Großvater greift zu drastischen Mitteln, um Familie nach Hause zu locken

Edeka rührt mit Weihnachtsspot zu Tränen

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung, die Zeit der Familie. Eigentlich. Doch häufig bleiben im vorweihnachtlichen Stress genau diese Dinge auf der Strecke. Die Supermarktkette Edeka hat nun einen Werbespot veröffentlicht, der das auf eine traurige und zugleich schöne Art thematisiert – und damit einen Internethit gelandet.

Das Video wurde in zwei Tagen bereits über 1,8 Millionen mal (Stand 29. November, 16 Uhr) angesehen und tausendfach geteilt.

In dem Clip muss ein älterer Mann zu drastischen Mitteln greifen, um seine vielbeschäftigten erwachsenen Kinder und Enkel an Weihnachten zu vereinen. Mehrere Weihnachtsfeste verbringt der Großvater allein am viel zu großen Esstisch, neben ihm ein geschmückter Tannenbaum, vor ihm ein liebevoll zubereitetes, aber einsames Festtagsessen. Das soll nicht so weitergehen. Er inszeniert seinen eigenen Tod, um die Familie zu sich nach Hause zu locken. Die trauernden Kinder machen sich auf den Weg zu ihrem Vater. Doch in der Heimat erwartet sie keine Beerdigung, sondern der lebendige Vater beziehungsweise Großvater im weihnachtlich geschmückten Haus. „Wie hätte ich euch denn sonst alle zusammenbringen sollen?“, fragt er – um dann ein fröhliches Fest gemeinsam mit der Familie zu feiern.

Das Spiel mit dem schlechten Gewissen der erwachsenen Kinder und die leise Kritik an der Schnelllebigkeit und Rücksichtslosigkeit unserer Gesellschaft trifft offenbar einen Nerv. Etliche Internetnutzer sehen eine wichtige Botschaft – Zeit für die Familie zu haben – in dem Video, Hunderte schrieben, sie seien zu Tränen gerührt gewesen. Branchendienste sprechen von „Weihnachts-Sensation für Edeka“ und vom „emotionalsten Weihnachtsspot des Jahres“. Versehen ist das Video mit dem Stichwort „Heimkommen“.

Neben dem Erfolg gibt es aber auch kritische Stimmen. Über den Tod mache man keine Witze, schreibt eine Nutzerin auf der Videoplattform Youtube, andere nennen das Video pietätlos. Dennoch zeigt der Spot vor allem eins: Dass Weihnachten doch erst mit der Familie wirklich Weihnachten ist.

Hintergrund: Supergeil und singende Kassen

Edeka sorgt nicht zum ersten Mal mit seinen Werbespots für Aufsehen. Anfang 2014 verbreitete sich die „Supergeil“-Kampagne wie ein Lauffeuer, in der Schauspieler Friedrich Lichtenstein in einer Reihe von Onlinewerbevideos fast alles „supergeil“ fand.

Im November 2014 warb Edeka mit der „Kassensymphonie“, bei der in einem Markt mit versteckten Kameras gefilmt wurde, wie Kunden reagieren, als die Kassen das Lied „Jingle Bells“ piepsen. Die verantwortliche Werbeagentur für die beiden Kampagnen und den neuen Spot ist Jung von Matt aus Hamburg.

Rubriklistenbild: © Screenshot: Edeka/Youtube

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