrieb, aber auch den Mittelmotor. Nabenschaltung und Kettenschaltung, Scheibenbremse, Felgenbremse und Rücktritt. Alles hat Vor- und Nachteile.

? Bitte der Reihe nach: Vorderradantrieb bedeutet …

!… dass der Motor in der Nabe des Vorderrades sitzt. Dadurch ist es möglich, die Fahrradkette in einem geschlossenen Kasten zu führen. Außerdem kann eine Nabenschaltung verwendet werden. Weil das Vorderrad allerdings weniger belastet wird als das Hinterrad, kann ein angetriebenes Vorderrad bei glitschigem Untergrund auch schon mal ins Rutschen geraten.

? Hinterradantrieb ist also sicherer?

!Ja, wird aber fast ausnahmslos mit Kettenschaltung angeboten.

? Der Mittelmotor sitzt vermutlich in der Nähe des Tretlagers.

!Genau. Es gibt zwei Varianten: Entweder sitzt der Motor direkt im Tretlager, oder er greift über ein Ritzel in die Kette.

? Nächster Punkt: Naben- oder Kettenschaltung?

!Die Kettenschaltung ist sportlicher. Es gibt ja sogar Elektro-Mountainbikes. Wer sich noch an sein altes Fahrrad mit Dreigang-Nabenschaltung und Rücktritt erinnert, wird vermutlich gern wieder eine Nabenschaltung haben wollen. Allerdings nicht mehr mit nur drei Gängen. Gerade beim Elektrofahrrad macht sich eine Schaltung mit acht, elf oder gar 14 Gängen positiv bemerkbar. Vor allem, wenn man in die Berge fährt. Denn ein Elektrofahrrad ist ja kein Moped. Der Motor schaltet sich nur zu, wenn man auch in die Pedalen tritt.

? Wie weit kommt man mit einer Akkuladung?

!Das kommt auf die Fahrweise an. 40 bis 80 Kilometer sind drin. Je stärker man ihn beansprucht, desto schneller ist er leer. Manche nehmen einen Reserveakku mit. Der ist allerdings nicht ganz billig: 300 bis 1000 Euro kostet er, je nach Qualität und Kapazität.

? Gibt es auch größere Elektrofahrräder?

!Vom Klapprad bis zum Tandem findet man jede Größe. Es gibt auch stärkere Motoren. Damit darf man sogar 45 km/h fahren - allerdings sind Radwege für diese Räder tabu. Und man braucht ein Versicherungskennzeichen.

? Letzte Frage: Was kostet der Spaß?

!Der Einstiegspreis für Qualitäts-E-Bikes liegt bei 1600 Euro, die Premiumklasse kostet 2000 bis 3500 Euro.

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